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(12.03.2023) Etwas mehr als ein halbes Jahr, nachdem der Deutsche Schwimm-Verband angekündigt hatte, ein externes Team zur Aufarbeitung sexueller Missbrauchsfälle im Schwimmsport einsetzen zu wollen, steht nun das Gremium fest. Wie der DSV am Samstag im Rahmen seiner Mitgliederversammlung in Kassel bekannt gab, setzt sich das Team aus Prof. Dr. Bettina Rulofs, Dr. Fabienne Bartsch, Dr. Caroline Bechtel und Prof. Dr. Martin Nolte zusammen.

Die Gruppe wird nun ein Jahr lang Missbrauchsfälle, die sich unter dem Dach des Deutschen Schwimm-Verbandes ereigneten, aufarbeiten. Anschließend soll ein Bericht mit den bis dahin vorliegenden Ergebnissen der Kommission vorgelegt werden. 

Der Deutsche Schwimm-Verband hatte die Einsetzung des Teams im zurückliegenden Jahr beschlossen, nachdem eine Dokumentation der ARD mehrere Missbrauchsfälle aus dem Bereich des Schwimmsports offen legte. Besonders der jahrelange Missbrauch des ehemaligen Weltklasse-Wasserspringers Jan Hempel durch dessen einstigen Trainer sorgte für Erschütterung.

„Wir betonen stets, wie wichtig uns die Sicherheit und das Wohlergehen aller Mitglieder ist. Deswegen sind wir froh, dass wir nun den Prozess der Aufarbeitung der in der ARD-Dokumentation genannten Vorwürfe sexualisierter Gewalt beginnen können“, sagte DSV-Vizepräsident Wolfgang Rupieper. „Als Verband wollen wir transparent mit Fehlern in der Vergangenheit umgehen und uns mit all unseren Möglichkeiten dafür einsetzen, weitere solcher Vorfälle zu verhindern. Und natürlich wollen wir mit diesem Vorgehen und den daraus abzuleitenden Veränderungen unserer Verantwortung den Betroffenen gegenüber gerecht werden.“

Die Mitglieder des Aufarbeitungsteams:

Sportsoziologin Rulofs veröffentlichte in den vergangenen Jahren bereits bedeutende Studien zu sexueller und interpersoneller Gewalt im Spitzen- und Breitensport („SafeSport“, „SicherImSport sowie die „Fallstudie Sport für die Unabhängige Aufarbeitungskommission“); sie gilt hierzulande als führende Expertin auf diesem Gebiet. Bartsch wirkte als Kollegin am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln ebenfalls am Projekt „SafeSport“ mit und entwickelte unter anderem gemeinsam mit Rulofs für die Deutsche Sportjugend den Handlungsleitfaden zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Belästigung und Gewalt im Sport. Das Team von Bettina Rulofs ist aktuell auch an der Sporthochschule in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Anschlussprojekt „Safe Clubs“ eingebunden, das Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt nun in Sportvereinen etablieren und bei der Entwicklung von nachhaltigen Strategien für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Sport unterstützen soll.

Jurist Nolte ist der Leiter des Instituts für Sportrecht an der Deutschen Sporthochschule Köln und erarbeitete 2021 im Auftrag des Bundesinnenministeriums die Machbarkeitsstudie über eine unabhängige, zentrale Einrichtung für einen sicheren und gewaltfreien Sport in Deutschland. Gemeinsam mit seiner Institutskollegin Bechtel, Expertin für die Themen Schiedsgerichtbarkeit und Streitbeilegung sowie Integrität im Sport, wird er zudem im Rahmen eines vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft geförderten Forschungsprojekts ein neues, gesamthaftes Regelwerk gegen interpersonale Gewalt im Sport („Safe Sport Code“) entwickeln, in dessen Mittelpunkt vorbildliche Verbotsnormen und konkrete disziplinarrechtliche Sanktionsmöglichkeiten stehen. Die Arbeit des Aufarbeitungsteams im Kontext des DSV wird dabei unterstützen, etwaige bestehende Regelungsdefizite zu identifizieren und vorhandene Lücken für die Zukunft zu schließen.

Begleitet wird die Aufarbeitung von einem Projektbeirat, durch den die Perspektiven der Betroffenen, die (sport)psychologische Perspektive und auch die Perspektive der Coaches gehör finden sollen. Für die Perspektive der Aktiven und Betroffenen wird Susann Wegner, ehemalige Leistungssportlerin aus dem DDR-Kontext, im Beirat vertreten sein, aus dem Berufsverband der Trainer/innen im deutschen Sport wurde Simone Lammers in den Beirat berufen; die psychologische Sicht wird durch Monika Liesenfeld vom Olympiastützpunkt Berlin in das unabhängige Gremium eingebracht.

 

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