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(04.05.2021) Die Corona-Pandemie macht sich auch in den Mitgliedszahlen des Deutschen Schwimm-Verbandes bemerkbar. Rund 60.000 Mitglieder hat der DSV im Jahr 2020 verloren. 

Die Zahl der den Schwimmvereinen des DSV angehörenden Personen sank im Jahr 2020 um mehr als zehn Prozent. Mit dem Stichtag 31. Dezember sind in den DSV-Clubs nur noch 527.219 Mitglieder organisiert und damit so wenige, wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Im Vorjahr stand die Zahl der DSV-Mitglieder noch bei 586.658. Seit dem Jahr 2016 waren die Mitgliederzahlen im DSV kontinuierlich gestiegen. Diesem Aufwärtstrend hat die Corona-Pandemie nun ein Ende gesetzt.

Die in vielen Orten noch immer andauernde Schließung von Schwimmbädern im Zuge der Corona-Maßnahmen macht sich vor allem bei den Jüngsten bemerkbar: Laut DSV geht der Mitgliederschwund vor allem auf einen Einbruch der Zahlen bei den Kindern bis 14 Jahre zurück. 2020 zogen etwa 40.000 Schwimm-Kids weniger bei den DSV-Vereinen ihre Bahnen als noch im Jahr 2019.

„Die Zahlen bestätigen unsere größten Befürchtungen“, erklärte DSV-Präsident Marco Troll. „Wir können nur erneut an die Politik appellieren, die vorliegenden Zahlen ernst zu nehmen und das Kulturgut Schwimmen zu retten. Wenn Zehntausende Kinder kein Schwimmen lernen, so hat das langfristige Folgen für den Sport und die Gesellschaft.“

Angesichts der bevorstehenden Frühlings- und Sommermonate appelliert Troll zudem, die Schwimmbäder zu öffnen, sodass sich die Menschen dort unter kontrollierten Bedingungen erfrischen können.„Die Menschen drängt es verständlicherweise mit Macht nach draußen. Wenn aber alle öffentlichen oder privaten Frei-, See-, Fluss- und auch Hallenbäder geschlossen sind, werden viele in Bereiche ohne verpflichtende Wasseraufsichten ausweichen", erklärt der DSV-Präsident. "Das halte ich für eine sehr gefährliche Situation, die von den politisch Verantwortlichen dringend überdacht werden muss. Da bereits im vorigen Sommer mit entsprechenden Hygienekonzepten ein sicherer Betrieb der Freibäder möglich war, sollten zur Risikoeindämmung lieber auch in diesem Sommer solche Angebote gemacht werden.“