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18. Oktober 2016

(18.10.2016) Mit einer steilen Entwicklungskurve und internationalen Medaillen hat sich Ausdauerspezialist Connor Jaeger in den vergangenen Jahren einen festen Platz in der Weltspitze erarbeitet. Doch nun ist Schluss für den US-Star. Der Olympia-Zweite über die 1500m Freistil wechselt das Schwimmbecken gegen den Bürostuhl.

"Wir können nicht alle wie Michael Phelps sein und für unser Leben ausgesorgt haben", erklärt der 25-Jährige gegenüber der Washington Post. Deswegen stellt er nun die Weichen in Richtung eines neuen Lebensabschnitts.

Statt ins Training für die Olympischen Spiele 2020 zu starten, zog der studierte Business Manager um und sucht nun nach einem Job in der Immobilienbranche Manhattans.

Seine sportlichen Erfolge sind dabei zumindest ein Türöffner: "Viele wollen sich mit mir wegen meiner Erfahrungen als Athlet treffen. Danach muss man sich aber selbst beweisen."

Für die Übergangszeit kann Jaeger auf seine durch die Erfolge in Rio gut gefüllte Prämien-Spardose zurückgreifen. Für die Silbermedaille gab es 15.000 US-Dollar von amerikanischen Olympischen Komitee und weitere 30.000 US-Dollar vom US-Schwimmverband.

Die US-Schwimmfans, die sich in den vergangenen Jahren immer stärker dem sympathischen Nationalschwimmer zuwandten, werden ihn mit Sicherheit vermissen. Bei den Weltmeisterschaften 2013 und 2015 gelang ihm jeweils der Sprung aufs Podium.

Die Olympiamedaille war sicher das Highlight seiner Karriere und wenige rechneten damit, dass dies bereits deren Ende sein wird. Zumal sich Jaeger von Jahr zu Jahr steigerte und in Rio als erster US-Schwimmer überhaupt unter 14:40 Minuten über die 1500m blieb.

Der Abschied vom Schwimmen fällt dem eingefleischten Leistungssportler nicht leicht. "Ich habe das Schwimmen immer geliebt. Ich habe mich immer darauf gefreut morgens oder nachmittags zum Training zu gehen," meint er ein wenig wehmütig. Doch sein Blick richtet sich nun auf die berufliche Zukunft.

Sein Alter sei ein zweischneidiges Schwert, meint Jaeger. "Auf der einen Seite bin ich 'erst' 25 und habe noch Zeit, meine Karriere in eine andere Richtung zu bewegen. Auf der anderen Seite bin ich 'schon' 25 und viele der Jobs, die ich möchte, setzen ein paar Jahre Arbeitserfahrung voraus."

Den Rückstand gegenüber den gleichaltrigen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt müsse er nun aufholen. Die Erfahrungen im Wettkampfbecken dürften ihm auch bei diesem "Rennen" in die Karten spielen.