Die Rückkehr von Sarah Sjöström auf die große internationale Bühne bei den Schwimm-Europameisterschaften 2026 in Paris war weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg – sie war ein kraftvolles Statement. Für die schwedische Ausnahmeschwimmerin markierten diese Titelkämpfe den ersten großen Wettkampf nach ihrer Babypause. Dass sie nach dieser Auszeit nicht nur zurückkehrte, sondern sofort wieder das höchste Niveau abrufen konnte, unterstreicht ihren Status als eine der beeindruckendsten Athletinnen unseres Sports.
Auch 18 Jahre nachdem sie als Teenagerin bei der Schwimm-EM 2008 zum ersten Mal auf einem internationalen Podest stand, beweist Sjösröm eindrucksvoll, dass sie nichts von ihrer Explosivität verloren hat. Ihr absolutes Highlight bei diesen Meisterschaften war der Sieg über 50m Schmetterling, wo sie sich in einer Zeit von 25,05 Sekunden die Goldmedaille sicherte. Dieser Triumph war historisch: Es war ihr 18. EM-Gold, womit sie mit der deutschen Legende Franziska van Almsick als erfolgreichste weibliche Schwimmerin in der Geschichte der Europameisterschaften gleichzog.
Die Erleichterung und Freude über diese gelungene Rückkehr waren der Schwedin anzumerken. Nach ihrem Sieg über 50m Schmetterling betonte Sjöström, wie besonders dieser Moment für sie war: „Ich bin einfach nur unglaublich dankbar, wieder hier zu sein und mich auf diesem Niveau mit den Besten messen zu können. Dieser Sport bedeutet mir nach wie vor sehr viel.“ Mit Blick auf den historischen Rekord, den sie mit diesem Sieg erreichte, fügte sie hinzu: „Es ist eine große Ehre, meinen Namen in einer Reihe mit so großen Athletinnen wie Franziska van Almsick zu sehen. Das ist ein Meilenstein, den ich mir nie hätte erträumen lassen.“
Neben diesem Gold-Erfolg zeigte sie auch über die 50m Freistil ihre Extraklasse. Obwohl sie sich hier knapp geschlagen geben musste und mit einer starken Leistung die Silbermedaille holte, unterstrich sie durch ihre Präsenz im Finale und ihre konstanten Zeiten (darunter ein starker Halbfinal-Auftritt in 23,83 Sekunden) ihre Ausnahmestellung. Bereits zuvor hatte Sjöström anderthalb Dutzend Mal die Marke von 24 Sekunden über die 50m Freistil unterboten - öfter als jede andere Athletin.
"Es war eine Herausforderung zurückzukommen, aber ich bin wirklich glücklich, dass ich die Chance ergriffen habe, und ich bin dankbar, dass ich wieder auf diesem Niveau bin“, freute sich Sjösröm in Paris und betonte zudem wiederholt, wie sehr sie es schätzt, nach der Geburt ihres Kindes wieder in den Wettkampfsport zurückgekehrt zu sein und diesen neuen Lebensabschnitt mit ihrer Karriere zu verbinden.
Dass Sjöström nach ihrer Babypause sofort wieder angreifen konnte, beeindruckt auch ihre Konkurrentinnen zutiefst. Deutschlands Weltmeisterin Angelina Köhler brachte die Bewunderung vieler Athletinnen auf den Punkt:
„Sarah ist eine der krassesten Schwimmerinnen aller Zeiten", erklärte sie in Paris im Anschluss an das Finale über die 50m Schmetterling. "Sie ist eine Inspiration für mich und für alle Schwimmerinnen. Auch weil sie zeigt, dass es möglich ist, Karriere und Kind zu vereinbaren. Ich finde das einfach toll, für alle Frauen auf dieser Welt. Und ich hoffe, dass das auch in Deutschland bald machbar sein wird.“
Sjöströms Auftritt in Paris 2026 wird als ein beeindruckendes Comeback in Erinnerung bleiben. Sie hat nicht nur Edelmetall gewonnen, sondern auch gezeigt, dass Spitzenleistung und Familienleben keine Gegensätze sein müssen und nicht sein dürfen – ein Signal, das über das Schwimmbecken hinausreicht.
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