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(22.11.2022) Zwei Deutsche Kurzbahn-Meisterschaften, zwei Wettkampforte, zehn Starts: Für Paralympics-Sieger Taliso Engel hat sich der große Aufwand am Wochenende mehr als gelohnt. Der 20 Jahre junge Welt- und Europameister schwamm zu drei Weltrekordzeiten, verbesserte einen weiteren deutschen Rekord und wurde vier Mal Deutscher Kurzbahnmeister im Para Schwimmen. In Top-Form präsentierte sich auch Verena Schott mit stolzen fünf Weltrekorden.

„Das war sehr erfolgreich, würde ich sagen“, meinte Taliso Engel am Sonntagabend, als er sich um 19 Uhr aus dem Bett aus der Nürnberger Heimat meldet: „Ich bin super zufrieden mit meinen Leistungen, aber vier Wettkampftage machen sich bemerkbar. Daher bin ich super müde und froh, dass ich schon zuhause bin. Drei Weltrekorde und ein deutscher Rekord – ich freue mich sehr.“

Los ging das Mammut-Programm für den sehbehinderten Ausnahme-Schwimmer am Donnerstag bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal. Engel, der im Para Bereich für den TSV Bayer 04 Leverkusen und ansonsten für die SG Mittelfranken startet, durfte sich als einziger Schwimmer mit einer Behinderung mit der deutschen Schwimm-Elite messen. Mit 1:01,19 Minuten über seine Paradestrecke 100 Meter Brust landete er im Vorlauf auf dem geteilten achten Platz: „Deshalb musste ich die 100 Brust noch mal schwimmen, damit sicher ist, wer ins Finale kommt.“ Dort steigerte sich Engel auf 1:00,75 Minuten, gewann das Ausschwimmen und wurde im Finale mit einer weiteren Verbesserung um drei Zehntel starker Siebter. „Drei Mal 100 Brust mit drei Bestzeiten – das war ein starker Auftakt“, zog Engel, der sich nach seinem Abitur aktuell voll aufs Schwimmen konzentrieren kann, ein erstes Zwischenfazit.

Am Freitag konnte der 20-Jährige regenerieren „Es war ein ganz entspannter Tag“, sagt der Nürnberger, der bereits mit 16 Jahren sein internationales Debüt feierte, mit 17 Welt- und mit 18 Europameister wurde und im Altern von 19 Jahren seine junge Karriere mit Paralympics-Gold krönte. Am Samstagvormittag folgte in Wuppertal ein „nicht erwähnenswerter und nicht so toller“ Einzelstart über 50 Meter Brust, wie Engel schmunzelnd ergänzte, danach wurde er in Bestzeit mit der 4x50-Meter-Lagenstaffel der SG Mittelfranken knapp Vierter bei der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft. Anschließend fuhr Engel von Wuppertal nach Düsseldorf, um dort bei der parallel stattfindenden deutschen Kurzbahn-Meisterschaft im Para Schwimmen ins Wasser zu springen.

In 1:00,26 Minuten knackte er direkt den Weltrekord in seiner Startklasse über 100 Meter Brust. Zum Vergleich: Damit hätte er in Wuppertal im Finale sogar Platz fünf belegt und ist nah dran an der deutschen Spitze. Zu Ex-Weltmeister Marco Koch als Zweitplatziertem fehlten nur 1,36 Sekunden, zum deutschen Meister Lucas Matzerath, dem EM-Bronzemedaillengewinner über 50 Meter Brust von Rom, 1,75 Sekunden. Engel haderte dennoch: „Ich hatte mir vorgenommen, unter einer Minute zu schwimmen, das hat leider nicht geklappt. Aber vierte Bestzeit über 100 Brust in zwei Tagen, Weltrekord – dann schwimmen wir eben das nächste Mal unter einer Minute.“ Über 100 Meter Lagen gelang ihm das Kunststück in 59,13 Sekunden verbunden mit einem deutschen Rekord.

Am Sonntag ließ er es zum Abschluss erneut krachen: Über 50 Meter Freistil in 23,38 Sekunden und 200 Meter Brust in 2:18,62 Sekunden knallte er zwei weitere Weltrekorde in seiner Startklasse S13 ins Wasser. „Gerade mit Kraul hätte ich nicht gerechnet, ich bin eineinhalb Wochen nicht schnell gekrault, weil wir den Fokus voll auf Brust gelegt hatten. Deshalb habe mich echt gefreut, dass ich das hinbekommen habe. Auch mit der Zeit über 200 Meter Brust war ich sehr glücklich, das ist vier Sekunden unter meiner Bestzeit – alles in allem war das sehr erfolgreich“, resümierte Engel, für den sich die Fahrten zwischen Wuppertal und Düsseldorf gelohnt haben

In Top-Form präsentierte sich bei der DKM im Para Schwimmen in Düsseldorf auch Verena Schott. Die 33-Jährige vom BPRSV Cottbus war so schnell unterwegs, dass sie gleich über fünf Weltrekorde jubeln durfte. Über 100 Meter Schmetterling, 200 Meter Rücken, 200 Meter Freistil sowie 100 und 200 Meter Lagen sorgte Schott für weltweite Bestzeiten auf der Kurzbahn. „Ich bin rundum glücklich! Die Zeiten waren mega und ich bin total zufrieden damit. Ich war sehr motiviert für den Wettkampf und hätte gar nicht damit gerechnet, solche Zeiten zu schwimmen. Es war ein super Wochenende“, freute sich Schott, die bei den Paralympics in Tokio vor gut einem Jahr drei Bronzemedaillen gewann.

Oben drauf gelang zudem Tobias Pollap über die 100m Schmetterling eine Weltrekordleistung. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2023 in Manchester und den Paralympics 2024 in Paris haben Deutschlands Para-Asse damit einige Ausrufezeichen gesetzt.

Text: DBS / Bild: Florian Schwarzbach / DBS

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