Nachdem bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) die bayerische Landeshauptstadt München zum deutschen Kandidaten für die Olympischen Sommerspiele gewählt worden ist, muss man auf die endgültige Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) noch lange warten.
Neben München stehen noch sechs weitere Austragungsorte zur Wahl für die Olympischen Spiele 2036, die gleichermaßen Chancen sowie Herausforderungen für eine Ausrichtung der Wettbewerbe bereithalten. In Ahmedabad (Indien) steht mit dem Narendra Modi Stadium das größte Stadium der Welt und bietet Platz für 132.000 Zuschauende. Dennoch fehlen weitere Sportstätten und eine ausgebaute Infrastruktur. Doha (Katar) blickt dank der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 auf viel Erfahrung mit Großevents zurück, hat aber weiterhin mit Menschenrechtsbedenken und der aktuellen Sicherheitsrisiken zu kämpfen. In Jeonbuk (Südkorea) kann man auf die Unterstützung der Hauptstadt Seoul setzen, die mit den Spielen 1988 ebenfalls bereits Erfahrungen sammeln konnte. Die weiten Distanzen zwischen den angedachten Austragungsorten erschweren jedoch die Logistik und Organisation. Auch Istanbul (Türkei) hat sich beworben und setzt auf ein Konzept aus bestehenden und temporären Sportstätten. Die European Games 2027 eignen als organisatorischer Test für das Land, das Wettkämpfe auf europäischen und asiatischen Kontinent verbinden kann. Dennoch erschwert die hohe Inflation und die angespannte politische Lage die Planung für das Großevent. In Budapest (Ungarn) verfügt man über gute Voraussetzungen, ist aber von politischen Entscheidungen und der öffentlichen Zustimmung abhängig. Ob das Land diese erhält, bleibt abzuwarten. Zuletzt hat sich mit Kapstadt, Durban und Johannesburg (Südafrika) auch das Nachbarland der gebürtigen Simbabwerin und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry beworben. Südafrika konnte mit der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ihre Fähigkeiten bei der Ausrichtung von Sportveranstaltungen bereits beweisen. Die großen Entfernungen zwischen den Sportstätten widersprechen jedoch kompakten Spielen und auch die Suspendierung des Sportverbandspräsident wirft Fragen auf.
Entscheiden wird sich der Austragungsort erst Mitte 2029 bei einer offiziellen Wahl des IOCs. Bis dahin müssen die Kandidaten ab März 2027 einen „strategischen Dialog“ und verbindliche finanzielle Garantien beim IOC einreichen. Bis Ende 2028 werden voraussichtlich gezielte Gespräche zwischen Kandidaten und IOC stattfinden. Zur endgültigen Entscheidung muss man sich also noch fast drei Jahre gedulden.
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