Zum Auftakt der Deutschen Meisterschaften in Berlin brachten sich zahlreiche Titelverteidiger des Vorjahres erneut auf Goldkurs. Und auch das deutsche Team für die Europameisterschaften in Paris darf auf Zuwachs hoffen, denn gleich sechs EM-Normen wurden schon in den Vorläufen unterboten.
Den Anfang machte erwartungsgemäß Angelina Köhler. Über die 100m Schmetterling schmetterte die Weltmeisterin von 2024 in 57,03 Sekunden souverän ihrem 13. DM-Titel entgegen. Hinter Köhler blieb auch Yara Fay Riefstahl unter der Minutenmarke und knackte in 59,77 Sekunden eine weitere JEM-Norm.
Bei den Männern blieben mit Luca Armbruster (51,60), Kaii Winkler (51,73) und Björn Kammann (51,78) gleich drei Schwimmer unter der geforderten Normzeit für die Europameisterschaften. Das verspricht einen packenden Kampf sowohl um den Meistertitel als auch den EM-Staffelplatz – und auch der Deutsche Rekord (51,19) könnte durchaus in Reichweite sein. Sowohl Köhler als auch Armbruster werden in den Finals am Abend als Titelverteidiger an den Start gehen.
Auch über die 100m Rücken der Männer zog mit Cornelius Jahn der amtierende Deutsche Meister als Schnellster in die Medaillenentscheidung ein. In 53,97 Minuten erfüllte Jahn zudem auch die EM-Norm deutlich. Mit Vincent Passek (55,47) und Mitja Bauer (55,59) stehen zwei weitere Rücken-Asse im Finale, die sich bereits in der letzten Woche für einen Platz im EM-Team über diese Strecke empfehlen konnten.
Bei den Damen schickt sich auch Lise Seidel an, ihren Titel über 100m Rücken zu verteidigen. In 1:01,38 Minuten schwamm die WM-Achte der doppelten Strecke deutlich zur Vorlaufsbestzeit. Auch der Platz in der EM-Lagenstaffel sollte Seidel nicht mehr zu nehmen sein.
Besonders eng könnte erneut der Kampf um die Medaillen über die 50m Freistil der Damen ausfallen. Nachdem sich Angelina Köhler und Nina Holt im letzten Jahr den Sieg zeitgleich teilten, mischen beiden auch dieses Mal ganz vorne mit. In 25,18 Sekunden sprintete Holt zur Vorlaufsbestzeit, hauchdünn vor Julianna Dora Bocska (25,20), Angelina Köhler (25,21) und Nina Jazy (25,21). Alle vier blieben damit nur minimal über den Normzeiten für die EM (U23 Norm 25,15 | offene Norm 25,00). In 25,71 Sekunden fügte Lara Vandenhirtz ihrem JEM-Program eine weitere mögliche Strecke hinzu.
Auch bei den Männern fehlten über die 50m Freistil nur Hundertstel zur gelungenen Normerfüllung. In 22,26 Sekunden blieb der Vorlaufsschnellste Martin Wrede nur eine Hundertstelsekunde über der U23-Norm. Und auch Kaii Winkler (22,28) brachte die Normzeit gehörig zum Wackeln und blickt damit ebenso wie Josha Salchow (22,38) zwei vielversprechenden Medaillenchancen im Finale entgegen. Außerdem durfte sich Larus Thiel in 22,56 Sekunden über das Unterbieten der JEM-Norm freuen.
Mehr Hundertstelglück hatte hingegen Sven Schwarz, der über die 400m Freistil in 3:46,52 Minuten acht Hundertstel unter der geforderten Qualifikationszeit blieb und bei den Titelkämpfen in Paris den vierten deutschen Startplatz füllen könnte. Olympiasieger und Weltrekordhalter Lukas Märtens lies es am Morgen deutlich ruhiger angehen und schwamm in 3:51,32 Minuten dennoch zur zweitschnellsten Zeit des Feldes.
Bei den Damen wird Isabel Gose als klare Titelfavoriten ins Finale gehen. In 4:07,51 Minuten blieb Gose erneut unter der geforderten EM-Norm und könnte am Abend so nach ihrem insgesamt zwölften DM-Titel greifen. Und auch Maya Werner, die ebenfalls bereits auf ein EM-Ticket über diese Strecke hoffen darf, zog als Zweite in 4:12,85 Minuten souverän in den Endlauf ein.
Über die 400m Lagen sorgte Linda Roth in 4:50,50 Minuten für die Topzeit der Vorläufe und setzte sich unter anderem gegen die Vorjahressiegerin und JEM-Zweite Noelle Benkler (4:53,75) durch. Aber auch Laura Sophie Kohlmann (4:53,79) und Mira Helget (4:54,06) dürften in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Beide konnten bereits am letzten Wochenende die JEM-Norm knacken.
Bei den Männern wird Cedric Büssing als Titelverteidiger und Deutscher Rekordhalter auf der Favoritenbahn 4 das Finale bestreiten. In 4:21,59 Minuten setzt sich der Olympiafinalist von Paris an die Spitze des Klassements. Die Konkurrenz wird angeführt von Finn Hammer, der sich bereits über die 200m Lagen für einen Platz im deutschen EM-Team empfehlen konnte. Um dies auch über die 400m Lagen zu tun, müssen Büssing und Hammer jeweils noch eine Schippe drauflegen: Die Norm liegt hier bei 4:15,60 Minuten bzw. 4:17,50 Minuten in der U23-Wertung.
Ab 18 Uhr werden heute Abend in den A-Finals dann die ersten DM-Titel 2026 vergeben.
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Bild: HD Media