Videotipp
26. Juni 2022

(26.06.2022) Am letzten Wettkampftag der Deutschen Meisterschaften wurde noch einmal in packenden Rennen um die verbliebenen elf Meistertitel geschwommen. Mit dabei waren auch einige bekannte Gesichter aus dem WM-Team, die direkt aus Budapest den Weg nach Berlin angetreten hatten.

Beeindrucken konnte vor allem jedoch Julia Mrozinski, die sich zur auf den Einzelstrecken erfolgreichsten Athletin der Wettkämpfe in Berlin kürte. Nach Gold über die 200m und 400m Freistil war die in den USA trainierende 22-Jährige auch über die 100m Freistil nicht zu schlagen. In 55,49 Sekunden schwamm Mrozinski die schnellste Zeit des Feldes und steigerte ihre Medaillenausbeute auf drei Goldplaketten. Silber ging in 55,79 Sekunden an Nele Schulze vor der Vizemeisterin über die 100m Schmetterling, Lisa Höpink (56,04).

Für Schulze war diese Silbermedaille nicht das einzige Edelmetall des Tages. Zuvor landete die Berlinerin bereits auf dem dritten Platz über die 200m Brust. In 2:29,15 Minuten verpasste sie zwar das Triple über die Bruststrecken, sicherte sich aber ihre vierte Medaille dieser Meisterschaften. In einem engen Rennen schwamm die frisch aus Budapest zurückgekehrte Anna Elendt zu Gold, dicht gefolgt von Bente Fischer (2:27,71). Die Vizeweltmeisterin über die 100m Brust war in 2:27,28 Minuten fast drei Sekunden schneller als bei ihrem Vorlaufsaus in Budapest.

Schneller als in Budapest sprintete auch Rafael Miroslaw im Finale über seine Paradestrecke 100m Freistil. In 48,57 Sekunden unterbot der deutsche Rekordhalter seine WM-Zeit um acht Hundertstel und setzte sich souverän gegenüber der Konkurrenz durch. Zum Vizetitel sprintete dahinter Timo Sorgius in 50,20 Sekunden. Das Podest komplettierte Sebastian Pierre-Louis (50,38) von der SG Frankfurt.

Am Freitag noch auf dem sechsten Platz im WM Finale, war Isabel Gose heute erneut über die 800m Freistil gefordert. Dabei ließ die junge Magdeburgerin nichts anbrennen und schwamm unangefochten zum Deutschen Meistertitel. Nach einem kräftezehrenden Programm in Budapest blieb Gose in 8:28,36 Minuten recht deutlich über ihrer Zeit von vor zwei Tagen. Gesellschaft auf dem Podium bekam die Magdeburgerin von ihrer Vereinskollegin Leonie Märtens, die sich in 8:40,36 Minuten die Silbermedaille sicherte. Über Bronze freuen durfte sich Celine Rieder (8:41,04), die ebenso wie Gose bei der EM in Rom über die 800m Freistil an den Start gehen wird.

Ein Kopf an Kopf Rennen gab es über die 400m Freistil der Männer zu sehen. Der sich in Berlin in Topform präsentierende Sven Schwarz setzte sich in 3:48,07 Minuten gegen den Olympia Vierten Henning Mühlleitner durch, der sich mit einer Zeit von 3:48,79 Minuten knapp geschlagen geben musste. Dass er in Topform nach Berlin gereist ist, hatte Schwarz bereits gestern über die 1500m Freistil bewiesen, als er mit einer Zeit von unter 15 Minuten glänzte. Bronze ging an den Deutschen Meister über die 800m Freistil Mahmoud Ahmed (3:54,53). Ahmed setzte sich im Schlusssprint gegenüber Silas Beth (3:54,61) durch. Lukas Märtens, der Vizeweltmeister aus Budapest, verfolgte das Rennen in Berlin mit der Medaille um den Hals direkt vom Beckenrand aus.

Ähnlich packend war das 50m Brust Finale der Männer. Im Vorlauf hatte sich bereits ein Zweikampf um den Sieg zwischen dem WM-Finalisten Lucas Matzerath und Melvin Imoudu angekündigt. Das Duell der Beiden entschied sich tatsächlich erst im Anschlag, mit dem besseren Ausgang für den Potsdamer Imoudu, der nach 27,22 Sekunden die Hand an der Matte hatte. Matzerath musst sich mit gerade einmal fünf Hundertsteln Rückstand mit dem Silberrang zufrieden geben. Dahinter blieb auch Philipp Brandt (27,95) unter 28 Sekunden.

Eine kleine Sensation verpasste die erst 13-jährige Alina Baievych über die 200m Schmetterling. Wäre sie zu Gold geschwommen, hätte sich die achtmalige DJM-Siegerin an ihrem Geburtstag zur jüngsten Deutschen Meisterin krönen können. Trotzdem gab es großen Grund zum Jubeln: Am Ende wurde es die Bronzemedaille für das junge Schwimmtalent aus Erlangen, die ihren Deutschen Altersklassenrekord ein weiteres Mal um mehr als eine Sekunde herunterdrückte - auf nun 2:14,27 Minuten. Zum Sieg schmetterte die deutlich erfahrenere Marie Brockhaus, die in 2:13,86 lediglich 1,3 Zehntel schneller war als Lara Seifert.

Die 200m Lagen der Männer entschied Marius Zobel für sich, dessen Paradestrecke zuletzt eigentlich die 400m Lagen waren Über diese Strecke ist der Magdeburger auch für die EM nominiert und hatte sich in Berlin den Vizemeistertitel gesichert. An Zobels Zeit von 2:02,15 Minuten kam keiner der anderen Athleten heran. Nicht viel fehlte Jeremias Pock (2:02,41), der sich auf der Freistilstrecke gegenüber Ramon Klenz (2:02,82) durchsetzte.

Auch einige Sprintstrecken standen am letzten Wettkampftag in Berlin noch auf dem Programm. Im Finale über die 50m Freistil der Männer war Artem Selim nicht zu schlagen. Der Vorlaufschnellste wurde in 22,37 Sekunden seiner Favoritenrolle gerecht. Über den Vizetitel jubeln durfte Martin Spörlein (22,69). Der dritte Platz ging dahinter, wie schon im letzten Jahr, an den Routinier Stefano Razeto, der in 22,78 Sekunden dem Dritten über die doppelte Distanz, Sebastian Pierre-Louis, eine weitere Bronzemedaille nur um drei Hundertstel vor der Nase wegschnappte.

Zu seinem ersten Gold dieser Meisterschaften sprintete Luca Nik Armbruster über die 50m Schmetterling in 23,59 Sekunden. Für Armbruster war dies bereits der zweite Podestplatz nach Bronze über die 100m Schmetterling. Über diese Strecke triumphiert hatte Tobias Schulrath, dessen Zeit von 23,75 Sekunden auf der halben Distanz zum Vizetitel reichte. In 24,29 Sekunden landete Louis Jäger auf Rang drei.

Eine zweite Goldmedaille erkämpfte sich Laura Riedemann, die über die 50m Rücken nicht zu schlagen war. In 28,75 Sekunden blieb sie als einzige Athletin unter der Marke von 29 Sekunden. Über die weiteren Medaillen durften sich Kim Krüger (29,11) und Celina Kühne (29,45) freuen.

Nach intensiven Wettkampftagen in Berlin und Budapest gilt es nun, die Kräfte für den Rest der Saison zu mobilisieren. Mit den Jugend-Europameisterschaften in Rumänien und der EM in Rom stehen für die deutsche Schwimmelite noch wichtige Höhepunkte bevor.