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(23.07.2011) Ab morgen geht es bei den Weltmeisterschaften in Shanghai auch endlich im Schwimmbecken rund. Der DSV schickt 24 Athleten ins Rennen. Das Ziel sind sechs Medaillen aus 33 Einzelstarts und sechs Staffeln. Für Paul Biedermann und Britta Steffen geht es in China um die doppelte Titelverteidigung.


 

Je zweimal Gold, Silber und Bronze sollen die deutschen Schwimmer aus dem WM-Becken in Shanghai fischen. “Wir müssen sagen, dass diese Zielstellung sehr hoch ist”,  gibt DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow zu. Angesichts der Dichte der Weltspitze eine berechtigte Aussage. Es wird nicht leicht für die DSVler in Shanghai. Paul Biedermann strebt die Verteidigung seiner beiden WM-Titel aus dem Jahr 2009 an. Bereits morgen wird es für ihn Ernst. Über die 400m Freistil bekommt er es unter anderem mit dem Chinesen Sun Yang, dem Koreaner Tae-Hwan Park, dem Tunesier Oussama Mellouli und natürlich Frankreichs Supertalent Yannick Agnel zu tun. Noch enger ist die Spitze über die 200m Freistil. Hier kommt mehr als ein halbes Dutzend Athleten für den Titel in Frage. Für Biedermann dürfte bereits eine Medaille aus beiden Starts als Erfolg angesehen werden und schon der Finaleinzug ist keine Selbstverständlichkeit. “Auch Leute wie Paul oder Michael Phelps können nicht mehr großartig locker schwimmen. In Semifinalläufen müssen alle volle Pulle gehen”, erklärte auch Bundestrainer Dirk Lange.

Podium das Ziel für Britta Steffen

Ähnlich sieht es für Britta Steffen aus. Die Olympiasiegerin wird es angesichts der starken Konkurrenz aus den Niederlanden schwer haben, ihre Titel über die Sprintstrecken zu verteidigen. Alles andere als zwei Oranje-Siege dürften eine kleine Überraschung sein, angesichts von Athletinnen wie Therese Alshammar aus Schweden, US-Star Jessica Hardy, der Britin Fran Hallsal oder der erst 15-jährigen Australierin Yolane Kukla jedoch durchaus nicht unmöglich. Das Ziel für Steffen sollte das Podium sein. “Natürlich hätte ich über 100 und 50 Meter Kraul gerne wieder eine Medaille”, erklärt die Berlinerin im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und fügt mit Blick auf die Zielvorgabe hinzu: “Wer vorher rechnet, rechnet zweimal. Es gibt so viele andere, die ihren Teil zum Erfolg beitragen können.”

 

Auch DSV-Staffeln mit Medaillenchancen

Für Überraschungen könnten die deutschen Staffeln sorgen. International wird das DSV-Team hier so gut wie nie genannt, wenn es um die Medaillenvergabe geht. “Es wäre eine große Leistung für uns, wenn wir zwei der sechs Staffeln in die Medaillen reinbringen könnten”, so Dirk Lange. Bei den Damen könnte es mit etwas Glück beim von Britta Steffen angeführten Quartett über die 4x100m Freistil klappen. Die Chancen gerade bei den Herren stehen insgesamt nicht schlecht. Über die 4x200m Freistil liegt trotz der Konkurrenz aus den USA, China, Russland, Australien oder auch Frankreich eine Medaille im Bereich des möglichen. Für das Team über die 4x100m Freistil dürfte dies schwerer werden. Paul Biedermann wäre hier sicher eine hilfreiche Unterstützung gewesen, doch der Hallenser erteilte der Staffel eine Absage. Spannend dürfte es über die 4x100m Lagen der Herren werden. Hier kommen mit den USA, Australien, China, Frankreich, Russland, Japan und natürlich auch Deutschland eine ganze Reihe an Nationen für die Medaillen in Frage. Eine gute Chance  - durchaus auch auf den Titel – dürfte zudem das Team aus Brasilien haben, welches nach dem CAS-Urteil auch auf Sprintstar Cesar Cielo bauen kann.

Straffreier Cielo schmälert Steffens und di Carlis Chancen

Der Olympiasieger bleibt trotz eines positiven Dopingtests ungesperrt und darf bei der WM starten. Dadurch dürften  sich auch die Medaillenchancen von Marco di Carli schmälern, welcher nach wie vor die Weltrangliste über die 100m Freistil anführt. Er wird es nicht einfach haben angesichts von Konkurrenten wie Ex-Weltmeister Brent Hayden, den französischen Sprintstars oder auch den eher unbekannten aber nicht zu vergessenden Nathan Adrian aus den USA und James Magnusson aus Australien. “Wenn ich Bestzeit schwimme und 60. werde, kann ich mich für mich freuen,” so di Carli. Auch Steffen Deiblers Chancen schmälern sich durch den Start von Cielo, der auch über die 50m Schmetterling zu den Favoriten zählt. Doch über die Sprintdistanz kommt es auf jede Kleinigkeit an, daher ist hier alles möglich. Titelchancen haben auch die beiden Australier Matt Targett und Goeff Huegill, Europameister Rafael Munoz aus Spanien, der Südafrikaner Roland Schoeman oder möglicherweise auch der junge Ukrainer Andriy Govorov.

Überraschungen durchaus möglich

Chancen auf eine WM-Medaille hat auch Hendrik Feldwehr über die 50m Brust. Doch hier gilt das gleiche wir für Deibler: Alles kann passieren. Auch Helge Meeuw ist als Vize-Weltmeister über die 100m Rücken dazu in der Lage bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitzureden. Sollte Christian vom Lehn in der Lage dazu sein die Zeit von den deutschen Meisterschaften zu bestätigen oder gar zu steigern, könnte er über die 200m Brust für eine Überraschung sorgen. Ähnlich sieht es bei Markus Deibler über die 200m Lagen aus. Die Damen dürften es abgesehen von Britta Steffen schwerer haben, aufs Podest zu schwimmen. Hier sollte man Dorothea Brandt  und auch Vize-Europameisterin Silke Lippok nicht vergessen.

Morgen gehen mit Paul Biedermann und den beiden 4x100m Freistilstaffeln bereits drei Medaillenkandidaten an den Start. Insgesamt dürfte viel davon abhängen, dass die deutsche Mannschaft einen guten Start in die Titelkämpfe erwischt.

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