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(27.07.2021) Es war der erwartet harte Kampf um die Finalplätze im Olympia-Finale über die 4x200m Freistil, doch die deutschen Herren haben sich letztlich souverän ihren Platz im Endlauf gesichert. Zwei von ihnen ließen es dabei richtig krachen.

Sowohl Poul Zellmann (1:45,80) an zweiter Stelle als auch Schlussschwimmer Jacob Heidtmann (1:45,58) lieferten bärenstarke fliegende Zeiten ab. Nie zuvor waren beide bei einem offiziellen Event stark gewesen und im gesamten Feld waren nur zwei andere Athleten heute schneller als Heidtmanns Split. Mit einer Gesamtzeit von 7:06,76 Minuten schwamm die deutsche Staffel auf Platz sieben ins Halbfinale und war damit bereits schneller als im WM-Finale von 2019. Deutliche anderthalb Sekunden trennten das Quartett von den Chinesen, die an neunter Stelle ausschieden.

Und: Es ist durchaus noch eine Steigerung möglich. Deutschlands Startschwimmer Lukas Märtens (1:47,27) hatte in Tokio bei seinem Einzeleinsatz bereits eine 1:46,40 ins Becken gebracht. Der an dritter Stelle schwimmende Henning Mühlleitner (1:48,11) zeigte zum Auftakt der Spiele mit dem fulminanten Finaleinzug und Platz vier über die 400m-Strecke seine Weltklasse-Qualitäten. Er kann im Endlauf heute Nacht vielleicht ebenfalls noch eine Schippe drauflegen.

"Wir haben gezeigt, dass man im Finale mit uns rechnen darf", kündigte Mühlleitner an.

Im Finale bekommt das deutsche Team auch Konkurrenz von der Schweiz, die heute in 7:06,59 Minuten ein paar Hundertstel schneller war. Für die Eidgenossen brachten Antonio Djakovic (1:46,41), Nils Liess (1:47,23), Noe Ponti (1:47,11) und der sehr starke Roman Mityukov (1:45,84) schnelle Zeiten ins Becken. Doch zunächst war bei ihnen Zittern angesagt. Nils Liess hatte einen Wechsel mit -0,02 Sekunden hingelegt. Erlaubt sind -0,03 Sekunden, somit waren die Schweizer nur knapp an einer Disqualifikation wie schon im Mai bei der Schwimm-EM vorbeigeschrammt.

Die Favoriten für das Finale in wenigen Stunden sind die Briten. Das UK-Team lieferte in 7:03,25 Minuten die Vorlaufbestzeit ab und schonte dabei sogar den Olympia-Zweiten Duncan Scott. Sein Teamkollege Tom Dean, der sich gestern knapp vor Scott die Goldmedaille über die 200m Freistil sicherte, war zwar heute in der Staffel schon in den Heats dabei. Er blieb aber in 1:46,71 Minuten mehr als zweieinhalb Sekunden über seiner Siegerzeit aus dem Einzelfinale, gab also noch nicht Vollgas. Auch der starke Split von James Guy (1:44,66) dürfte die britischen Hoffnungen hoch leben lassen.

Dahinter war das Feld im Vorlauf eng. Weniger als zwei Sekunden trennten die Australier an zweiter Stelle und das deutsche Team auf Platz sieben. Die USA, Australien und Russland werden zwar wahrscheinlich ein paar neue Gesichter in der Staffel an den Start schicken. Dennoch dürfte es ein spannender Kampf um die Podestplätze werden. Alle Teams sollte man in diesem Endlauf auf dem Zettel haben.

Das Geschehen der weiteren Vorläufe könnt ihr in unserem Live-Ticker verfolgen: LIVE | Schwimmen bei Olympia 2021: Die Vorläufe am Dienstag

Die Links zu den Olympischen Spielen 2021: 

Bild: Archiv