Bei den Australian Trials in Sydney wurde in der vergangenen Woche das australische Aufgebot für die Commonwealth Games und Pan Pacific Championships bestimmt. Darüber hinaus entwickelten sich die nationalen Titelkämpfe zu einem wahren Feuerwerk an Weltklasseleistungen, das auch die Aufmerksamkeit der deutschen Langstrecken-Asse auf sich gezogen haben sollte.
Denn bereits zum Auftakt der Wettkampfwoche zündete Sam Short über die 400m Freistil einen echten Kracher: In 3:40,67 Minuten brachte der Vizeweltmeister den Weltrekord von Lukas Märtens gehörig ins Wackeln und lag bis zur letzten Wende sogar unter der Rekordmarke. Am Ende fehlten Short lediglich sieben Zehntel für den Weltrekord-Streich. Dennoch begeisterte er mit der weltweit schnellsten Zeit in diesem Jahr.
Gleiches gelang dem australischen Freistil-Ass auch über die 800m Freistil, wo Short in 7:37,94 Minuten einen neuen Australischen Rekord aufstellte. Aber nicht nur das: Seit dem Verbot der Hightech-Anzüge war kein Schwimmer mehr so schnell wie Sam Short nun in Sydney, der somit auch den frischgebackenen Europarekordhalter Johannes Liebmann (7:37,94) von der Spitze der Weltjahresbestenliste verdrängte. Und auch über die 200m Freistil (1:45,16) sowie 1500m Freistil (14:42,09) setzte Short absolute Weltklassezeiten ins Becken – reihte sich über die 1500m jedoch "nur" auf Rang vier in der Welt hinter dem deutsche Trio um Johannes Liebmann, Sven Schwarz und Oliver Klemet ein.
Ebenfalls mit großer Spannung erwartet wurde der Auftritt von Cameron McEvoy über seine Weltrekordstrecke 50m Freistil. In 21,32 Sekunden kam der Olympiasieger zwar nicht entscheidend an seine Rekordzeit (20,88) heran, aber demonstrierte dennoch eindrucksvoll sein Können. Auch über die 50m Schmetterling stand McEvoy auf dem Block und schlug hier in 22,92 Sekunden als Zweiter an – hauchdünn hinter Ben Armbruster (22,90) aber vor Kyle Chalmers (22,97). Chalmers wiederum war über die 100m Freistil in 47,59 Sekunden nicht zu schlagen.
Auf den Sprintstrecken der Damen präsentierte sich Weltmeisterin Meg Harris in Topform. Über die 50m Freistil sprintete Harris in 24,08 Sekunden zur Weltjahresbestzeit. Ebenso beeindruckend war das gelungene Rücken-Triple von Kaylee McKeown, die über die 200m Rücken (2:03,98) zur Rennhälfte noch auf Weltrekordkurs lag. Aber auch über die 50m (27,13) und 100m Rücken (57,77) glänzte McKeown mit starken Zeiten.
Für ein weiteres Achtungszeichen sorgte Mollie O'Callaghan, die über die 200m Freistil in 1:52,86 Minuten zur fünftschnellsten Zeit überhaupt schwamm. Und auch über die 100m Freistil (52,33) sicherte sich O'Callaghan den Sieg.
Auf den selben Strecken unterwegs wie Sam Short war Lani Pallister, die ebenfalls lautstarke Grüße an die internationale Konkurrenz schickte. Auch wenn sich Pallister über die 200m Freistil (1:53,65) Mollie O'Callaghan geschlagen geben musste, setzte sie sich direkt dahinter an Position Zwei der Weltrangliste. Erst vier Schwimmerinnen waren überhaupt je schneller als die Zeit von Pallister im Rahmen der Trials. Und auch über die 400m Freistil (3:59,72), 800m Freistil (8:13,41) und 1500m Freistil (15:40,01) sortierte sich Lani Pallister jeweils unter den weltweiten Top 3 in diesem Jahr ein.
Fest steht: Die australischen Schwimm-Stars sind aktuell in bestechender Form! Mit Blick auf die anstehenden Saisonhöhepunkte scheint das Team mehr als bereit, international für weitere Glanzleistungen zu sorgen.
Hier gibt es alle Ergebnisse im Überblick: Ergebnisse Australian Swimming Trials 2026