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16. September 2014

(16.09.2014) Frankreichs Schwimmstar Yannick Agnel wird künftig nicht mehr von Spitzencoach Bob Bowman betreut. Der Olympiasieger bricht die Zelte in den USA ab und kehrt zurück nach Europa. Dies wurde am Dienstag bekannt.


Yannick Agnel hat das "Abenteuer USA" beendet und sich von Trainer Bob Bowman getrennt. So berichtet heute die französische Sportzeitung L'Equipe. Hintergrund seien demnach die enttäuschenden Ergebnisse Agnels bei den Europameisterschaften 2014 in Berlin.

Hier hatte sich der Olympiasieger über seine Paradestrecke 200m Freistil mit der Bronzemedaille zufrieden geben müssen. Über die doppelte Distanz war er sogar im Vorlauf ausgeschieden.

Agnel kehrt nun zurück nach Frankreich. Hier wird er unter Lionel Horter in Mulhouse trainieren. Horter war bis vor kurzem noch technischer Direktor des französischen Schwimmverbandes und als dieser verantwortlich für die sportlichen Erfolge des Nationalteams.

Am vergangenen Freitag war er jedoch überraschend von diesem Posten zurückgetreten, wie der Verband gestern bekanntgab. Einheimische Medienberichte legen nahe, dass diese Entscheidung mit der Rückkehr Agnels zusammenhängt. Horter könne sich so voll auf die Arbeit mit dem Superstar konzentrieren.

Inwieweit das Comeback von Rekord-Olympiasieger Michael Phelps bei Agnels Entscheidung eine Rolle spielte, ist unklar. Mit dem Megastar stieß auch der Liebling von Coach Bob Bowman wieder zur hochkarätigen Trainingsgruppe in Baltimore. Bowman selbst äußerte heute Verständnis für Agnels Schritt: "Ich unterstütze ihn in diesem Vorgehen zu 100 Prozent. Lionel ist ein Weltklassetrainer und Yannick kann unter seiner Führung weiter wachsen", so der Starcoach laut L'Equipe.

Agnel hatte sich im Mai 2013 von seinem langjährigen Coach Fabrice Pellerin getrennt, der ihn vom Nachwuchstalent zum Olympiasieger formte. Er schloss sich der Trainingsgruppe von Bob Bowman in den USA an und holte in Barcelona direkt den WM-Titel über die 200m Freistil.

Nach den verpatzten Europameisterschaften sollen nun aber mit Blick auf die Olympischen Spiele 2016 die Weichen rechtzeitig wieder auf Erfolg gestellt werden. Auch der französische Schwimmverband hatte zuletzt hohes Interesse daran, seinen Superstar, der neben seinen Chancen über die Einzelstrecken auch in den französischen Staffeln eine bedeutende Rolle spielt, wieder nach Haus zu holen.