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(10.12.2023) WELTREKORD! Das allerletzte Herrenrennen bei der Kurzbahn-EM in Otopeni (Rumänien) hatte es nochmal in sich. Der Ire Daniel Wiffen unterbot über die 800m Freistil den 15 Jahre alten Weltrekord der australischen Schwimmlegende Grant Hackett (7:23,42) um fast drei Sekunden.

Nach knapp 300m zog Wiffen das Tempo an und schwamm am Ende das Rennen sogar negativ (3:40,91 / 3:39,55), d.h. die zweite Rennhälfte schneller als die Erste. Diese starke Renneinteilung sorgte dafür, dass er mit 7:20,46 Minuten eine der ältesten Bestmarken der Schwimmwelt zerstörte. Damit unterbot er auch seine eigene Bestzeit und den bisherigen Europarekord um über fünf Sekunden. Kurz vor Beginn des Olympiajahres eine echte Kampfansage an die internationale Konkurrenz, zu der auch die deutsche Ausdauerriege um Florian Wellbrock, Lukas Märtens, Sven Schwarz und Oliver Klemet zählt. Zweiter wurde heute hinter Wiffen der Franzose David Aubrey (7:30,32) vor Mykhallo Romanchuk (7:31,20) aus der Ukraine.

In den vorherigen Finalläufen konnte besonders das italienischen Herrenteam eine sehr dominante Vorstellung liefern und fast alle Rennen für sich entscheiden. Ein echter Krimi war das einzige Herrenfinale mit deutscher Beteiligung. Über die 200m Rücken ging Ole Braunschweig das Rennen sehr offensiv an und wendete nach 100m als Zweiter auf der Außenbahn. Schneller war nur der Franzose Mewen Tomac, welcher versuchte das Triple über die Rückenstrecken zu sammeln. Während der Neuköllner die Spitze ziehen lassen musste, baute Tomac seine Führung aus. Bis zur letzten Wende schien seine dritte Goldmedaille sicher. Dann mobilisierten auf den Innenbahnen Luke Greenbank aus Großbritannien und der Italiener Lorenzo Mora nach fünf langen Wettkampftagen ihre letzten Kräfte. Am Ende kam es zu einem Anschlagfinale und Mora gewann in 1:48,43 Minuten und somit einem neuen Landesrekord. Zweiter wurde mit einer Zehntelsekunde Rückstand Greenbank (1:48,53) mit minimalen zwei Hundertsteln Vorsprung auf Tomac (1:48,55). Braunschweig beendete nach 1:52,91 Minuten das Rennen als Achter.

Kurz vor diesem spannenden Rennen gab es bereits einen italienischen Doppelsieg. Über die 50m Brust gewann der Favorit Nicolo Martinenghi in 25,66 Sekunden vor seinem Teamkollegen Simone Cerasuolo (25,83). Dritter wurde knapp dahinter der Weltrekordhalter aus der Türkei Emre Sakci (25,90).

Motiviert durch die Erfolge seiner Teamkollegen ging Italiens Alberto Razzetti über die 400m Lagen an den Start. Auf der Nachbarbahn startete Duncan Scott aus Großbritannien, welcher Razzetti über die 200m Lagen bereits auf Platz Zwei verwies. Die ersten 200m lieferten sich die zwei Stars ein echtes Kopf-an-Kopf Rennen und wendeten nach der Rückendistanz zeitgleich. Über die Bruststrecke konnte sich Razzetti langsam absetzen und schaffte es dann über Freistil seine Führung gegen den Freistilspezialisten sogar noch auszubauen. In 3:57,01 Minuten sicherte der Italiener sich seinen ersten Titel und stellte zusätzlich einen neuen Veranstaltungs- und Landesrekord auf. Scott schlug am Ende mit über drei Sekunden Rückstand (4:00,17) als sicherer Zweiter vor dem Griechen Apostolos Papastamos (4:05,19) an.

Beinahe den nächsten Titel für die Südeuropäer holte Alessandro Miressi im 100m Freistil Finale. Lediglich fünf Hundertstelsekunden trennten den Italiener (45,51) vom Franzosen Maxime Grousset (45,46), welcher damit seinen ersten internationalen Titel holte. Das Publikum war jedoch besonders euphorisch, da sich der rumänische Superstar und Weltrekordhalter auf der Langbahn David Popovic (46,05) mit einer haarscharfen Führung vor Platz vier (46,07) und fünf (46,08) seine erste Bronzemedaille dieses Wettkampfes sicherte.

Im einzigen Rennen ohne italienische Medaille musste sich der Schweizer Noe Ponti zum ersten Mal geschlagen geben. Über die 100m Lagen wendete der Schmetterlingexperte nach 50m noch als Erster, aber auf der einen Brustbahn konnte er dieses Mal nicht mit Delfinkicks wegschwimmen, was die Konkurrenz ausnutzte. Der Österreicher Bernhard Reitshammer war nach 50m noch Achter, überholte jedoch das komplette Feld auf der dritten Teildisziplin. Die Führung ließ er sich auch nicht mehr nehmen und gewann in 51,39 Sekunden seinen ersten internationalen Titel. Ponti sammelte mit Silber (51,62) seine nächste Medaille vor dem Griechen Andreas Vazaios (51,91).

Auch bei den Damen und in der Mixedstaffel konnte das italienische Team heute mehrfach Titel abräumen. Mehr dazu gibt es hier --> Bestzeiten und Steigerungen für Team Deutschland zum EM-Abschluss

Die wichtigsten Links zur Kurzbahn-EM 2023: 

Bild: European Aquatics

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