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(18.09.2018) Überraschendes Comeback in Frankreich: Der einstige WM-Medaillengewinner und Olympiasieger Amaury Leveaux hat seine Rückkehr ins Schwimmbecken angekündigt. 

"Ich habe mir gesagt, dass auf den 50m noch etwas zu holen ist. Ich mag Herausforderungen. Mein Ziel ist Olympiagold in Tokio", erklärte der 32-Jährige selbstbewusst in der Tageszeitung Le Parisien. "Ich komme zurück, weil ich gern schwimme. Ich habe nicht das Gefühl, schon am Ende zu sein. Es gibt da noch eine Leere, die ich füllen muss."

Zunächst wolle sich Leveaux für die Schwimm-Weltmeisterschaften 2019 qualifizieren. "Unter 22 zu schwimmen dürfte dafür reichen", so seine Einschätzung. In Frankreich gäbe es seiner Ansicht nach aktuell recht wenig Konkurrenz über diese Strecke, über die er 2008 Vize-Olympiasieger wurde.

Das klingt erstmal erstaunlich, bedenkt man, dass Frankreich mit Florent Manaudou immerhin den Olympiasieger von 2012 und Olympia-Zweiten von 2016 über die 50m  Strecke stellt. Seit Rio widmet sich Manaudou allerdings lieber dem Handballsport und es ist unklar, wann er wieder ins Wettkampfbecken springt. Bei den französischen Meisterschaften ging der Titel über die 50m Freistil in diesem Jahr bei 22,13 Sekunden weg.

Also sieht Leveaux, der über die 100m Freistil in 44,94 Sekunden noch immer den Kurzbahn-Weltrekord hält, nun seine Chance auf ein glänzendes Comeback. Dazu wird er in den kommenden beiden Jahren bei US-Coach Dave Salo trainieren. Dabei begleitet ihn ein Kamerateam, um die Entwicklung im Bild festzuhalten. Auch einen Sponsor hat der Sprinter wohl bereits an der Angel.

In Frankreich hatte sich Leveaux nach seinem Rücktritt im Jahr 2013 nicht nur Freunde gemacht. Damals brachte er eine Autobiografie heraus, in der er den Konsum von Kokain zugab und auch erklärte, namentlich nicht genannte Teamkollegen hätten dabei gern zugegriffen. Zudem warf er den Starschwimmern aus Marseille um Florent Manaudou und Fred Bousquet vor, arrogante Angeber zu sein.