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(22.10.2022) Am zweiten Tag des Weltcups in Berlin konnte das deutsche Team den Heimvorteil nutzen und drei weitere der eng umkämpften Finaltickets buchen. Auf der 50m Sprintdistanz gelang sowohl Ole Braunschweig und Marek Ulrich als auch Lucas Matzerath der Sprung unter die besten Acht. Braunschweig und Matzerath hatten bei der EM in diesem Jahr bereits bewiesen, dass sie großes Potential auf den Sprintstrecken haben. Beide hatten in Rom jeweils mit einer Bronzemedaille glänzen können und standen so erstmals bei internationalen Meisterschaften auf dem Podium.

In einem sehr engen Feld über die 50m Rücken qualifizierte sich Braunschweig (23,78) auf dem achten Rang für das Finale. Noch spannender machte es Marek Ulrich über dieselbe Strecke. Er hatte zunächst in 23,89 Sekunden nur den geteilten Platz neun belegt und wäre damit eigentlich knapp am Endlauf vorbeigeschrammt. Nachdem der vor ihm platzierte Weltrekordhalter Florent Manaudou seine Finalteilnahme abmeldete, gab es aber doch noch die Chance auf das Ticket für das Rennen der Top Acht.

Dafür musste sich der Leipziger im Ausschwimmen um den freigewordenen Finalplatz jedoch gegen den zuvor mit ihm zeitgleichen den Italiener Matteo Rivolta durchsetzen und das gelang ihm in 23,54 Sekunden mit Bravour! Somit werden mit Braunschweig und Ulrich im Finale am Abend gleich zwei Deutsche versuchen, von der Außenbahn aus die Favoriten zu ärgern. Zu diesen zählt allen voran Dylan Carter aus Trinidad und Tobago, der seine Topform erneut untermauern konnte. In 23,41 Sekunden war der 50m Freistil Sieger in den Vorläufen nicht zu schlagen und kann sich somit durchaus Hoffnungen auf seine zweiten Weltcup-Triumph machen. Die Bestzeiten von Ulrich (23,40) und Braunschweig (23,45) liegen übrigens genau in diesem Bereich - es verspricht also ein spannender Endlauf zu werden.

Noch einen weiteren Deutschen werden wir heute Abend sehen: Nachdem Lucas Matzerath gestern über die 100m Brust als Neuntplatzierter das Finalticket denkbar knapp verpasste, hatte der Frankfurter heute das Glück auf seiner Seite. Über die halbe Distanz sicherte er sich in 26,87 Sekunden die Finalbahn Acht. Auf einem undankbaren zehnten Platz verpasste Melvin Imoudu (26,99) den zweiten deutschen Doppel-Finaleinzug nur um den berühmten Wimpernschlag. In die Favoritenrolle schwamm sich der Olympiadritte über die 100m Brust Nicolo Martinenghi aus Italien.

In Berlin bereits mit Bronze dekoriert, werden wir Isabel Gose im Finale über die 200m Freistil überraschend nicht zu Gesicht bekommen. In 1:57,13 Minuten verpasste die 20-Jährigen als Zehntplatzierte das Weiterkommen um 0,6 Sekunden. Den Kampf um Edelmetall werden daher andere unter sich ausmachen. Als Gejagte wird die Australierin Madison Wilson (1:55,01) ins Wettkampfbecken von Berlin springen. Mit Siobhan Haughey aus Hongkong und der Tschechien Barbora Seemanova werden auch die Gold- und Silbermedaillengewinnerinnen der 400m Freistil erneut um den Sieg mitschwimmen.

Auch Marius Kusch durfte gestern bereits Finalluft schnuppern. Er stand im Endlauf über die 100m Schmetterling. Über seine Nebenstrecke, den 100m Freistil, fehlte Kusch heute am Ende lediglich eine Zehntelsekunde, um sich für die Runde der Top Acht zu qualifizieren. Eine Zeit von 47,63 Sekunden bedeuteten in einem hochkarätigen Starterfeld den elften Platz für den in den USA trainierenden Deutschen. Mit dem Franzosen Maxime Grousset (46,46) und Kyle Chalmers (46,96) aus Australien konnten am Vormittag zwei Athleten die Marke von 47 Sekunden unterbieten und sich in eine vielversprechende Ausgangsposition schwimmen.

Gute Aussichten auf seinen dritten Medaillenstreich hat auch der südafrikanische Youngster Matthew Sates. Über die 200m Lagen setzte sich der 19-Jährige mit einer Zeit von 1:56,00 Minuten souverän gegenüber der gesamten Konkurrenz durch. Bereits gestern konnte der Weltcup-Gesamtsieger des vergangenen Jahres eine Gold- und Silbermedaille sammeln. Dank dieser Ausbeute steht Sates nach dem ersten Wettkampftag erneut an der Spitze der Gesamtwertung.

Die Führende der Frauen, Beata Nelson, wird am Abend im Endlauf über die 100m Rücken zu sehen sein. Mit der zweitschnellsten Zeit des Feldes hat die US-Amerikanerin beste Aussichten weitere wertvolle Punkte zu sammeln. Konkurrenz bekommt sie unter anderem von der Kanadierin Ingrid Wilm, die in 56,74 Sekunden zur Vorlaufbestzeit schwamm.

Neben Lucas Matzerath, Ole Braunschweig und Marek Ulrich werden in der Finalsession noch drei weitere deutsche Athleten zu sehen sein. Sven Schwarz, Oliver Klemet und der amtierende Weltrekordhalter Florian Wellbrock gehen allesamt im schnellsten Lauf über die 1500m Freistil an den Start. Auch über die 400m Lagen der Frauen setzt sich der Endlauf aus den Schwimmerinnen mit den schnellsten Meldezeiten zusammen. Den Fans des deutschen und internationalen Schwimmsports wird am Abend also zweifellos wieder einiges geboten werden.

Die Vorlaufschnellsten im Überblick:

  • 50m Rücken (m): Dylan Carter (Trinidad und Tobago) 23,41
  • 200m Freistil (w): Madison Wilson (Australien) 1:55,01
  • 200m Lagen (m): Matthew Sates (Südafrika) 1:56,00
  • 100m Rücken (w): Ingrid Wilm (Kanada) 56,64
  • 50m Brust (m): Nicolo Martinenghi (Italien) 26,44
  • 50m Schmetterling(w): Beryl Gastaldello (Frankreich) 25,52
  • 100m Freistil (m): Maxime Grousset (Frankreich) 46,46
  • 100m Brust (w): Ruta Meilutyte (Litauen) 1:04,80
  • 200m Schmetterling (m): Noe Ponti (Schweiz) 1:52,71

Die wichtigsten Links zum Schwimm-Weltcup 2022 in Berlin:

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