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21. Juni 2022

(21.06.2022) Auch am vierten Wettkampftag der Weltmeisterschaften in Budapest gelang es der deutschen Mannschaft, ein weiteres Finalticket zu buchen. Die Staffel über die 4x100m Lagen Mixed qualifizierte sich in einem starken Feld internationaler Topstars für den Endlauf der besten acht Teams.

In der Besetzung Ole Braunschweig, Anna Elendt, Angelina Köhler und Eric Friese sicherte sich die deutsche Staffel in 3:46,54 Minuten dank beachtlicher Einzelleistungen den achten Startplatz für das Finale. Mit einer Zeit von 53,90 Sekunden legte Braunschweig über die Rückenstrecke mit einer neuen Saisonbestzeit vor. Die frischgebackene Vizeweltmeisterin Elendt überzeugte ebenfalls und war in 1:05,59 Minuten (unter Berücksichtigung der Wechselzeiten) sogar ähnlich schnell wie bei ihrem Silbererfolg von gestern. Köhler schmetterte in 58,06 Sekunden schneller als in ihrem Einzelrennen und Friese komplettierte das Rennen stark in 48,99 Sekunden.

Schnellstes Team am Vormittag waren die USA (3:43,16 Minuten), die im Finale jedoch vermutlich in einer komplett neuen Besetzung auftreten werden. Da aber auch die anderen Teams sicher nochmal an ihrer Startliste schrauben werden, erwartet uns heute Nachmittag zweifellos ein packendes Rennen um die Medaillen.

Auch das deutsche Team hat noch ein Ass im Ärmel. Im Finale wird auf der Schlussposition aller Voraussicht nach der Deutsche Rekordhalter Rafael Miroslaw starten. Im Einzel hatte er heute Vormittag über die 100m Freistil leider nicht das Glück auf seiner Seite. In 48,65 Sekunden schied er denkbar knapp auf Platz 19 aus. Um sich unter die Top 16 zu schieben, hätte der 21-Jährige eine Zeit von 48,51 Sekunden sprinten müssen -viel fehlte also nicht. Bei seinem Rekordrennen im April hatte Miroslaw als erster Deutscher überhaupt in 47,92 Sekunden sogar die 48er Marke unterboten. Dies gelang heute nur zwei Athleten. Im Kampf um den WM-Titel kündigt sich demnach ein spannendes Duell zwischen dem rumänischen Youngster David Popovici und dem US-Superstar Caleb Dressel an. Popovici, der gestern bereits über sein erstes internationales Gold bei den "Großen" jubeln durfte, entschied die Vorläufe in 47,60 Sekunden für sich. Die Top 16 trennte also weniger als eine Sekunde - ein äußerst enges Feld. 

Auch über die 200m Schmetterling der Damen brachte sich ein Youngster in eine vielversprechende Ausgangsposition. In 2:07,26 Minuten schmetterte die erst 15-jährige Summer McIntosh aus Kanada zur Vorlaufbestzeit und ließ dabei die drei Medaillengewinnerinnen von Tokio (Zhang Yufei, Regan Smith und Hali Flickinger) hinter sich, die dennoch alle souverän den Sprung in die nächste Runde schafften. Dies gelang auch der ungarischen Lokalmatadorin Katinka Hosszu, die bei dieser WM bislang noch kein Edelmetall gewinnen konnte.

Neben den 200m Schmetterling fanden auch die restlichen zwei Vorlaufevents ohne deutsche Beteiligung statt. Über die 50m Rücken der Damen untermauerte Kylie Masse, Vizeweltmeisterin über die doppelte Distanz, ihre Titelambitionen. In 27,26 Sekunden brachte die Kanadierin nicht nur die schnellste Zeit der Konkurrenz ins Wasser von Budapest, sondern kam dabei sogar bis auf 28 Hundertstel an den Weltrekord heran. Die 100m Rücken Weltmeisterin Regan Smith schwamm souverän als Vierte in das Halbfinale. Ausgeschieden ist hingegen die österreichische Rückenspezialistin Caroline Pilhatsch, die bei der Kurzbahn-WM im vergangenen Jahr noch mit einem sechsten Platz glänzen konnte.

Über die 200m Lagen der Männer überzeugten in erster Linie zwei US-Amerikaner. Mit einer Zeit von 1:57,94 Minuten setzte sich Carson Foster an die Spitze des Klassements, gefolgt von seinem Teamkollegen Chase Kalisz. Im Halbfinale wird auch der Schweizer Jeremy Desplanches zu sehen sein, der heute Morgen als drittschnellster unterwegs war und damit durchaus Chancen hat, seine Bronzemedaille aus Tokio zu wiederholen.

Trotz des bitteren Ausscheidens von Rafael Miroslaw hat der heutige Finalabschnitt aus deutscher Sicht jede Menge zu bieten. Insbesondere Florian Wellbrock darf sich über die 800m Freistil Hoffnungen auf eine vordere Platzierung machen und womöglich sogar nach dem Titel greifen. Aber auch Isabel Gose (200m Freistil) und Lucas Matzerath (50m Brust) könnten durchaus in Medaillennähe schwimmen. Und vielleicht gelingt es der gemischten Lagenstaffel ja, den Deutschen Rekord von 3:44,13 Minuten zum Wackeln zu bringen.

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