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(22.05.2022) Was für ein Kracher zum Abschluss der australischen Meisterschaften: Über die 400m Freistil sorgte die Olympiasiegerin Ariarne Titmus für den zweiten Weltrekord der Titelkämpfe und entthronte damit ein weiteres Mal die US-Starschwimmerin Katie Ledecky.

War Titmus im vergangenen Jahr noch mehrmals knapp an deren Marke vorbeigeschrammt, ließ sie nun vom Start weg wenig anbrennen und ging sehr forsch an. Sie absolvierte schon die erste Rennhälfte in 1:56,99 Minuten. Von ihrem imaginären Vorsprung auf Katie Ledeckys bisherigen Weltrekord konnte Titmus sechs Hundertstel retten: 3:56,40 Minuten standen am Ende auf der Anzeigetafel!

Damit nahm Titmus ihrer US-Amerikanischen Konkurrentin in den zurückliegenden drei Jahren den WM-Titel (2019), Olympiagold (2021) und nun auch den Weltrekord über die 400m Freistil ab. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Weltrekord der US-Amerikanerin von einer anderen Athletin unterboten werden konnte.

Umso beachtenswerter ist ihre Leistung deswegen, weil sich Titmus nach den Spielen im vergangenen Jahr eine ausgedehnte und wohlverdiente Auszeit gegönnt hat und erst seit einigen Monaten wieder im Becken voll angreift. Auch ihr Coach Dean Boxall legte beim Anfeuern eine seiner mittlerweile berühmten ekstatischen Leistungen hin und war vom Ergebnis merklich ergriffen. Dass Titmus stark in Form ist, stellte sie bereits vor wenigen Tagen unter Beweis, als sie schon über die 200m Freistil am Weltrekord wackelte.

Ebenfalls Weltklasse war heute die Zeit der Zweitplatzierten Lani Pallister (4:02,21), die bereits die 800m und 1500m für sich hatte entscheiden können. Während die damit einen weiteren Startplatz für die Weltmeisterschaften buchte, werden wir Ariarne Titmus voraussichtlich nicht bei den im kommenden Monat in Budapest stattfindenden Titelkämpfen sehen. Sie hatte angekündigt, auf die WM in diesem Jahr verzichten zu wollen. Mindestens einen Titel könnte sich Katie Ledecky demnächst also von ihr zurückholen.

Auch die weiteren Events zum Abschluss der Meisterschaften in Down Under sorgten für Spannung. Gleich zu Beginn des Finalabschnitts konnte die Sprinterin Shayna Jack in 24,14 Sekunden ihre neue Bestzeit aus dem Vorlauf noch einmal um neun Hundertstel steigern und damit auch den ersten Platz in der Weltrangliste erobern. Damit hat sie nach ihrer aufgehobenen Dopingsperre endgültig klargemacht, dass ihr Comeback geglückt ist. Entsprechend gelöst zeigte sie sich im Interview nach dem Rennen. Zweite wurde Meg Harris, in 24,50 Sekunden ebenfalls unter der Norm für den Sommer.

Einen erfolgreichen Abschluss der Woche konnte auch Kaylee McKeown feiern, die – eigentlich Rückenspezialisten – bei diesen Meisterschaften wieder die Lagenstrecken in Angriff nahm und nach den 400m heute auch die 200m eintüten konnte. In 2:09,15 Minuten legte sie eine international sehr konkurrenzfähige Zeit vor.

Außerdem wurde über die 100m Rücken der Herren die Norm für die Höhepunkte im Sommer erfüllt: Nach seinem Australischen Rekord über die halbe Distanz bei diesen Meisterschaften gelang dem Teenager Isaac Cooper in 54,02 Sekunden – eine Hundertstel unter der Norm – auch die direkte Qualifikation über eine olympische Strecke. Dahinter landete in 54,30 und mithin über der geforderten Zeit der ehemalige Weltmeister und Olympiamedaillengewinner Mitch Larkin, der allerdings derzeit wegen einer Schulterverletzung nicht sein volles Leistungsvermögen ausschöpfen kann.

Ein weiterer Favoritensturz gelang über die 200m Schmetterling der Damen, hier musste sich die Olympiafinalistin Brianna Throssell (2:08,71) mit Platz drei zufriedengeben. Davor platzierten sich die Youngsters Lizzy Dekkers (2:07,62) und Abbey Connor (2:08,58).

Die 50m Brust wurden von Sam Wiliamson gewonnen, der in 27,05 den Rest des Feldes um fast sechs Zehntel distanzierte. Der frischgebackene Weltrekordler über die 200m Zac Stubblety-Cook konnte auf Rang sechs immerhin auch die 28 Sekunden knapp unterbieten.

Im letzten Einzelrennen bot sich noch einmal ein kurioses Drama: Der komfortabel führende Sam Short hielt über die 1500m Freistil nach 1400m an und musste daran erinnert werden, dass noch zwei Bahnen zu schwimmen waren. Durch die hierbei entstandene Pause verpasste er die zuvor eigentlich sichere WM-Norm um weniger als eine Sekunde. Der Teamleitung steht aber dennoch frei, ihn aufgrund der gezeigten Leistungen hier dennoch zu nominieren.

Wen genau der Verband für die jeweiligen internationalen Wettkämpfe berufen wird, dürfte sich erst demnächst endgültig entscheiden. Die Australier haben sich jedenfalls mal wieder eindrucksvoll präsentiert in den vergangenen Tagen. 

Bild: Imago / AAP / Tokyo 2020

 

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