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Die swimsportnews-Berichterstattung zur Schwimm-WM 2017 wird präsentiert von Speedo

(30.07.2017) Zum Abschluss der Schwimm-Weltmeisterschaften 2017 hat Chef-Bundestrainer Henning Lambertz seine sportliche Bilanz der Wettbewerbe in Budapest gezogen. "Es macht trotz vieler Stellen, die vielleicht nicht ganz optimal gelaufen sind, Mut für die Zukunft", erklärte Lambertz vor Beginn des letzten WM-Finalabschnitts, der ohne deutsche Beteiligung stattfinden wird.

"Wir haben junge Schwimmerinnen und Schwimmer dabei gehabt, wie Florian Wellbrock oder Celine Rieder und Aliena Schmidtke, die sich ganz fantastisch präsentiert haben." Die Magdeburger Wellbrock (800m Freistil) und Schmidtke (50m Schmetterling) hatten es in Budapest in die Finals geschafft. Auf dem Weg dorthin verbesserte Schmidtke zweimal den Deutschen Rekord. Die 16-jährige Celine Rieder belegte bei ihrem WM-Debüt den elften Platz über die 800m Freistil und Rang zwölf über die 1500m-Strecke.

"Das ist erstmal positiv zu bewerten", so Lambertz. "Und ganz besonders hell strahlt natürlich die Franzi mit ihrer Silbermedaille." Franziska Hentke, ebenfalls vom SC Magdeburg, hatte mit Platz zwei über die 200m Schmetterling für den einzigen Podestplatz der deutschen Schwimmer gesorgt.

Die weiteren Top-Asse, darunter Weltmeister Marco Koch, konnten nicht stechen. "Einige der Etablierten hatten ein paar Probleme hier, teilweise auch wegen der vernünftigen und logischen Umstellungen ihres Trainings nach den Olympischen Spielen", meint Lambertz, der trotzdem mehr von Koch erwartet hätte. Nach der Umstellung des Krafttraining sei hier damit zu rechnen gewesen, dass er noch einige Probleme hat. "Aber er hatte jetzt noch einmal fünf Wochen Zeit sich zu erholen, da haben wir alle - ich, Marco, sein Heimtrainer - gehofft, dass es hier noch einmal zu einer Zeitverbesserung kommt."

Koch hatte bei den Deutschen Meisterschaften in 2:08,69 Minuten den Titel geholt, war aber in Budapest im Halbfinale in 2:09,61 Minuten auf Platz elf ausgeschieden. Insgesamt sieht Lambertz noch Verbesserungsbedarf bei der Konstanz der Athleten. "Da, wo wir alle unsere Hausaufgaben noch besser machen müssen, ist bei der der Wiederholbarkeit unserer Leistungen", so der Bundestrainer. Durch den kurzen Zeitraum von nur fünf Wochen zwischen Deutschen Meisterschaften und Weltmeisterschaften hatten die Athleten kaum Chancen für einen erneuten Leistungsaufbau, sondern mussten ihr Niveau zu den Weltmeisterschaften hinretten. Im kommenden Jahr wird es einen neuen Qualifikationsmodus geben, dies ist von der sportlichen Führung des DSV bereits fest eingeplant.

Budapest war der zwar nur der erste wichtige Zwischenstopp auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020. Mit Weltrekorden am Fließband ließen es die Spitzenschwimmer aber schon richtig krachen. Da wird es schwer für die deutschen Schwimmer dranzubleiben. "So richtig rangerückt sind wir hier jetzt noch nicht", meint auch Lambertz. "Der Abstand ist im Moment noch so, wie er zuvor auch war. Aber es ist ganz normal und logisch, dass wir, wenn wir erkennen, wo unsere Baustellen liegen, diese aufarbeiten müssen. Und das geht nunmal nicht innerhalb von vier oder fünf Monaten", so Lambertz. "Deshalb sind wir nach wie vor überzeugt, die richtigen Wege zu gehen und die richtigen Schritte zu machen."