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(17.04.2021) Am zweiten Tag der Olympia-Qualifikation in Berlin stehen erneut nicht nur die Einzelstrecken im Fokus, sondern auch die Plätze in den deutschen Staffeln für Tokio sind hart umkämpft. Ein Quartett konnte allerdings bisher die vom Deutschen Schwimm-Verband vorgegebene Norm noch nicht erfüllen. Die Kandidaten für die 4x100m Freistilstaffel der Herren haben in den Finals am Nachmittag die letzte Chance dazu. Im Vorlauf am Samstag zeigte einer von ihnen, Damian Wierling, dass er auch das Potential für die Einzelnorm hat.

In 48,67 Sekunden kam der Essener bis auf 17 Hundertstel an die Olympia-Qualifikationszeit für die 100m Freistil heran. So schnell war er seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Seine persönliche Bestleistung, die er bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio aufstellte, steht bei 48,35 Sekunden. Mal schauen, ob er diese im Finale angreifen kann.

Damit würde Wierling auch die Aussichten auf eine deutsche 4x100m Freistilstaffel bei Olympia steigern. International ist diese durch den elften Platz der WM 2019 zwar gesetzt, doch der DSV hat eine eigene Norm vorgegeben, die es zu knacken gilt, damit das Quartett in Tokio starten kann. In den heutigen Vorläufen blieben hinter Wierling auch Marius Kusch (49,08), Josha Salchow (49,50), Christoph Fildebrandt (49,54), Sebastian Beck (49,72) und Björn Kammann (49,78) unter 50 Sekunden. Im Finale werden sich die schnellsten Vier steigern müssen, um die Staffelnorm von 3:15,50 Minuten zu erreichen.

Sicher bei Olympia dabei sind hingegen die Damen der 4x100m-Freistilstaffel. Bei ihnen geht es im Finale ab 17 Uhr um die Frage, wer sich die Startplätze im deutschen Quartett sichert. In den Vorläufen war Annika Bruhn, die auch Chancen hat die Einzelnorm von 54,10 Sekunden zu knacken, in 54,97 Sekunden die Schnellste. Unter der 56er Marke blieben zudem Marie Pietruschka (55,10), Isabel Gose (55,65), Lisa Höpink (55,67), Jessica Steiger (55,93) und Lena Riedemann (55,97). Derzeit liegen Bruhn, Pietruschka, Höpink und die heute im B-Finale startende Hannah Küchler auf den Staffelplätzen. Um sich hier noch ins Ranking unter die Top vier zu schieben, muss mindestens eine Zeit von 55,42 Sekunden unterboten werden.

Hoffnungen auf ein Ticket nach Tokio macht sich auch der Kurzbahn-EM-Zweite von 2019, Ramon Klenz. Der Neuköllner aus Leutzsch ist in Berlin als einziger Schwimmer bei den Männern über die 200m Schmetterling dabei. Im Vorlauf schwamm Klenz im Alleingang in 1:57,81 Minuten unter die Norm für die Schwimm-EM in Budapest. Im Finale muss er sich unter 1:56,30 Minuten steigern, um auch die Qualifikationszeit für Olympia zu erfüllen. Bei den Damen wird die bereits für Olympia gesetzte Franziska Hentke ebenfalls im Alleingang die 200m Schmetterling bestreiten. Im Vorlauf war sie 2:10,00 Minuten schnell.

Spannung versprechen auch die Finals über die 400m Freistil. Mit Isabel Gose, Leonie Kullmann, Florian Wellbrock, Lukas Märtens und Henning Mühlleitner blieben in den zurückliegenden Wochen fünf deutsche Schwimmer in diesem Event unter der Olympianorm. Sie sind allesamt auch am Nachmittag am Start. Gose und Kullmann bekommen zudem Gesellschaft von Sarah Köhler, die am Morgen in 4:12,62 Minuten die Schnellste war, sowie von Celine Rieder. Bei den Herren sicherte sich Florian Wellbrock in 3:48,58 Minuten die Finalbahn vier. Die drei Herren und vier Damen können in den Endläufen allesamt frei aufschwimmen, da sie jeweils auch über andere Strecken schon die Olympiatickets in der Tasche haben.

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