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11. Oktober 2012

(06.07.2011) Der Weltverband FINA hat heute angekündigt, in Sachen der brasilianischen Dopingfälle um Olympiasieger Cesar Cielo den internationalen Sportgerichtshof CAS anzurufen. Das Schweizer Gremium solle entscheiden, ob die Beurteilung der Dopingfälle durch den brasilianischen Schwimmverband mit den FINA-Regularien in Übereinkunft stehen, so der Weltverband in einer Pressemitteilung.

 

Angestrebt wird eine Entscheidung noch vor den am 24. Juli beginnenden Beckenwettbewerben der Weltmeisterschaften in Shanghai. Cielo gilt hier als einer der Topfavoriten über die 50m und 100m Freistil sowie 50m Schmetterling. Bis zu einer Urteilsverkündung wäre er bei den Titelkämpfen in Shanghai startberechtigt. Eine vorzeitige Suspendierung könne nur der CAS selbst aussprechen, so die FINA.

Cielo sowie drei weitere brasilianische Schwimmer wurden im Rahmen der Maria Lenk Trophy in Rio de Janeiro Anfang Mai positiv auf Furosemid getestet, welches unter anderem dazu verwendet wird, die Einnahme leistungssteigernder Substanzen zu verschleiern. Die Athleten hatten die Auffälligkeiten auf verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel zurückgeführt und waren daraufhin vom brasilianischen Verband lediglich verwarnt und nicht gesperrt worden.

Der verantwortliche Hersteller der Koffein-Kapseln, welche das Furosemid enthalten haben sollen, hatte zunächst eine Kontaminierung nicht vollends ausschließen wollen, in den vergangenen Tagen jedoch zusehends die Schuld an einer möglichen Verunreinigung zurückgewiesen. In diesem Licht ist wohl auch die Entscheidung der FINA zu sehen, nun doch den CAS richten zu lassen. Zuletzt hatte der Weltverband noch gezögert und die Untersuchungsergebnisse aus Brasilien studieren wollen.

Das Unverständnis für die geringen Konsequenzen der positiven Test wird in der Schwimmwelt immer lauter. Der Australier Geoff Huegill ließ via Twitter verlauten: “Wie zur Hölle könnt ihr nur mit einer Verwarnung davonkommen?” Auch der kanadische Ex-Weltmeister Brent Hayden kritisierte die Entscheidung scharf. Frankreichs Olympiasieger Alain Bernard bezeichnete die Nachrichten als “schlecht für den Schwimmsport”.