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21. Juni 2016

(21.06.2016) Noch immer wartet die Schwimmwelt auf ein Urteil im Dopingfall Yuliya Efimova. Nachdem der Weltverband FINA eine vorläufige Sperre gegen die mehrfache Weltmeisterin aufhob, darf Efimova sogar wieder auf einen Start bei den Olympischen Spielen hoffen. Auch ihre Konkurrentinnen lässt das nicht kalt. "Das kann man schwer in Worte fassen", meint so zum Beispiel Ruta Meilutye in der am Mittwoch erscheinenden Sommerausgabe des swimsportMagazine.

Die 19-Jährige will bei den Spielen in Rio ihren Titel über die 100m Brust verteidigen. Angesprochen auf einen möglichen Olympia-Start ihrer russischen Konkurrentin findet Meilutyte im swimsportMagazine-Interview klare Worte: "Das ist die falsche Botschaft, die man den Fans, den Kids und der ganzen Sportwelt damit schickt. Das ist eine Schande."

Sollte Efimova tatsächlich in Rio dabei sein, will sich Meilutyte davon nicht beeindrucken lassen. "Wenn sie da ist, werde ich trotzdem einfach versuchen mein Bestes zu geben." Die Litauerin will den Fokus allein auf sich selbst richten, das habe sie aus den Erfahrungen der WM 2015 gelernt, erklärt sie uns.

Damals war die Situation ähnlich: Gerade rechtzeitig zu den in Kasan stattfindenden Weltmeisterschaften im eigenen Lande hatte Efimova eine Dopingsperre abgesessen und stand nun neben Olympiasiegerin Meilutyte auf dem Block. "Da war natürlich eine sehr angespannte Atmosphäre", erinnert sich diese.

Am Ende holte Efimova Gold über die 100m Brust und Meilutyte blieb nur Silber. Im Hexenkessel von Kasan war es ihr einfach nicht gelungen, die sonst so starken Leistungen abzurufen: "Ich war vor allem enttäuscht über die Zeit, weil ich vorher in der Saison bessere Leistungen gezeigt hatte."

Auch das Drumherum spielte da sicher eine Rolle. "Es war nicht einfach, das alles beiseite zu schieben und sich auf die Wettkämpfe zu konzentrieren", so Meilutyte. "Die Meisterschaften fanden ja ausgerechnet in Russland statt und die Medien sind über mich hergefallen und haben natürlich versucht möglichst knackige Zitate aus mir herauszukitzeln."

In Rio soll es anders laufen: Bei Olympia will sich die junge Star-Schwimmerin nicht vom Geschehen abseits des Wettkampfbeckens ablenken lassen, um am Ende - so wie vor vier Jahren in London - wieder ganz oben auf dem Podium stehen zu dürfen.

Das komplette Interview, in dem Ruta Meiluyte über die Vorbereitung auf Rio, ihre Anfänge im Schwimmbecken oder auch die Zusammenarbeit mit ihrem Coach John Rudd spricht, findet ihr in der neuen Sommerausgabe des swimsportMagazine. Das Heft erscheint am Mittwoch (22. Juni) und ist in größeren Zeitschriftenläden in ganz Deutschland erhältlich.