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(29.11.2021 | Bild: ISL) Beinahe hätte es bei Federica Pellegrinis letztem internationalen Wettkampf eine kleine Sensation gegeben: Zur Hälfte des Playoff-Matches ihrer Aqua Centurions in der International Swimming League lag das Team der italienischen Schwimmlegende am Wochenende sogar vor den Titelverteidigern von den Cali Condors. Es hätte der erste Sieg der Centurions in der Profiliga werden können. Am Ende stand zwar "nur" Platz drei zu Buche, dennoch dürfte Pellegrini der Wettkampf in Eindhoven bestens in Erinnerung bleiben.

Nicht nur, weil es das letzte Mal war, dass sie sich gegen die internationalen Konkurrentinnen beweisen durfte, sondern auch, weil die Leistungen der 33-Jährigen gewohnt stark waren. Unter anderem glänzte Pellegrini als Staffelschwimmerin mit einem 100m-Freistil-Split von 52,57 Sekunden und über ihre Paradestrecke 200m Freistil verpasste sie in starken 1:54,53 Minuten den Sieg nur um wenige Zehntel. Auftritte, die es Schwimmfans rund um den Globus noch etwas schwerer machen dürften, von der Italienerin Abschied zu nehmen.

Eigentlich wollte Pellegrini schon nach den Olympischen Spielen von Tokio die Wettkampfbrille an den Nagel hängen. Doch nachdem feststand, dass die Vorrunde der International Swimming League in Neapel ausgetragen wird, entschied sie sich, ihrer Karriere noch eine Zugabe zu verpassen. Vor heimischem Publikum wollte sie noch einmal auf den Block steigen - und dann gab es eine Verlängerung der Zugabe durch die Qualifikation der Centurions für die ISL-Playoffs.

Das hieß: Drei weitere Wettkämpfe für die erfahrene "Fede", die auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken kann. Schon mit 16 Jahren ging ihr Stern auf der internationalen Bühne mit dem Gewinn von Olympia-Silber über die 200m Freistil auf. Vier Jahre später folgte die Goldmedaille in Peking. Mehr als anderthalb Jahrzehnte war sie so konstant Teil der Weltspitze wie kaum eine Zweite. Unglaubliche achtmal in Folge stand Pellegrini bei Weltmeisterschaften seit 2005 über die 200m Freistil auf dem Podest. Sie beendet ihre Karriere durch den sensationellen Triumph bei der WM 2019 sogar als amtierende Weltmeisterin. 

Der Haken am Einzug der Aqua Centurions in die ISL-Playoffs: Pellegrini hätte ihren Abschied nicht wie eigentlich geplant vor italienischem Publikum feiern können. Deswegen gibt es ab heute die Zugabe von der Zugabe. Pellegrini ist für die italienischen Kurzbahn-Wintermeisterschaften am Dienstag und Mittwoch über die 50, 100 und 200m Freistil gemeldet. Das sollen dann tatsächlich die letzten Starts ihrer Karriere werden - es sei denn, sie packt doch irgendwann mal wieder das Wettkampffieber.