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„P.S.: Die Badeanzugstreifen werde ich nie los.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich eine weitere deutsche Schwimmerin vom Leistungssport. Via Instagram gab Jessica Steiger am Donnerstag ihr Karriereende bekannt. Sie kann auf eine überaus erfolgreiche Laufbahn zurückblicken.

Bereits in jungen Jahren macht Jessy auf der nationalen Bühne auf sich aufmerksam. Es folgen mehrere Deutsche Meistertitel in der offenen Klasse. Sowohl über die Brust- als auch die Freistilstrecken konnte sie sich in den zurückliegenden Jahren in der DSV-Nationalmannschaft fest etablieren.

Die 29-Jährige vom VfL Gladbeck 1921 ist das beste Beispiel dafür, dass eine Sportlerkarriere nicht immer als gerade Linie steil bergauf verläuft, sondern von Höhen und Tiefen geprägt ist. Eine Knie-Verletzung in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 zwingt sie zur Pause. „Ich war komplett auf mich selbst gestellt“, beschreibt sie die Zeit im Nachhinein. Doch Jessy hat sich zurück gekämpft. Nach Abschluss ihres Studiums in Erziehungswissenschaft legt sie den Fokus voll auf den Schwimmsport. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich da schon am Ende bin.“ Belohnt wird sie mit ihrem ersten Deutschen Meistertitel über die 200m Brust im Jahr 2016. Im darauffolgenden Jahr stellt sie einen neuen, noch immer gültigen Deutschen Rekord über diese Strecke auf. 2:25,00 Minuten. Seitdem ist sie aus der nationalen Spitze nicht mehr wegzudenken, steht insgesamt sieben Mal für den DSV bei internationalen Meisterschaften auf dem Block.

Jessy kämpft hart für ihre Ziele. Unglaubliche 24 Mal ist sie im Höhetrainingslager in der spanischen Sierra Nevada, hochgerechnet sind das insgesamt knapp eineinhalb Jahre. Einen Großteil davon nur mit Trainer Harry Schulz oder sogar ganz allein nur mit einem oder vielleicht auch zwei großen Paketen voll mit Süßigkeiten. Und das, obwohl Jessy ein absoluter Mannschaftstyp ist. In Teamwettbewerben wächst sie regelrecht über sich hinaus und feiert ihre größten Erfolge in den Staffeln. Der vierte Platz bei der Kurzbahn-EM in Kopenhagen mit der 4x50m-Lagen-Mixedstaffel, bei der WM 2019 in Gwangju führt sie sowohl die 4x100m Freistil- als auch Lagenstaffel zur Olympia-Qualifikation. Für den großen Traum von Olympia reicht es schließlich aber nicht ganz. Mit Wehmut muss die Gladbeckerin die Spiele von der Couch zu Hause aus verfolgen. Dafür erspart sie ihrem Vater immerhin ein Tattoo auf den Allerwertesten.

Nun beginnt ein neuer Abschnitt. So ganz ohne den Schwimmsport geht es dann aber doch nicht. Neben ihrer Arbeit beim Jugendamt widmet Jessy sich jetzt vorwiegend der eigens mit ihrer Schwester gegründeten Schwimmschule. Dort möchte sie ihre Erfahrungen an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitergeben. Und so werden die Badeanzugstreifen, die sogar ihre Hochzeitsfotos schmücken, wohl nie ganz verschwinden.

Liebe Jessy, es war uns eine Ehre, dich auf einem Stück deines Weges begleiten zu dürfen! Wir wünschen Dir von Herzen alles Gute!

Unsere Autorinnen konnten Jessica Steigers Entwicklung aus nächste Nähe verfolgen: Sie sind bzw. waren über mehrere Jahre Vereins- sowie Trainingskolleginnen der Nationalschwimmerin, die sowohl im als auch außerhalb des Beckens alle um sie herum mit ihrer positiven Art und Energie beeindruckte.

Bilder: Privat / Hochzeitsbild: Christian Schwitt, Flying Brüderchen 

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