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(22.04.2018) Mit packenden Rennen sind die German Open in Berlin zu Ende gegangen. Für Hochspannung sorgte am letzten Wettkampftag in Berlin unter anderem der Kampf um die Position als Startschwimmer in den deutschen Lagenstaffeln für die EM 2018.

Bei den Damen setzte sich Jenny Mensing mit ihrer Siegerzeit von 1:00,13 Minuten an die Spitze der DSV-Bestenliste. Nachdem die Wiesbadenerin über ihre Paradestrecke 200m Rücken das Ticket nach Glasgow verpasst hatte, könnte sie so nun doch noch mit zu den Europameisterschaften fahren, wenn bis zum Ende des EM-Qualifikationszeitraums in der kommenden Woche (29.04.) keine andere Schwimmerin schneller ist.

Mensing verdrängte damit Laura Riedemann von der Staffelposition. Die Hallenserin, die in 1:00,83 Minuten heute Zweite wurde, hat ihr EM-Ticket dennoch bereits sicher. Ihr gelang es am zurückliegenden Wochenende in Eindhoven die Einzelnormen über die 100m Rücken zu knacken. Auch Lisa Graf, heute in 1:01,27 Minuten Dritte, ist bereits für die EM qualifiziert. Sie sicherte sich am Freitag ihren Startplatz über die 200m-Strecke. Es könnte also sein, dass drei Rückenschwimmerinnen mit zu den Europameisterschaften genommen werden.

Eng wurde es bei den Herren: Nachdem Christian Diener im Finale bis zur 75m-Marke klar geführt hatte, schob sich auf den letzten Metern Jan-Philip Glania heran. Am Ende hatte Diener in 54,19 Sekunden die Hand um hauchdünne elf Hundertstel vor Glania an der Wand und verteidigte damit seine Position als schnellster DSV-Schwimmer in diesem Jahr über die 100m Rücken. Auf den dritten Platz kam Andreas Wiesner in 55,62 Sekunden.

Sicher sind die Staffelkandidaten erst mit Ende des Qualifikationszeitraums am kommenden Wochenende. Über die Einzelstrecken konnten sich in Berlin nur Lisa Graf und Franziska Hentke für die EM 2018 qualifizieren. Am letzten Wettkampftag verfehlte Marco Koch über die 200m Brust klar das Ticket nach Glasgow (mehr dazu hier: Norm deutlich verpasst | Schwimm-EM 2018 ohne Marco Koch?) Auch Max Pilger hatte über diese Strecke Pech. In 2:10,43 Minuten blieb er im Finale zwar zwei Hundertstel unter der U23-Norm. Im Vorlauf hatte er aber die am Morgen geforderte Zeit knapp verfehlt. Sowohl Koch als auch Pilger müssen nun wohl auf das Wohlwollen des Verbandes hoffen. Wassili Kuhn wurde in 2:13,87 Minuten Dritter über die 200m Brust.

Über die 400m Freistil fehlte der erst 15-jährigen Isabel Gose nicht viel, um sicher das Ticket nach Glasgow zu buchen. In 4:11,84 Minuten kam sie bis auf 1,27 Sekunden an die U23-Norm heran. Da sie derzeit aber aussichtsreich für die 4x200m-Staffel platziert ist, stehen die Chancen gut, dass wir die Bald-Heidelbergerin auch in Glasgow sehen werden. Hinter ihr blieb schlug Josephine Tesch in 4:13,29 Minuten an. Platz drei sicherte sich Yara Sophie Hierath, die in 4:14,06 Minuten endlich das Ticket für die Junioren-EM* lösen konnte. Bei den Herren gewann Jacob Heidtmann (3:49,02) die 400m Freistil vor Poul Zellmann (3:50,55) und Marius Zobel (3:54,28).

Über die 200m Brust der Damen war Vanessa Grimberg in 2:27,23 Minuten eine Klasse für sich. Dahinter komplettierten Anna Kroninger (2:30,29), die nun auf die Nominierung zur Junioren-EM hoffen darf, und Malin Grosse (2:31,04) das Podium.  

Spannend ging es auch auf den Sprintstrecken zu. Über die 50m Freistil hielt die Leipzigerin Marie Pietruschka in 25,46 Sekunden die Berliner Lokalmatadorin Anna Dietterle nur um eine Hundertstel auf Distanz. Rang drei ging in 25,99 Sekunden an Reva Foos. Bei den Herren gewann Maximilian Oswald in 22,67 Sekunden vor Tim-Thorben Suck (22,91) und Alexander Kunert (22,94), die nur drei Hundertstelsekunden trennten. 

Über die 50m Schmetterling verhinderte Olivia Wrobel (27,08) den zweiten Sieg des Tages von Marie Pietruschka (27,61), die damit in Berlin insgesamt viermal auf dem Podest stand. Dritte wurde Mareike Ehring (27,75).

Für ein Ausrufzeichen sorgte dann noch einmal Eric Friese zum Abschluss der German Open. Über die 50m Schmetterling stellte er in 23,95 Sekunden einen neuen Deutschen Altersklassenrekord bei den 19-Jährigen auf. David Thomasberger (24,31) und Timo Zwiesigk (24,45) sicherten sich Rang zwei und drei.

Die wichtigsten Links zu den German Open 2018:

*In der kommenden Woche werfen wir einen gesonderten Blick auf den aktuellen Stand der JEM-Qualifikation.