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(31.07.2009) Man hatte es eigentlich erwartet und doch ist die Freude imens: Gold für Britta Steffen über die 100 Meter Freistil. Nicht den Hauch einer Chance ließ sie ihren Konkurrentinnen. Die deutsche 4×200 Freistil-Staffel erreichte am Ende des Abends einen starken fünften Rang. Im Medaillenspiegel klettern die DSV-Schwimmer auf Rang Zwei. (Siehe unten)

 

Keine Sekunde lang während dieser Weltmeisterschaft hatte Britta Steffen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie Gold über die 100 Meter Freistil holen würde. Das Finale lief dann quasi wie für sie gemacht. Mit Tuchfühlung zur führenden Lisbeth Trickett ging sie in die Wende, der Turbo kam dann wie immer auf den letzten 25 Metern. Eine gute Körperlänge nahm sie hier dem Feld ab auf dem Weg zu einer Zeit von 52,07 Sekunden, Weltrekord versteht sich. “Ich habe alles zusammen, was man sich wünschen kann”, sagte die Olympiasiegerin sowie Deutsche-, Europa- und nun auch Weltmeisterin nach dem Rennen. Mitfavoritin Lisbeth Trickett ließ sich am Ende sogar noch der Britin Fran Halsall abfangen.

Bestes 4×200 Freistil-Ergebnis seit 2003

Der zweite Höhepunkt des Abend kam am Ende des Abschnittes mit den 4×200 Metern Freistil der Herren. Bereits zum zweiten Mal kam es hier zum Duell Biedermann gegen Phelps. Auch hier dominierte der neue Weltmeister und war mehr als anderthalb Sekunden schneller als der Rekord-Olympiasieger. Die deutschen Vier hielten sich lange auf einem Medaillenrang, doch auch Clemens Rapp, der als Schlussschwimmer starke fliegende 1:45,42 schwamm, konnte nicht verhindern, dass die Staffel auf den fünten Rang zurückfiel. Angesichts der Konkurrenz durchaus ein Erfolg zumal der bereits im Vorlauf aufgestellte neue Deutsche Rekord noch ein Mal unterboten wurde.  In 7:03,19 Minuten war die Staffel, zu der außerdem noch Yannick Lebherz und Felix Wolf zählten, mehr als 10 Sekunden schneller, als die alte Bestmarke vor der WM. Damit erreichte die Staffel außerdem die beste WM-Platzierung der deutschen 4×200 Freistil-Herren seit der Bronzemedaille 2003. Steffen Deibler konnte in der Staffel nicht starten wegen einer Verletzung. Über die 50 Meter Freistil war er am Vormittag in 22,07 Sekunden noch knapp am Halbfinaleinzug gescheitert.

Deutschland nun auf Rang Zwei im Medaillenspiegel

Daniela Samulski kam im Halbfinale über die 50 Schmetterling in 26,33 Sekunden trotz Deutschen Rekordes nur auf den 16 Platz. Zwei Bahnen neben Michael Phelps schwamm sich Benjamin Starke im Halbfinale über die 100 Meter Schmetterling in 51,33 Sekunden auf Rang Zehn und kam ebenfalls nicht weiter.
Über die 200 Meter Rücken sicherte sich der Topfavorit Aaron Peirsol in 1:51,92 Minuten (Weltrekord) Gold gefolgt vom Japaner Ryosuke Irie und dem Sieger der 200 Meter Lagen, Ryan Lochte.
Auch auf den langen Bruststrecken fielen heute die Entscheidungen. Bei den Damen siegte über die 200 Meter überraschend die Serbin Nadja Higl vor Mirna Jukic aus Österreich und der Kanadierin Annamay Pierce. Rebecca Soni, die 175 Meter lang souverän führte, brach am Ende total ein und wurde Vierte. Bei den Männern vergab Eric Shanteau aus den USA beim Anschlag den Titel und war eine Hundertstel langsamer als der siegreiche Ungar Daniel Gyurta. Dritter wurden zeitgleich der Australier Christian Sprenger und Gledrius Titenis aus Litauen. 

Dank der Goldmedaille von Britta Steffen ziehen die Deutschen Schwimmer im Medaillenspiegel nun an Australien, Italien und China vorbei auf Rang Zwei:

    Gold Silber Bronze Ges.
1 USA 7 5 5 17
2 Deutschland 3 3 0 6
3 China 3 1 3 7
4 Italien 3 0 0 3
5 Australien 2 3 5 10
6 Serbien 2 0 0 2
7 Großbritannien 1 2 2 5
8 Ungarn 1 1 2 4
9 Japan 1 1 1 3
10 Brasilien 1 1 0 2
11 Südafrika 1 0 1 2
12 Niederlande 1 0 0 1
13 Schweden 1 0 0 1
14 Russland 0 4 1 5
15 Frankreich 0 2 2 4
16 Tunesien 0 2 0 2
17 Österreich 0 1 0 1
  Dänemark 0 1 0 1
  Polen 0 1 0 1
20 Spanien 0 0 2 2
  Kanada 0 0 2 2
22 Rumänien 0 0 1 1
  Litauen 0 0 1 1