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Es sind diese bitteren Momente im Sportlerleben: Da hat man endlich die erhoffte Bestzeit geknackt oder den ersehnten Medaillenplatz erreicht - und auf der Anzeigetafel blinkt gnadenlos "DSQ" - disqualifiziert. Ein Blick ins Regelwerk kann vor solchen Gefühlsachterbahnen schützen. Wir haben euch mal die jeweils größten Disqualifikationsfallen der einzelnen Schwimmarten zusammengestellt. 

1. Disqualifikation beim Schmetterlingsschwimmen

Vor allem junge Sportler trifft das immer wieder: Irgendwann geht beim Schmetterlingsschwimmen die Kraft aus und die Arme wollen einfach nicht mehr nach vorn kommen. Was man in dieser Situation auf keinen Fall machen sollte: Die Arme unter Wasser nach vorn bringen. Dies ist beim Schmetterlingsschwimmen klar verboten. "Beide Arme müssen nach vorn gleichzeitig über Wasser und nach hinten gleichzeitig unter Wasser bewegt werden", heißt es dazu in den Regeln. Also: Zähne zusammenbeißen und die Arme über Wasser nach vorn schleifen.

2. Disqualifikation beim Rückenschwimmen

Seit einigen Jahren kommt bei größeren Wettkämpfen die sogenannte Rückenstarthilfe zum Einsatz. Ausgehend von einer oben auf dem Block angebrachten Halterung führen links und rechts zwei Gurte ins Becken. An deren Ende befestigt befindet sich an der Startwand auf Höhe der Wasseroberfläche eine schmale, etwa 80cm breite Leiste. Darauf werden die Füße platziert, um zu verhindern, dass die Athleten beim Rückenstart abrutschen. Doch wichtig ist es, hierbei die Regeln zu kennen: Der Sportler darf nicht ausschließlich auf der Querleiste der Rückenstarthilfe „stehen“. Ein Teil des Fußes, die Zehen zum Beispiel, muss zwingend auch die Wand bzw. Anschlagmatte berühren. Ansonsten droht eine Disqualifikation. Vor allem jungen Athleten, die zum ersten Mal bei einer Meisterschaft sind, wird dieses Detail immer wieder zum Verhängnis.

3. Disqualifikation beim Brustschwimmen

Eines der wohl leidigsten Themen für Brustschwimmer: Der Delphinkick während der Unterwasserphasen bei Starts und Wenden. Lange Zeit war er verboten und sorgte auch bei internationalen Top-Events immer wieder für Diskussionen. Dann wurde er erlaubt, doch es stellte sich direkt das nächste Problem: Zu welchem Zeitpunkt darf man ihn machen? Mittlerweile ersparen sich die Kampfrichter hier große Debatten: Es ist egal, wann genau der Delphinkick erfolgt, solange es vor Beginn des ersten Brust-Beinschlages ist. Die Betonung liegt dabei auf "der" Delphinkick - Einzahl! Mehrere Kicks sind nach wie vor nicht erlaubt und führen zur Disqualifikation. Immerhin: Die 15m-Tauchbegrenzung wie bei den anderen Schwimmarten gibt es beim Brustschwimmen nicht. Um das aber tatsächlich ausnutzen zu können, muss man wirklich starke Tauchphasen haben, wie es zum Beispiel Marco Koch immer wieder demonstriert. 

4. Disqualifikation beim Freistilschwimmen

Freistil kann man ja eigentlich schwimmen, wie einem lieb ist - heißt ja "Frei"-stil. Falsch gedacht: Eine echte Disqualifikationsfalle beim Freistilschwimmen lauert beim Anschlag. Laut den Regeln darf der Körper nur nach dem Start und bei bzw. nach der Wende komplett untergetaucht sein. Bei allen weiteren Teilen des Rennens muss mindestens ein Körperteil über Wasser sein. Dies gilt bis zum Ziel. Das heißt also auch, wenn man sich beim Rennende der Wand entgegenstreckt und dabei vor dem Anschlag komplett abgetaucht ist, hat man einen Regelverstoß begangen. Wenn die Kampfrichter das ahnden heißt es: Disqualifikation!

5. Disqualifikation beim Lagenschwimmen

Freistil ist bekanntlich die letzte Teilstrecke beim Lagenschwimmen, doch im Vergleich zu den Einzelwettbewerben gibt es hier etwas mehr zu beachten. So darf zum Beispiel kein Brust, Schmetterling oder Rücken geschwommen werden. Vor allem letzteres sorgte in der jüngsten Vergangenheit für viele Diskussionen. Spitzenschwimmer wie Ryan Lochte und Katinka Hosszu stießen sich bei Lagen nach den Freistilwenden in Rückenlage ab und schwammen so unter Wasser bis zum Auftauchen. Doch das ist nicht erlaubt. Selbst der Weltverband FINA sah sich genötigt, dass noch einmal klarzustellen: Wer auf der Freistilstrecke bei Lagen, egal zu welchem Zeitpunkt, in Rückenlage schwimmt, wird disqualifiziert. Auch der Wechsel von Rücken zu Brust sorgt immer wieder für Disqualifikationen, weil sich die Athleten zu früh in Bauchlage drehen und nicht wie vorgeschrieben in Rückenlage anschlagen.