Vor zwei Tagen feierten Johannes Liebmann und Sven Schwarz bei der Schwimm-EM in Paris einen grandiosen Doppelsieg über die 800m Freistil! Während Liebmann nicht nur zu seinem ersten EM-Gold überhaupt schwamm und zudem mit einem neuen Europarekord begeisterte, machte Vizeweltmeister Schwarz in einem packenden Duell den Doppeltriumph für das deutsche Team perfekt. Doch live aus der Ferne mitverfolgen konnten deutsche Schwimmfans dieses Rennen nicht – zum großen Ärger Vieler!
Bei den laufenden Titelkämpfen wechseln sich die ARD und das ZDF täglich mit der Berichterstattung ab. Am Mittwoch – dem Tag des 800m Finals – war die ARD an der Reihe, zeigte die ersten Finalentscheidungen in der Live-Übertragung, wechselte dann zur Leichtathletik und später zur Tagesschau. Nach dem Ende der Nachrichten, als das 800m Finale gerade in vollem Gange war, wurde unmittelbar zurück zur Leichtathletik-EM geschaltet, wo aber zu dieser Zeit keine Medaillen vergeben wurden.
Der international verfügbare und kostenfreie Livestream von eurovisionsport war währenddessen blockiert und wird nur während der Nicht-Übertragung durch ARD und ZDF kurzzeitig freigeschaltet. Am Mittwoch kam diese Freigabe trotz des Endes der Schwimm-Berichterstattung im ARD Programm nicht. Das sorgte unter Schwimmfans und innerhalb des deutschen Teams für viel Kritik.
Auch Olympiasieger Lukas Märtens äußerte sich empört darüber, dass er außerhalb der Schwimmhalle, das Goldrennen von Liebmann nicht zu sehen bekam: "Dass das nicht im TV übertragen wurde, ist eine absolute Schande, finde ich. Das hat so ein Junge verdient, das hat Sven verdient, das hat einfach der ganze Schwimmmsport verdient".
Auf Anfrage der Sport-Informations-Dienst (SID) erklärte der ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky, dass es sich um "einen Fehler bei der produktionellen Planung der Livestreams von der Schwimm-EM" gehandelt habe und versprach Besserung: „Für unsere nächsten Sendetage, an denen wir Leichtathletik in Birmingham und Schwimmen in Paris miteinander verbinden, haben wir vorgesorgt: Sowohl am Freitag als auch am Sonntag wird es einen Livestream vom Schwimmen bis zum Ende der Wettbewerbe geben“, kündigte Balkausky an. Bei der Leichtathletik-EM war dies von Beginn an der Fall.
Das Finalrennen von Johannes Liebmann und Sven Schwarz gab es in voller Länge in der ARD, dann mit einer gut 90 minütigen Verzögerung zu sehen. Diese Übertragung erreichte dann die zweithöchste Einschaltquote des Abends – hinter der Tagesschau, aber drei Prozentpunkte vor der Leichtathletik. Ein deutliches Zeichen der Begeisterung für den Schwimmsport.