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(02.05.2021) Derzeit kämpfen die chinesischen Schwimmer bei den nationalen Meisterschaften in Qingdao um die Tickets zu den Olympischen Spielen. Einheimische Medien berichteten im Vorfeld, auch der umstrittene Starschwimmer Sun Yang wolle bei den Titelkämpfen antreten. In den Meldelisten des Wettkampfes fehlt der Name des 29-Jährigen jedoch.

Für Tokio ist er dennoch bereits qualifiziert. Der chinesische Verband hat in seinen Nominierungsrichtlinien festgelegt, dass die Goldmedaillengewinner der WM 2019 automatisch für die Olympischen Spiele gesetzt sind. Sun Yang hatte bei der WM in Korea die 200 und 400m Freistil gewonnen.

Ob wir Sun Yang tatsächlich in Tokio sehen werden, liegt jedoch nicht in den Händen des chinesischen Verbands. Die Entscheidung darüber trifft in etwa drei Wochen der Sportgerichtshof CAS. Hier wird zwischen dem 24. und 28. Mai erneut darüber verhandelt, ob Sun Yang aufgrund seines Verhaltens bei einer Dopingkontrolle im September 2018 gesperrt wird. 

Eigentlich war bereits im Februar 2020 gegen Sun Yang eine achtjährige Sperre verhängt worden. Dieses Urteil wurde jedoch von einem Schweizer Bundesgericht revidiert, da der damalige Vorsitzende der CAS-Verhandlung wegen rassistischer Tweets für befangen befunden wurde. Bis zu einem neuen Urteil durch den CAS ist Sun Yang nun wieder startberechtigt.

In Qingdao wird er aber wohl nicht auf dem Startblock stehen. In Abwesenheit Sun Yangs gelang es keinem seiner Nationalteamkollegen sich über die 400m Freistil für Olympia zu empfehlen. Der Sieg über diese Strecke ging an Zhang Ziyang, der in 3:48,14 Minuten klar über der Qualifikationszeit von 3:46,78 Minuten blieb.