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(03.12.2021 | Bild: ISL) Es ist das erhofft packende Finale! Im Kampf um den Titel in der International Swimming League liefern sich die Champions der vergangenen beiden Jahre einen harten Fight um die Punkte. Zur Halbzeit des Matches führt die Crew von Energy Standard (271) knapp vor den Cali Condors (250), in deren Reihen auch die deutschen Nationalschwimmerinnen Marie Pietruschka, Kathrin Demler und Leonie Kullmann auf Punktejagd sind. Bereits etwas distanziert, aber noch in Schlagdistanz übernachtet London Roar (206) vor LA Current (171).

Für das Highlight des Tages sorgte Cali-Schwimmerin Kelsi Dahlia mit einem Weltrekord über die 100m Schmetterling direkt im ersten Rennen des Matches (Mehr dazu: WELTREKORD im ISL-Finale: Dahlia knackt Sjöström-Bestmarke) Beflügelt von diesem Erfolg, bei dem Energys Superstar Sarah Sjöström nur als Vierte anschlug, sah es zu Beginn des Abschnitts danach aus, dass die Condors ihren Konkurrenten davonfliegen würden. Doch Energy drehte hinten raus groß auf. 

Unter anderem sorgte die Sprintercrew des Teams für starke Auftritte. Nach der Niederlage über die 100m Schmetterling schwamm Sarah Sjöström über die 50m Freistil und mit der 4x100m Freistilstaffel zu starken Siegen. Im Staffelevent war für Cali auch Marie Pietruschka im Einsatz, die als Schlussschwimmerin (53,89) ihres Quartetts auf Rang fünf anschlug. Bei den Herren kam Sjöströms Teamkollege Ben Proud über die 50m Freistil in 20,40 Sekunden bis auf nur 3,4 Zehntel an den Weltrekord von Caeleb Dressel heran. Einen wichtigen Sieg lieferte zudem Siobhahn Haughey ab, die über die 400m Freistil in 3:58,80 Minuten elf Hundertstel vor Cali-Schwimmerin Hali Flickinger anschlug und den Abstand im Gesamtranking damit deutlich verkürzte. Als zweite Condors-Athletin belegte Kathrin Demler (4:06,60) hier Platz sieben.

Einen umstrittene Entscheidung dämpfte nur wenige Momente später den Höhenflug der Condors. Nachdem die Cali-Damen der 4x100m Lagenstaffel bereits als vermeintliche Siegerinnen gefeiert wurden, gab es eine bittere Disqualifikation - weil Lilly King bei einer Brustwende nur mit einer Hand angeschlagen haben soll. Eine harte Entscheidung, wie ihr hier im Video sehen könnt: Disqualifikation! Aber warum? Diese Wende hat die ISL 2021 entschieden (VIDEO)

So rückte die Staffel von Energy Standard um Sarah Sjöström erstmals im Finalmatch auf Platz eins und hatte damit auch den Vorteil zu entscheiden, welche Schwimmart morgen im KO-Event geschwommen wird. Die Wahl fiel hier auf Rücken.

Die Condors erholten sich schnell von diesem Rückschlag. Direkt im Anschluss triumphierten die Herren aus Cali in der Lagenstaffel und kamen in 3:19,64 Minuten bis auf weniger als eine halbe Sekunde an den Weltrekord heran. Im morgigen KO-Event setzt die Mannschaft von der US-Ostküste auf Caeleb Dressel, denn es wird im Schmetterlingsstil gesprintet.

Vor dem dramatischen Ende des ersten Abschnitts hatten die Condors auch mehrfach das Glück beim Anschlag auf ihrer Seite. Über die 200m Brust ließ so zum Beispiel Nic Fink seinen Energy-Konkurrenten Ilya Shymanovich in 2:02,41 Minuten nur um drei Hundertstel hinter sich. Später wiederholte Fink dieses Kunststück und sorgte für eine Überraschung über die 50m Brust. In 25,72 Sekunden hatte er die Hand diesmal neun Hundertstel vor Shymanovich an der Wand - der immerhin Weltrekordhalter in diesem Event ist.

Auch über die 50m Rücken hatte ein Energy-Schwimmer knapp das Nachsehen. Evgeny Rylov musste hier im Wettstreit der Olympiasieger in 22,59 Sekunden dem für LA startenden Ryan Murphy um drei Hundertstel den Vortritt überlassen. Zuvor hatten beide über die 200m Rücken noch in umgekehrter Reihenfolge angeschlagen. Mit dabei war in diesen Events auch Christian Diener. Über die 200m Rücken kam der für London Roar startende Potsdamer in starken 1:49,34 Minuten bis auf drei Zehntel an seinen Deutschen Rekord heran und wurde damit Dritter. Über die 50m sammelte er in 23,06 Sekunden als Vierter Punkte für sein Team. 

Nach dem packenden Hin und Her des ersten Wettkampftages scheint für den entscheidenden zweiten Abschnitt am Samstag alles offen. Wir dürfen gespannt sein, zu welchen Höchstleistungen sich die Stars im Kampf um den Titel pushen werden!

Die Schnellsten des ersten Wettkampftages im ISL-Finale:

  • 100m Schmetterling (w): DAHLIA Kelsi - CAC - 54.59 - WR
  • 100m Schmetterling (m): SHIELDS Tom - LAC - 49.03
  • 200m Rücken (w): NELSON Beata - CAC - 2:00.33
  • 200m Rücken (m): RYLOV Evgeny - ENS - 1:47.88
  • 200m Brust (w): KING Lilly - CAC - 2:17.06
  • 200m Brust (m): FINK Nic CAC - 2:02.41
  • 4x100m Freistil (w): Energy Standard 3:27.87
  • 50m Freistil (m): PROUD Ben ENS - 20.40
  • 50m Freistil (w): SJOSTROM Sarah ENS - 23.27
  • 200m Lagen (m): SCOTT Duncan LON - 1:51.53
  • 200m Lagen (w): PICKREM Sydney LON - 2:05.79
  • 50m Brust (m): FINK Nic CAC - 25.72
  • 50m Brust (w): ATKINSON Alia LON - 29.15
  • 4x100m Freistil (m): Cali Condors - 3:04.82
  • 50m Rücken (w): WILM Ingrid LAC - 26.24
  • 50m Rücken (m): MURPHY Ryan LAC - 22.56
  • 400m Freistil (w): HAUGHEY Siobhan ENS - 3:58.80
  • 400m Freistil (m): DEAN Tom LON - 3:40.67