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(03.07.2012) Zum Abschluss der US-Trials in Omaha nahm eine der erfolgreichsten Schwimmerinnen der USA Abschied vom Schwimmsport. Dara Torres verpasste über ihre Paradestrecke 50m Freistil die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London und beendete daraufhin im Alter von 45 Jahren ihre Karriere.

 

Hachdünne neun Hundertstelsekunden trennten Dara Torres im Finale über die 50m Freistil vom Ticket für London und der Teilnahme an ihren sechsten Olympischen Spielen. In 24,82 Sekunden kam die vierfache Olympiasiegerin auf den vierten Platz und musste ihren Team-Kolleginnen Jessica Hardy (24,50) und Kara Lynn Joyce (24,73) die Olympia-Startplätze über ihre Lieblingsstrecke  überlassen. Direkt nach dem Wettkampf verkündete Torres, dass dies das letzte Rennen ihrer Karriere gewesen sein. “Das ist wirklich das Ende, das war’s”, so Torres, die bereits vor 28 Jahren bei den Spielen 1984 in Los Angeles zum ersten Mal im Olympiateam der US-Amerikaner stand.

Torres feuert US-Team aus der Ferne an

Bei den Spielen in Peking hatte sie im stolzen Alter von 41 Jahren noch einmal drei Silbermedaillen holen können und damit ihren letzten großen internationalen Erfolg gefeiert. Über die 50m Freistil konnte Torres nur von DSV-Star Britta Steffen geschlagen werden. Nach den Weltmeisterschaften 2009, bei denen sie nicht über die Vorläufe hinauskam, hatte sie mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen und musste so zum Beispiel auf die WM in Shanhgai im vergangenen Jahr verzichten. Stattdessen nutzte die 12-fach mit Olympiamedaillen dekorierte Ausnahmeathletin die Zeit, um sich auf die Qualifikation für London vorzubereiten. Statt der Teilnahme an ihren sechsten Olympischen Spielen hat Torres nun jedoch einen entspannten Sommer im heimischen Garten vor sich: “Ich werde etwas Zeit mit meiner Tochter genießen, einen netten Sommer haben und das US-Team aus der Ferne bejubeln.”

Olympia-Neuling Hardy macht Britta Steffen Konkurrenz

Die Konkurrenz für Britta Steffen ist damit jedoch keinesfalls geschrumpft. Die Siegerin des Finals in Omaha, Jessica Hardy, liegt mit ihrer Zeit von 24,50 Sekunden auf dem siebten Platz der Weltrangliste. Die 25-Jährige, die aufgrund einer Dopingsperre die Spiele in Peking 2008 verpasste, konnte sich erstmals für Olympia qualifizieren. Angst muss Steffen jedoch nicht haben. Die Berlinerin konnte mit ihrer bei der EM in Debrecen gezeigten Leistung von 24,37 Sekunden bereits unter Beweis stellen, dass sie in London um die Medaillen, wenn nicht sogar um den Sieg mitschwimmen kann.

Ausdauerspezialisten glänzen zum Abschluss

Die US-Trials boten Spitzenleistungen bis zum letzten Finale. Neben dem Freistilsprinterinnen mussten am abschließenden Wettkampftag die Ausdauerspezialisten unter den Herren ran. Über die 1500m Freistil konnten Andrew Gemmell (14:52,19 Minuten) und Connor Jaeger (14:52,51) mit starken Zeiten glänzen. In der Weltrangliste liegen die beiden Olympia-Debütanten damit auf den Plätzen vier und fünf. Einen zusammenfassenden Blick auf die US-Trials wird es in den kommenden Tagen auf swimsportnews geben.