Medisports Network

(08.09.2016) Der einstige Nationalschwimmer Klaus Katzur ist am vergangenen Sonntag im Alter von 73 Jahren aus dem Leben geschieden. Katzur startete 1964, 1968 und 1972 bei Olympischen Spielen, den Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn durfte er in München feiern:

Bei den Spielen 1972 holte er an der Seite von Roland Matthes, Hartmut Flöckner und Lutz Unger die Olympia-Silbermedaille mit der DDR-Lagenstaffel. Bei Europameisterschaften stand der Spezialist für die 100 und 200m Brust zudem zweimal ganz oben auf dem Podium.

Bis ins hohe Alter blieb Katzur dem Schwimmsport treu. Nach seiner aktiven Zeit wechselte er an den Beckenrand und trainierte Schwimmer in Würzburg, Chemnitz und Riesa. Letzerenorts schlief er nun friedlich für immer ein.

.

In eigener Sache:

Es fiel nicht leicht, diese bewusst nüchterne Meldung zu tippen. Klaus Katzur war nicht irgendein Ex-Sportler oder Coach, er war mein Trainer, er war unser Trainer. Wir, seine ehemaligen Sportler des SC Riesa, nehmen mit großer Trauer Abschied von unserem langjährigen Gefährten, der uns durch eine prägende Zeit des Lebens begleitet hat.

Keiner wird die tägliche Routine vergessen, wenn er vor Beginn des Trainings mit Kreide das Programm an die wackelige Rolltafel schrieb, und sich seine neusten Testserien bis in die Umkleide herumsprachen, wo wir uns immer wieder aufs Neue entschieden, ob wir uns das tatsächlich antun wollen. Ideen hatte er. Heute wird mit Zugsbändern- oder Widerstandsfallschirmen trainiert. Wir bekamen ein Seil, an dessen Ende ein Plastikeimer befestigt war, um die Hüfte geschnallt.

Ob Tag ein, Tag aus im Training oder bei den etlichen Wettkampf- und Trainingslagerreisen: Er kümmerte sich nicht nur um die sportlichen Probleme seiner Athleten, sondern hatte auch ein offenes Ohr für deren Fragen rund um das Leben außerhalb des Beckens und so manchen guten Rat parat. Seine Geschichten von Mexiko, München und der Welt sind jedem von uns noch im Ohr. Auch wenn all das mittlerweile Jahre her ist, den Kontakt zu uns ließ er nie ganz abreißen. Jeder einzelnen Sportler der Gruppe bekam Jahr für Jahr zum Geburtstag einen Anruf von „Katze“, der mit Sicherheit nicht frei von Fehlern und Fehltritten war, bei uns aber immer einen Platz im Herzen haben wird. Unser tiefstes Beileid gilt seiner Familie und seinen Angehörigen und wir hoffen, dass er im Wasser, mit dem er sein Leben lang so tief verbunden war, auch seine letzte Ruhe finden möge.