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17. Januar 2014

(17.01.2014) Einheimischen Medienberichten zufolge ist die russische Spitzenschwimmerin Yuliya Efimova bei einer Dopingprobe positiv auf das Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) getestet worden. Von offizieller Stelle wird in der Bewertung des Falls jedoch noch um Zurückhaltung gebeten. Es wäre der negative Höhepunkt einer bereits seit anderthalb Jahren durch den russischen Schwimmsport schwappenden Dopingwelle.


Yuliya Efimova zählte im Jahr 2013 zu den herausragenden Figuren des internationalen Schwimmzirkus. Die junge Russin schwamm bei den Weltmeisterschaften in Barcelona über die 50m und 200m Brust zum WM-Titel, stellte insgesamt drei neue Weltrekorde auf und schwamm auch bei der Kurzbahn-EM im Dezember von Medaille zu Medaille. Zuletzt wurde Efimova für ihre Erfolge auch als Russlands Schwimmerin des Jahres ausgezeichnet.

Nun legt sich ein dunkler Schatten über die Erfolge der 21-Jährigen: Laut der russischen Tageszeitung Vedomosti wurde Efimova im Rahmen einer unangekündigten Dopingprobe im Oktober positiv auf das auf der Anti-Doping-Liste stehende Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) getestet. Von offizieller Seite her wird der positive Test zwar indirekt bestätigt, jedoch darum gebeten, den Fall mit Vorsicht zu betrachten.

Sportminister Vitaly Mutko zeigte sich gegenüber dem Online-Portal R-Sport entrüstet darüber, dass der Fall bereits publik gemacht wurde, bevor es eine offizelle Stellungnahme gab. "Die Art der Information sollte nur nach einer Entscheidung durch die zuständigen Disziplinarstellen herauskommen", so Mutko, der dabei auch andeutete, dass nicht ausgeschlossen werden sollte, dass Efimova die Substanz aus medizinischen Gründen aufgenommen habe. Der Zeitpunkt kommt für die russischen Offiziellen, kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi, denkbar ungelegen.

Efimova kann nun die Öffnung der B-Probe beantragen. Sollte sich der positive Test bestätigen, droht der Olympia-Dritten von 2012 neben einer Wettkampfsperre auch die Aberkennung ihrer im Herbst aufgestellten Weltrekorde auf der Kurzbahn sowie der bei der Kurzbahn-EM in Herning gewonnenen Medaillen.

Neben Efimova wurden in der jüngeren Vergangenheit mit Xenia Moskwina, Ekaterina Andreeva and Natalia Lovtsova drei weitere Athletinnen, die 2012 zum russischen Olympia-Team zählten, positive getestet. Insgesamt gab es im russischen Schwimmsport im Jahr 2013 zehn Dopingfälle, bei denen die Strafen von Verwarnungen bis hin zu sechsjährigen Sperren reichten.

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