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16. Juli 2013

(16.07.2013) Wegen der mangelnden Anstrengungen im Kampf gegen Doping gerät der Weltverband FINA erneut in die Kritik. Im Zusammenhang mit dem vor zwei Jahren bereits angekündigten "Blutpass"-Programm wurden bisher noch immer keine weiteren Schritte unternommen. Nun kündigte die FINA an, das Projekt wieder in Angriff zu nehmen.


Traditionell gibt der Schwimm-Weltverband FINA im Kampf gegen Doping eine eher unglückliche Figur ab. Bei den Weltmeisterschaften 2007 und 2009 wurden überhaupt keine Blutproben genommen. Bei der zurückliegenden Schwimm-WM in Shanghai hatte man sie vor zwei Jahren zwar wieder eingeführt. In Fragen wie oft, wer und worauf getestet wurde, lässt die FINA jedoch Transparenz vermissen. Etwa 30 bis 40 Proben sollen damals genommen worden sein. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Im Rahmen der WM 2011 wurde angekündigt, die bei den Weltmeisterschaften genommenen Blutproben als Grundlage für die Einführung eines Blutpass-Systems zu nutzen. Den Namen der geprüften Athleten sollten Profile zugeordnet werden, um so bei späteren regelmäßigen Blutproben auffällige Veränderungen feststellen zu können. Soweit der Plan, geschehen war seitdem jedoch nichts.

Blutpass-Programm soll nun kommen

Erst jetzt greift der Weltverband das Vorhaben wieder auf. In den zurückliegenden Tagen erhielt der Deutsche Schwimm-Verband von der FINA ein Schreiben, in dem ein bevorstehendes Programm mit Bluttests angekündigt wurde. Die dafür vorgesehenen Athleten wurden noch nicht genannt. Die Namen sollen in den kommenden Tagen folgen. Zu spät und zu zaghaft kommt dieser Schritt für zahlreiche Beteiligte. "Es ist natürlich ein Versäumnis", erklärte DSV-Chef-Bundestrainer Henning Lambertz.

Lambertz: "Am Geld darf es nicht liegen"

Worin das zaghafte Vorgehen der FINA begründet ist, scheint unklar. "Am Geld darf es nicht liegen. Denn wenn wir den Sport ein bisschen dopingfreier machen können, sollte es uns das wert sein", so Henning Lambertz. Tatsächlich scheinen die Kassen des Weltverbandes gefüllt zu sein. Erst vor Kurzem wurden die Prämien für die bevorstehenden Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona und auch die direkt im Anschluss daran beginnende Weltcup-Serie kräftig erhöht.

Vereinzelte Blutproben bei der Schwimm-WM in Barcelona

Auch bei den Weltmeisterschaften in Barcelona sollen Bluttests durchgeführt werden. Wie viele, in welchem Rahmen und ob diese in das angekündigte Programm einfließen sollen, ist unklar. "Es wird vereinzelte Bluttests während der WM geben", konnte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow lediglich bestätigen. Mit Spannung werden nun die Namen der Athleten erwartet, die für das neue Programm der FINA vorgesehen sind.