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(21.11.2022 | Bild groß: Toby Horn) Die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Masters! Nach langem Hin und Her beschlossen wir, drei junge Mastersschwimmerinnen aus München, uns trotz des sehr weiten Anfahrtswegs dieses Event nicht entgehen zu lassen. Und so verbrachten wir in den zurückliegenden Tagen fast 19 Stunden in Bus und Bahn, um für nicht einmal 10 Minuten Wettkampfzeit knappe 1600km hinter uns zu bringen. Nach einem intensiven Wochenende steht für uns fest: Die Anfahrt für die DKMM 2022, die in einer wie vom Veranstalter angekündigt und wie sich bestätigte, schönsten und schnellsten Schwimmhallen Europas stattfanden, hat sich gelohnt!

Bereits mit der Bekanntgabe des Meldeergebnisses wurde klar, dass dieses Jahr ein sehr schnelles Feld an den Start gehen würde. Besonders unsere Altersklassen 20 und 25 waren zahlreich vertreten und machten einen Großteil der Teilnehmenden aus. Einige von ihnen hätten auch bei den zeitgleich stattfindenden offenen Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal starten können. Doch wer selbst schon einmal bei einem Masterswettkampf dabei war, kann nachvollziehen, warum die DKM Masters von so manchem den offenen DKM vorgezogen wurden.

Nicht nur, dass man auf viele bekannte Gesichter stößt, auch die Stimmung in der Halle ist unschlagbar. Teams wie Bamberg oder Hannover sorgten durchgehende für einen anfeuernden Lärmpegel und als die 4x50m Lagenstaffel des AMTV-FTV Hamburg um den mehrfachen Rekordhalter und ältesten Teilnehmer Curt Zeiss (AK 90) ihre letzten 50m Kraul unter lautem Jubel und Geklatsche ganz alleine im Becken bewältigten, konnte bei so einigen im Publikum nein feuchtes Auge oder zumindest Gänsehaut entdeckt werden.

Auch aus sportlicher Sicht waren die DKM Masters in Rostock ein voller Erfolg. Wieder einmal nahm die Rekordflut kaum ab und es konnten 24 deutsche Mastersrekorde sowie drei deutsche Staffelrekorde bestaunt werden. Dazu schwamm Bernd Horstmann von Waspo Nordhorn in der AK 80 über die 100m Rücken in 1:26,12 Minuten zu einem neuen Europarekord. Besonders bemerkenswert war Nicole Heidemanns Weltrekord über die 50m Brust in der AK 40. Nach ihrem Start brauchte es nur ihren unfassbar schnellen Tauchzug und schon hatte sie die ersten 15m der Strecke überwunden. Nach weiteren fünf Armzüge erreichte sie bereits die Wende und verbrachte abermals 10m unter Wasser. In 31,81 Sekunden erreichte sie das Ziel und wurde von tosendem und bewunderndem Applaus empfangen. Ihrer Konkurrenz hatte sie dabei keine Chance gelassen und auch so manche Schmett-, Rücken oder Kraulzeiten wurden neidisch überdacht. 

Wieder mit dabei war auch Frank Gruner vom SCW Eschborn, der in der Vergangenheit bereits mehrfach für Aufsehen gesorgt hatte und in der AK 50 bei sieben Starts sechs deutsche Rekorde schwamm. Diesmal ohne neuen Deutschen Rekord, aber dafür mit vier von vier Goldmedaillen fiel Dagmar Freese vom SGS Hannover ins Auge, die vor allem über die Bruststrecken dominierte. Besonders beeindruckend war auch Horst Lehmanns 50m Schmetterling Rekord der AK 75 in 33,56 Sekunden, der damit unsere jungen Augen ganz schön groß werden ließ. Schlussendlich wurden so viele gute Leistungen erzielt, dass nicht jede einzelne davon aufgezählt werden kann, aber dennoch zu jeder gratuliert wird!

Auch eine eiskalte Herausforderung brachte die DKMM mit sich: Wer dem bei den knapp 800 Teilnehmenden mit ihren über 3000 Starts stets vollen Wettkampfbecken entgehen wollte, dem stand das 50m-Becken zu jeder Zeit zur Verfügung. Bei den dortigen fröstelnden Temperaturen nutzten dieses aber nur die härtesten Wasserratten und so manches Ausschwimmen wurde dann doch zu Gunsten der warmen Dusche ausgelassen.

Trotz dieser Kälteerfahrung beim Einschwimmen lief es auch für uns drei Münchnerinnen sehr gut. Obwohl wir uns in der AK 20 und 25 tummelten und damit viel und vor allem sehr schnelle Konkurrenz hatten, konnten wir mit 13 Bestzeiten bei 20 Starts, einem guten vierten Platz und einem neuen Vereinsrekord glücklich und erleichtert die Heimreise antreten. Nicht nur die für uns guten Ergebnisse, sondern vor allem die Leistungen der älteren Aktiven motivieren für weiteres Training. Mittlerweile konnten wir bei vier Deutsche Mastersmeisterschaften dabei sein und immer wieder begegnen uns erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer, die mit Begeisterung und Freude im Wasser sind, Rekorde brechen und Bestzeiten zerstören. Bessere Vorbilder, um dem Schwimmsport treu zu bleiben, sich fit zu halten und weiterhin positiv und freudvoll ins Training zu gehen, kann es für uns jüngere Masters nicht geben. Daher blicken wir schon voller Vorfreude auf die noch kommenden Wettkampffeste des Masterssports - egal, wie weit der Anfahrtsweg dafür auch sein mag.

 

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