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(26.07.2021) Bei den Olympischen Spielen geht es nicht nur um kalte Zeiten und Platzierungen, sondern vor allem auch um große Emotionen. Wenn es dann tatsächlich zu Gold reicht, kam man es mitunter selbst gar nicht glauben - so auch geschehen bei der Kanadierin Maggie MacNeil.

Am Montag sicherte sie sich den Sieg über die 100m Schmetterling in einem Rennen, das so eng war, dass Macneil nach dem Anschlag selbst erstmal eine lange Schaltsekunde brauchte, um zu realisieren, was ihr da gerade gelungen war. "Ich habe gehört, dass mein Name durchgesagt wird, aber gar nicht genau erkannt, was auf der Anzeigetafel steht", beschreibt sie ihre Reaktion nach dem Anschlag.

Brillenträger unter unseren schwimmbegeisterten Lesern dürften diesen Moment kennen. Das Rennen ist beendet, man kneift die Augen zusammen, um zu erkennen, welche Zeit und Platzierung neben dem eigenen Namen steht, doch so richtig checkt man das Ergebnis erst durch die Reaktion der Teamkollegen bzw. Konkurrenten. Ähnlich ging es Maggie Macneil, wie man in dieser Momentaufnahme sehen kann:

Dabei sind Überraschungen bei Macneil keine Seltenheit. Schon 2019 sorgte sie für einen Paukenschlag, als sie WM-Gold über die 100m Schmetterling holte. Als amtierende Weltmeisterin zählte sie in Tokio natürlich auch zu den Medaillenkandidatinnen, doch angesichts des engen Feldes gab es da noch einige andere Namen, sodass sich Macneil selbst gar nicht in der Favoritenrolle sah. "Ich hab noch nicht mal die ganze Weltmeisterinnen-Sache realisiert, da wird das jetzt wohl noch eine Weile länger dauern", meint die 21-Jährige, die nun sowohl mit WM-Gold als auch dem Olympiasieg in die Fußstapfen von Sarah Sjöström tritt.

Viel Zeit um den heutigen Sieg zu verarbeiten hat sie nicht. In dieser Woche wird die Sprintspezialistin noch als Teil der kanadischen Lagenstaffeln ins Becken springen. Dass sie auch im Team-Wettbewerb glänzen kann, zeigte Macneil bereits zum Auftakt der Spiele. Mit der kanadischen 4x100m Freistilstaffel schockte sie die Nachbarinnen aus den USA und schnappte ihnen Silber weg. Auch die Lagenquartette haben gute Chancen. So langsam wird sich Maggie Macneil wohl an den Platz auf Siegerpodest gewöhnen müssen.

Die Links zu den Olympischen Spielen 2021:

Bild: IMAGO / ITAR-TASS