Die Ausrichtung möglicher Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland ist zurzeit noch mit vielen Fragezeichen bestückt. In welchem Jahr soll Olympia überhaupt nach Deutschland kommen? 2036, 2040 oder doch erst 2044? Und welche Stadt bzw. Region könnte die Spiele ausrichten?
Aktuell ziehen mit München, Hamburg, Berlin und Rhein-Ruhr vier deutsche Städte und Regionen eine Olympiabewerbung in Erwägung. Bevor der Deutsche Olympische Sportbund im Herbst diesen Jahres eine endgültige Entscheidung über den deutschen Olympiakandidaten treffen möchte, wurden bereits entsprechende Konzepte ausgearbeitet, die unter anderem Aufschluss über die geplanten Sportstätten geben. So lohnt sich schon jetzt ein Blick darauf, wo bei möglichen Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland geschwommen werden könnte.
München
Mit gut 18.000 Plätzen soll ein temporäres Schwimmbecken in der Freisinger 'Munich-Arena' in der Nähe des Münchener Flughafens gebaut werden. Die 'Munich-Arena' soll unabhängig der Olympiabewerbung voraussichtlich 2029 fertiggestellt werden und als Mehrzweckarena für Konzerte und andere Großevents dienen.
Die Freiwasser-Wettbewerbe würden voraussichtlich im Starnberger See stattfinden – ebenfalls vor einer großen Kulisse mit 15.000 Zuschauenden.
Hamburg
Auch in Hamburg ist ein temporäres Wettkampfbecken vorgesehen. Dieses soll im Volksparkstadion – Heimstadion des HSV – entstehen, wo bis zu 60.000 Schwimmfans Platz hätten. Eine Rekordkulisse!
Für die Freiwasser-Rennen soll indes die Außenalster im Hamburger Stadtzentrum genutzt werden.
Berlin
Die Berliner Olympiabewerbung – die neben der Hauptstadt noch zahlreiche andere Bundesländer mit einbezieht – sieht vor, die Schwimm-Wettbewerbe auf dem Gelände des Sportforums durchzuführen. Nähere Details zur Errichtung eines Olympia-konformen Schwimmbeckens sind jedoch nicht bekannt, aber die bestehende Schwimmhalle erfüllt die entsprechenden Anforderungen nicht.
Die Regattastrecke in Grünau steht als geplanter Austragungsort für das Freiwasserschwimmen im Konzept. Aber auch die renommierte SSE geht nicht leer aus: Hier sollen Wasserball, Wasserspringen und Synchronschwimmen stattfinden.
Rhein-Ruhr
Nach der erfolgreichen Durchführung der Universiade im vergangenen Jahr, möchte die Region Rhein-Ruhr nun den nächsten Schritt wagen. In der Veltins Arena Gelsenkirchen, wo neben Fußballspielen und Konzerten auch jährlich ein Biathlon-Rennen ausgetragen wird, soll ebenfalls ein temporärer Schwimmbecken entstehen. Auch hier wäre für eine Rekordzahl von 60.000 Zuschauenden Platz.
Für die Freiwasser-Wettbewerbe ist ein Ortswechsel nach Köln vorgesehen – genauer gesagt an den Fühlinger See.
Was alle vier Konzepte gemeinsam haben ist die Nutzung von bestehender Infrastruktur und die Errichtung temporärer Wettkampfbecken. So sollen Kosten gespart und die Spiele möglichst Nachhaltig gestaltet werden. Der Blick auf die geplanten Zuschauerzahlen verrät zudem, dass dem Schwimmsport bei möglichen Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland eine bemerkenswert hohe Bedeutung zugewiesen wird.
Doch der Weg dahin ist noch lang: Bis der DOSB im Herbst über eine deutsche Olympiakandidatur abstimmt, stehen vielerorts noch Volksentscheide an – wie in München bereits geschehen. Und auch aus den internationalen Reihen gibt es zahlreiche Interessenten, das größte weltweite Sportereignis 2036, 2040 oder 2044 auszurichten.