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(11.02.2024) Die deutschen Schwimmer konnten am ersten WM-Tag in Doha den starken Eindruck aus den Vorläufen bestätigen und gleich die ersten Medaillenchancen nutzen: Lukas Märtens und Isabel Gose schlugen über 400m Freistil jeweils auf Rang drei ein und bescherten dem deutschen Team und ihrem Magdeburger Coach Bernd Berkhahn gleich zweifach Edelmetall. Beide können nun auch für die Olympischen Spiele planen.

Märtens, der über diese Strecke durch seinen Podestplatz der WM 2023 bereits für Paris qualifiziert war, schwamm ein kontrolliertes Rennen und ließ sich nicht vom hohen Angangstempos des Südkoreaners Kim Woomin zwei Bahnen über ihm irritieren, hielt aber kontinuierlich die zweite Position. Auf der letzten Bahn kamen dann Märtens und der neben ihm schwimmende Australier Elijah Winnington dem kämpfenden Kim noch bedrohlich nahe, konnten ihn aber nicht stellen. Nur eine Zehntel hinter dem Silbermedaillengewinner aus Australien wurde Märtens in 3:42,96 Minuten letztlich Dritter. Kim sicherte sich auf der letzten Rille den Weltmeistertitel in 3:42,71 Minuten. Im folgenden Interview zeigte sich Märtens mit Zeit und Platzierung sehr zufrieden.

Lange sah es im Damenrennen dann ähnlich aus: Während Erika Fairweather aus Neuseeland und die Chinesin Li Bingjie einsam vorneweg schwammen, kontrollierte Isabel Gose das verbliebene Feld und sicherte sich ihr Edelmetall mit einem neuen Deutschen Rekord von 4:02,39 Minuten – ihre alte, im vergangenen Jahr bei der WM in Japan aufgestellte Marke von 4:03,02 Minuten unterbot sie somit deutlich und sicherte sich gleichzeitig die vorzeitige Qualifikation für Paris. Für Gose war es die erste Medaille auf Welt-Niveau. Nicht zu schlagen war heute Fairweather, die zum zweiten Mal in ihrem Leben unter die magische Vier-Minuten-Marke schwamm und mit 3:59,44 Minuten (ebenfalls neuer nationaler Rekord) ihren ersten großen Titel einheimste. Silber ging in 4:01,65 Minuten an Li.

“Es hat sich toll angefühlt im Wasser, ich bin mein Rennen geschwommen", so Gose nach ihrem Bronze-Coup. "Es war wirklich wichtig für mich, diesen Step nach vorne zu machen und da vorn mitzumischen. Ich bin super happy, auch mit der Zeit."

In den kurzen Freistilstaffeln gab es dann zwei etwas überraschende Titelträger. Bei den Herren triumphierten die Chinesen, die maßgeblich davon profitierten, dass ihr Starter Pan Zhanle wie entfesselt anschwamm und, nach bereits flotten 22,26 Sekunden wendend, seine Landsmänner nach 46,80 Sekunden auf die Reise schickte – und damit den Weltrekord des Rumänen David Popovici um sechs Hundertstel drücken konnte.

Die weiteren Schwimmer (Ji Xingjie, Zhang Zhansuo/Wang Haoyu) gaben diese Führung dann nicht mehr aus der Hand und siegten in 3:11,08 Minuten. Dahinter positionierten sich auf dem Podium die Italiener (Alessandro Miressi/Lorenzo Zazzeri/Paolo Conte Bonin/Manuel Frigo – 3:12,08 Minuten) und die US-Amerikaner (Matt King/Shaine Casas/Luke Hobson/Carson Foster -3:12,29). 

Ein interessantes Rennen boten dann die 4x100m Freistil der Damen. Während die Amerikanerinnen erst gar keine Staffel ins Rennen geschickt hatten und auch die anderen Nationen nicht in Top-Besetzung antraten, konnten die Polinnen mit Startschwimmerin Kasia Wasick lange die Führung behaupten. Dann schien auf der Schlussrunde die Australierin Shayna Jack alles klar zu machen, doch nach der Wende zu den letzten 50m kam Marrit Steenbergen ganz stark auf und zog davon, führte ihre Staffel (außerdem bestehend aus Kim Busch/Janna van Kotten/Kira Toussaint) zu Gold in 3:26,61 Minuten. Silber ging an die Damen aus Down Under (Brianna Throssel/Alexandria Perkins/Abbey Harkin/Shayna Jack – 3:36,93 Minuten) und Bronze an den Vierer aus Kanada (Rebecca Smith/Sarah Fournier/Katerine Savard/Taylor Ruck - 3:37,95 Minuten). Besonders eindrucksvoll machte Steenbergens Leistung die Tatsache, dass sie nur circa 20 Minuten zuvor bereits das Halbfinale über 200m Lagen bestritten hatte und sich dort das Finalticket für morgen sicherte.

Nach diesem furiosen Auftakt dürfen wir voller Vorfreude auf die weiteren Wettkampftage schauen. Morgen in den Vorläufen werden für Deutschland Ole Braunschweig, Rafael Miroslaw, Isabel Gose und Lukas Märtens ins Becken steigen. In den Finals starten zudem Angelina Köhler und Lucas Matzerath.

Die Zusammenfassung der heutigen Halbfinals gibt es hier: Wieder Deutscher Rekord! Köhler schwimmt als Favoritin ins WM-Finale

Links zur Schwimm-WM 2024:

Bild: Christian Gold / Mine Kasapoglu

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