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(26.09.2019) Die Olympischen Spiele in Tokio werfen ihre Schatten voraus und weniger als ein Jahr, bevor es in Japan um Medaillen und Platzierungen geht, beginnt für die Schwimm-Profis weltweit die heiße Vorbereitungsphase. Dabei wittert auch so mancher Routinier seine letzte große Chance. Hierzulande will so zum Beispiel der Deutsche Rekordhalter Jan-Philip Glania noch einmal angreifen.

„Seit 2016 hatte ich mich auf mein Studium der Zahnmedizin konzentriert. Nach meinem Examen im Juni 2019 habe ich viel nachgedacht und mich schließlich für ein weiteres Profijahr entschieden“, erklärt der 30-jährige Rückenschwimmer in dieser Woche. Sein Ziel: Tokio 2020. Nachdem er bei den Spielen in London 2012 und Rio 2016 jeweils das erhoffte Olympia-Finale verpasste, soll es nun im berühmten dritten Anlauf gelingen.

Der Weg dahin wird nicht leicht. Dessen ist sich Glania bewusst. Aus diesem Grund stieg er bereits Mitte Juli – als bei den Konkurrenten gerade die Saisonhöhepunkte anstanden –  wieder ins Training ein. Betreut wird er dabei in Frankfurt von unserem swimsportMagazine-Mitautoren Mark Jayasundara.

„Während meine Schwimmerkollegen und Gegner nach der WM pausierten, habe ich trainiert, um meinen Rückstand aufzuholen“, erzählt Glania, der für sein letztes großes Jahr noch einmal frischen Rückenwind bekommt. Zu seinem bisherigen Sponsorenteam der Zahnarztpraxis Dr.Grieß in Lippstadt, Möller manlift GmbH, Alpha Bio, Heurich GmbH, Vomberg GmbH und Blue Safety GmbH stößt nun auch der Machinenbauer Hubtex hinzu.

Damit er sich allein auf die Olympia-Qualifikation zu konzentrieren kann, dürfte jede Unterstützung willkommen sein, denn ein Selbstläufer wird das Ticket nach Japan nicht. Vor allem mit Blick auf den beliebten Platz als Startschwimmer in der 4x100m Lagenstaffel dürfte es einen spannenden Kampf geben. Neben Glania haben auch Christian Diener, der bei der WM in Korea die Lagenstaffel anführte, der ebenfalls auf dem Comeback-Pfad schwimmende mehrfache Deutsche Meister Marek Ulrich oder auch der Berliner Ole Braunschweig einen Blick auf die Position als Rückenschwimmer im Lagenquartett geworfen.

Dabei ist Glania der erfahrenste, damit aber auch älteste Kandidat unter den Rückenschwimmern. Demensprechend klar meint er: „Die Olympischen Spiele in Tokio sind definitiv der Abschluss meiner aktiven Karriere. Das letzte Jahr im Profisport ist nochmal ein besonderer Ansporn.“ Mit dieser Motivation geht es für Glania heute ins Trainingslager in die Türkei. Einen ersten Hinweis darauf, wie weit er auf dem Weg nach Tokio bereits geschwommen ist, dürfte es dann Mitte Oktober geben. Beim Weltcup in Berlin kehrt der „Glaniator“ zurück ins Wettkampfbecken.