10. Dezember 2024

Erster Wettkampftag, erste Medaille für das deutsche Team bei der Kurzbahn-WM in Budapest. Über die 1500m Freistil kürte sich Florian Wellbrock eindrucksvoll zum Vizeweltmeister, jubelte aber nicht wie gewohnt am Beckenrand sondern auf den Zuschauerrängen.

Denn die langen Freistilstrecken werden in Budapest in Zeitläufen ausgetragen und Wellbrock war aufgrund seiner Meldezeit bereits am Vormittag an den Start gegangen. In 14:17,27 Minuten hatte der Weltrekordhalter über diese Strecke stark vorgelegt und musste während des schnellsten Zeitlaufes am Abend dann lange bangen, zu welcher Platzierung seine Leistung reichen würde.

Am Ende meldete sich Wellbrock mit Silber eindrucksvoll auf dem WM-Podest zurück. Schneller war lediglich der frisch gebackene Weltmeister Ahmed Jaouadi aus Tunesien, der in 14:16,40 Minuten zu Gold schwamm. Über Bronze freute sich der 17-jährige Türke Kuzey Tuncelli, der in 14:20,64 Minuten einen neuen Junioren-Weltrekord aufstellte. Auch der zweite deutsche Starter Sven Schwarz war bereits am Vormittag gefordert und landete mit einer neuen Bestzeit von 14:22,29 Minuten in der Endabrechnung auf einem überzeugenden fünften Platz. 

Videotipp

Der Schweizer Noe Ponti ließ es im Halbfinale über die 50m Schmetterling besonders krachen und stellte in 21,43 Sekunden einen neuen Weltrekord auf und reihte sich so in das Weltrekord-Feuerwerk des ersten Wettkampftages ein. Mehr dazu gibt es hier: Weltrekordfestival zum WM-Auftakt | Isabel Gose schwimmt Deutschen Rekord im Finale

Doch auch aus deutscher Sicht verlief der Schmetterlingssprint äußerst erfolgreich, denn Marius Kusch zog in 21,99 Sekunden als Vierschnellster in den Endlauf ein und schickt sich an, im Kampf um die Medaillen kräftig mitzumischen. 

Der Weltrekord von Noe Ponti sollte jedoch auch auf Seiten der Herren nicht der Einzige des Abends bleiben. Zum krönenden Abschluss eines packenden Finalabschnittes zauberte die US-Amerikanische 4x100m Freistil-Staffel eine neue Allzeit-Bestmarke ins Wasser. In 3:01,66 Minuten waren Jack Alexy, Luke Hobson, Kieran Smith und Chris Guiliano eine Klasse für sich. Die weiteren Medaillen sicherten sich die Staffeln aus Italien (3:03,65) und Polen (3:04,46). 

Zuvor hatte mit Shaine Casas ein weiterer Amerikaner von sich überzeugen können und zwar mit Gold über die 200m Lagen. In 1:49,51 Minuten schwamm Casas nicht nur zu einem neuen Veranstaltungsrekord sondern löste mit dieser Glanzvorstellung auch Ryan Lochte als den bisher schnellsten US-Amerikaner über diese Strecke ab. Eng wurde es dahinter in einem Duell um das weitere Edelmetall - mit dem besseren Ende für Alberto Razzetti (1:50,88) aus Italien, der einen Wimpernschlag vor dem Kanadier Finlay Knox (1:50,90) anschlug und sich so die Silbermedaille sicherte. 

Im zweiten Halbfinale des Abends über die 100m Rücken präsentierte sich der Lokalmatador Hubert Kos am stärksten. Mit seiner Zeit von 49,03 Sekunden wird der in den USA trainierende Ungar morgen im Finale als Gejagter an den Start gehen. 

Bild: Tino Henschel