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27. Juni 2012

(26.03.2012) Mit Australien, Großbritannien und Frankreich haben drei der stärksten Schwimm-Nationen ihre Olympia-Qualifikation bereits hinter sich. Doch das war nur der Auftakt. In den kommenden Wochen zieht auch der Rest der internationalen Schwimm-Stars nach. In China, Japan, Südafrika und etlichen anderen Ländern wird um die Olympia-Tickets gekämpft. Es verspricht ein heißer Frühling zu werden.

 

Bereits ab morgen wird auch in Kanada um die Tickets für London geschwommen. Mit dabei ist unter anderem Vize-Weltmeister Brent Hayden, der bereits WM-Medaillen in allen Farben sammeln konnte, jedoch noch eine Rechnung mit Olympia offen hat. Bei den Spielen in Peking vor vier Jahren trat er als amtierender Weltmeister über die 100m Freistil an, kam dann jedoch nicht einmal ins olympische Finale. Besser machte es damals Team-Kollege Ryan Cochrane, der sich Bronze über die 1500m Freistil holte. Beide kämpfen ebenso wie die Brustspezialistinnen Annamay Pierse und Martha McCabe bei den bis zum 1. April dauernden Meisterschaften um die Olympia-Tickets.

Knackt Sun Yang schon im April Biedermanns Weltrekord?

Direkt im Anschluss beginnt die Jagd in China. Bei den nationalen Meisterschaften wird unter anderem die wohl größte chinesische Olympia-Hoffnung, Sun Yang, zu sehen sein. Der 20-Jährige, der im vergangenen Jahr bei der WM in Shanghai über die 1500m Freistil den Fabel-Weltrekord des Australier Grant Hackett brechen konnte, ist über die Freistilstrecken sagenhaft breit aufgestellt und kann vom 100m-Sprint bis zur längsten Beckenstrecke hin alle Distanzen abdecken. Vielleicht kann auch er, wie zuletzt Yannick Agnel in Frankreich, bereits einen ersten Gruß an die internationalen Kontrahenten schicken. Zurückhalten wird er sich angesichts der starken nationalen Konkurrenz kaum können. Über die 400m Freistil schwamm er bereits im Januar bis auf 8,8 Zehntel an den Weltrekord von Paul Biedermann heran. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass er diese Bestmarke bereits bei den bis zum 7. April dauernden Meisterschaften im eigenen Lande knackt.

Doppel-Doppel-Olympiasieger Kitajima bekommt Konkurrenz

Lediglich einen Tag versetzt finden vom 2. bis 8. April die nationalen Titelkämpfe und damit die Olympia-Qualifikation in Japan statt. Hier dürften vor allem über die Bruststrecken der Herren Rennen auf absolutem Weltklasse-Niveau zu sehen sein. Selbst für Kosuke Kitajima, der sowohl 2004 in Athen als auch 2008 in Peking beide Brustdistanzen für sich entscheiden konnte, ist die Qualifikation für London alles andere als sicher. Ryo Tateishi konnte ihm bereits bei den Asienspielen 2010 den Titel über die 200m Brust abjagen und auch Kurzbahn-Weltmeister Naoya Tomita will bei der Vergabe der Tickets für London ein Wörtchen mitreden. Außerdem werden Phelps-Konkurrent Takeshi Matsuda oder auch die Rückenspezialisten Ryosuke Irie und Junya Koga zu beachten sein.

Izotov und Co. kämpfen in Russland um die Olympia-Quali

Vom 17. bis 22. April steigt auch Russland in den Kampf um die Olympia-Tickets ein. Bisher hielten sich die Stars des Riesenreiches in diesem Jahr noch mit starken Auftritten und schnellen Zeiten zurück, doch dies dürfte sich ändern, wenn es in Moskau um die Meistertitel sowie die Qualifikation für London geht. Über die Freistilstrecken werden mit Spannung die Biedermann-Konkurrenten Danila Izotov und Nikita Lobintsev zu beobachten sein. Auch die schnellen Damen um die beiden Weltmeisterinnen Anastasia Zueva und Yuliya Yefimova könnten bereits mit Spitzenzeiten glänzen.

Das Beste zum Schluss: US-Qualifikation erst Ende Juni

Nicht vergessen sollte man natürlich die “kleinen” aber schnellen Nationen des Schwimmsports. In Brasilien haben Weltrekordhalter Cesar Cielo und Co. bei der Maria Lenk Trophy vom 24. bis 29. April sowie den Olympia-Trials vom 9. bis 12. Mai die Chance das Ticket nach London zu lösen. Die südafrikanischen Topstars um den olympischen Staffelhelden Roland Schoeman sind vom 16. bis 22. April auf der Jagd. In Polen geht es vom 12. bis 15. Mai ungefähr im selben Zeitraum wie bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin für Vize-Weltmeister Konrad Czerniak und Co. um die Olympia-Qualifikation. Die niederländischen Stars hatten bereits bei etwa einem halben Dutzend Meetings die Gelegenheit, sich für London zu qualifizieren. Die letzte Chance steht beim Swim Cup in Eindhoven vom 12. bis 15. April auf dem Plan.
Den Abschluss und den qualitativ wohl am stärksten einzuschätzenden Wettkampf bilden die US-Trials. Vom 25. Juni bis 2. Juli kämpfen die us-amerikanischen Top-Stars um Michael Phelps und Ryan Lochte in Omaha um die Teilnahme an den Spielen in London. Auch hier dürfte traditionell mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen sein.