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(05.03.2021) Auch für Deutschlands Kurzbahn-Europameister Marius Kusch beginnt an diesem Wochenende das Wettkampfjahr 2021. Beim Pro Swim Meeting im texanischen San Antonio nimmt er es mit Stars wie den Olympiasiegern Caeleb Dressel und Nathan Adrian auf. Große Namen, die für Kusch aber mittlerweile Alltag sind. Seit fünf Jahren lebt und trainiert der gebürtige Dattelner in den USA. 

"Ich bin damit aufgewachsen, Michael Phelps und Ryan Lochte im TV zu sehen, und es war insofern auch ein Kindheitstraum von mir, irgendwann mal in den USA zu trainieren", erklärt Kusch im Interview in der kommenden Frühjahresausgabe des swimsportMagazine (nur noch bis SONNTAG, 07.03. im Abo erhältlich). Der Schritt, ein Studium in den Staaten zu beginnen, lag also nahe. Doch selbst der stets positiv eingestellte Sprinter hätte wohl kaum damit gerechnet, dass er so schnell mitten drin ist im Kreis der Top-Stars.

Kusch erinnere sich noch an einen Tag zu Beginn seiner College-Zeit, an dem sein damaliger Coach auf einmal gerufen habe: „Ryan, komm mal her“. Gemeint war nicht irgendein Ryan. "Plötzlich stand Ryan Lochte neben mir und hat sich mit mir unterhalten. Ich wusste gar nicht so richtig was passiert", meint Kusch zurückblickend. Schnell wurde auch Lochtes damaliger Trainer David Marsh, der als Head Coach des Team Elite etliche Starschwimmer betreut, auf den jungen Deutschen aufmerksam. Fortan durfte Kusch ab und an in der hochkarätigen Gruppe mittrainieren und ist mittlerweile fester Teil des Profiteams.

"Es ist ein unheimlicher Vorteil, wenn man mit solchen starken Schwimmern trainieren kann", meint Kusch mit Blick auf das Training in den USA. "Ich kann aus mir viel mehr herausholen, wenn ich den Wettkampf im Training habe."

Dabei ist sich der 27-Jährige seiner Anfänge sehr bewusst. Dass er heute im Kreis der internationalen Spitzenschwimmer mitmischt, hat er nicht nur seinem derzeitigen Coach David Marsh zu verdanken. "Ich bin jedem meiner Trainer sehr dankbar, denn alle haben ihren Beitrag zu meiner Entwicklung geleistet", erzählt Kusch im swimsportMagazine. "Angefangen bei meiner Trainerin Elke vom SC Datteln, die mich soweit gebracht hat, dass ich zum SV Blau-Weiß Recklinghausen gehen konnte. Dort habe ich dann bei Eugen Lewandowski den nächsten Schritt nach vorn gemacht und konnte nach Essen aufs Internat wechseln, um da bei Tobias Heinrich und Henning Lambertz zu trainieren. Das hat alles aufeinander aufgebaut."

Im Sommer wartet das nächste große Kapitel auf den Nationalschwimmer. Bei den Spielen in Tokio - sollten diese wie geplant stattfinden - wird Kusch seine Olympiapremiere geben. Über die 100m Schmetterling ist er bereits sicher qualifiziert. Mit konkreten Zielen hält er sich zwar zurück. "Allgemein ist es aber so, dass es bei uns im Team nicht reicht, einfach nur zu Olympia zu fahren, um zufrieden zu sein", meint er durchaus selbstbewusst. "Da will jeder mehr und hat Finalambitionen."

In den kommenden Tagen gibt es für Kusch auf dem Weg nach Tokio den ersten Formtest des Olympiajahres. Der Wettkampf in San Antonio wird zum warm werden genutzt, bevor nach einem mehrwöchigen Trainingslager auf Teneriffa und den Swim Open in Stockholm für Kusch im April der Olympia-Qualifikationswettkampf in Berlin auf dem Programm steht. Hier will er sich über die 100m Freistil einen weiteren Einzelstartplatz sichern und auch Empfehlungen für die Olympiastaffeln abgeben, oder wie Kusch selbst es ausdrückt: "Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man das Olympiaticket in der Tasche hat. Das heißt aber nicht, dass ich mich darauf jetzt ausruhen werde."

Das komplette Interview, in dem Marius Kusch über sein Training in den USA spricht und auch erklärt, wie ihm das Surfen durch die Corona-Phase geholfen hat, gibt es im kommenden swimsportMagazine zu lesen. Die Ausgabe ist noch bis zum 7. März im Abo-Vorteil erhältlich: www.swimsport-abo.de