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(01.05.2018) Olympia - das ist nicht nur der sportliche Höhepunkt, auf den tausende Athleten jahrelang hinarbeiten. Das Mega-Event wird mittlerweile auch fast schon traditionell begleitet von Diskussionen um Budgets, Kosten und Steuergelder. Auch die Olympischen Spiele 2024 in Paris machen da keine Ausnahme.

Und dies, obwohl sie vom Internationalen Olympischen Komitee vor allem deswegen hoch gelobt worden, weil kaum eine Sportstätte neu gebaut werden muss, sondern das meiste bereits vorhanden ist. Einzige große Ausnahme: Das Schwimmstadion für die Olympischen Spiele 2024.

Laut der ursprünglichen Bewerbung ist eine neue Arena mit 15.000 Sitzplätzen, zwei 50m-Becken sowie zwei Sprunganlagen angedacht. In Saint-Denis im Norden Paris soll die Anlage direkt neben dem als Olympiastadion dienenden Stade de France errichtet und mit einer Fußgängebrücke mit diesem verbunden werden.

Ein Budget von rund 130 Millionen Euro wurde vom Organisationskomitee (OK) dafür veranschlagt. Das Problem: Die Finanzaufsicht schätzte nun in einem kürzlich veröffentlichen Bericht, dass sich diese Kosten verdreifachen könnten. Außerdem sollen die Betriebskosten, die nach den Spielen für den Weiterbetrieb anfallen, für ein jährliches Minus in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro sorgen.

Der Gegenvorschlag um Kosten zu sparen: Ähnlich wie in Rio wird nun eine temporäre Schwimmanlage für die Olympischen Spiele 2024 ins Spiel gebracht. Diese könnte nach den Wettbewerben zurückgebaut werden und würde so keine Folgekosten verursachen. Allerdings geben die Finanzbehörden in ihrem Bericht selbst zu, dass dies die "schlechtere Lösung" sei, da sie kein olympisches Erbe hinterlassen und die Entwicklungschancen des französischen Schwimmverbandes verringern würde.

Auch das Organisationskomitee hat sich mittlerweile vehement gegen einen temporären Pool ausgesprochen. "Es wird einigen Anpassungen geben, aber wir werden an unserem ursprünglichen Plan festhalten: Das Schwimmstadion wird ein starkes Erbe in Saint-Denis werden", erklärt Tony Estanguet, eines der OK-Mitglieder in dieser Woche gegenüber der Sportzeitung L’Équipe. Wie die möglichen steigenden Kosten im Zusammenhang mit dem Stadion konkret abgefangen werden sollen, wurde noch nicht dargestellt. "Im Juni werden Sie mehr erfahren, doch es wird auch nach den Spielen einen 50m-Pool und eine Sprunganlage geben, denn dies ist wichtig für unsere Sportentwicklung", so Estanguet.