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(28.11.2021 | Bild: ISL, Mine Kasapoglu) Am Ende wurde es doch sehr deutlich: Mit insgesamt fast 100 Zählern Vorsprung sicherten sich die Titelverteidiger Cali Condors  (532,5 Punkte) den Sieg im letzten Playoff-Match der diesjährigen International Swimming League. Im Finale der Profiliga werden damit auch die drei deutschen Nationalschwimmerinnen Leonie Kullmann, Marie Pietruschka und Kathrin Demler am kommenden Wochenende um den Liga-Titel kämpfen.

Nach Platz eins zur Halbzeit schnupperten die Aqua Centurions zum Abschluss der Playoffs zwar kurz an ihrem ersten ISL-Triumph überhaupt, mussten sich aber mit 444,5 Punkten letztlich deutlich den individuell besser besetzten Kaliforniern geschlagen geben. Am Ende landeten die Italiener mit gerade einmal 1,5 Punkten Rückstand sogar noch auf Platz drei, da sich das Team Iron nach einem starken zweiten Wettkampftag im letzten Skin-Rennen noch vorbeischieben konnte (446 Punkte). Die Aufholjagt der Toronto Titans blieb derweil wie zu erwarten aus. Mit 331 Punkten landeten sie auf einem enttäuschenden letzten Rang, wodurch LA Current den Finaleinzug „auf dem Sofa“ feiern konnte.

Dass sich die Cali Condors in diesem Match, trotz ihrer weitgehend ohnehin sicheren Final-Qualifikation, keinesfalls mit Platz zwei zufriedengeben wollten, machten sie von Beginn an deutlich. Die ersten vier Rennen über 100m Freistil und 200m Schmetterling gingen allesamt an die Titelverteidiger, sodass der etwa 20 Punkte Vorsprung der Centurions schnell umgekehrt werden konnte.

Ein dickes Ausrufezeichen in Richtung der Final-Konkurrenz am nächsten Wochenende setzte dabei Justin Ress. Über die Krauldistanz unterbot er in 45,70 Sekunden deutlich die 46-Sekunden-Marke und schlug mit großem Abstand auf das Feld als Erster an. Der für die Toronto Titans startende Marius Kusch blieb in diesem Rennen in 48,13 Sekunden erneut klar über seiner Bestleistung und landete auf dem achten Rang. Besser machte es der Essener im Schmetterlingsprint, wo er in 22,74 Sekunden Platz fünf sicherte. 

Weiterhin in sehr guter Form befindet sich Condor Kathrin Demler. Die Essenerin, die im Playoff-Match 4 über die 400m Lagen bereits eine neue persönliche Bestzeit aufstellen konnte, setzte heute nochmal einen drauf. In 4:34,84 verbesserte sie die Zeit des vergangenen Wochenendes um weitere fünf Hundertstelsekunden und steuerte mit Platz drei wichtige Punkte zum Sieg ihrer Cali Condors bei, bei denen Marie Pietruschka und Leonie Kullmann heute nicht auf den Startblock stiegen. Auch über die 100m Lagen (7. - 1:00,90) war Demler heute so schnell wie nie zuvor in ihrer Laufbahn. Verzichten musste ihr Team auch in diesem Match auf Superstar Caeleb Dressel, der sich am Wochenende schonte. Es wird spannend zu sehen, in welcher Verfassung sich der US-Amerikaner im ISL-Finale befinden wird - ein angeschlagener Dressel würde der Mission Titelverteidigung der Condors einen gehörigen Dämpfer verpassen.

Mit 56,97 Sekunden über die 100m Burst wartete auch der zweite Deutsche in den Diensten der Toronto Titans, Fabian Schwingenschlögl, stark auf. Beim Sieg des Lokalmatadors Arno Kamminga (Aqua Centurions, 55,85 Sekunden) reichte diese Zeit für Platz vier. In der seinen Wettkampf abschließenden 4x100m Lagen Mixedstaffel startete Schwingenschlögl ebenfalls über die Brustdistanz. Mit „fliegenden“ 56,61 Sekunden war er nochmals fast vier Zehntelsekunden schneller als im Einzel und verhalf seiner Staffel zu Rang drei. Marius Kusch schwamm in der zweiten Mannschaft der Kanadier, die mit dessen Schmetterling-Split von 50,78 Sekunden auf Platz sieben landete. Die Titans waren in den Playoffs durch zahlreiche Ausfälle geschwächt, sodass sie bei den Herren mit gerade einmal neun Athleten antraten. Nicht verwunderlich also, dass so manchem die Strapazen anzumerken waren.

Ebenfalls einen Heimsieg feiern durfte Ranomi Kromowidjojo über 50m Schmetterling. Ihre Zeit von 24,62 Sekunden war gleichzeitig die schnellste der diesjährigen ISL-Saison und bedeutete 12 Punkte für das Konto ihres ungarischen Teams Iron. Nur 24 Hundertstel fehlten ihr damit zum Weltrekord. In den abschließenden Schmetterling-Skins musste sie sich jedoch in einem knappen Finale Kelsi Dahlia von den Cali Condors geschlagen geben. Bei den Herren fiel die Entscheidung über die Rückendistanz, wo Robert Glinta (Team Iron) den längsten Atem hatte und im Finale einen souveränen Sieg über Nic Finc (Cali Condors) feiern konnte. Dieser Triumph sicherte seiner Mannschaft letztlich auch vielumjubelt die nötigen Punkte, um im Gesamt-Klassement noch an den Aqua Centurions vorbeizuziehen.

Somit endete das letzte Playoff-Match der diesjährigen ISL-Saison nochmals mit einer extrem engen Entscheidung in den Skins-Rennen. Ein solches Finish wünscht man sich auch für das große ISL-Finale, das bereits am nächsten Wochenende in Eindhoven startet. Dass mit den Cali Condors, Energy Standard, London Roar und LA Current auch in der dritten Auflage der Profiliga dieselben vier Mannschaften aufeinandertreffen, sollte der Spannung des Wettkampfes keinesfalls schaden – im Gegenteil, da dürfte es noch einige Rivalitäten aus den zurückliegenden Jahren geben!

Die Schnellsten des zweiten Wettkampftages im Playoff-Match 6 der ISL 2021:

  • 100m Freistil (w): Erika Brown (CAC) 51,70
  • 100m Freistil (m): Justin Ress (CAC) 45,70
  • 200m Schmetterling (w): Hali Flickinger (CAC) 2:04,28
  • 200m Schmetterling (m): Eddie Wang (CAC) 1:50,99
  • 100m Rücken (w): Kylie Masse (TOR) 56,24
  • 100m Rücken (m): Robert Glinta (IRO) 49,84
  • 100m Lagen (w): Beata Nelson (CAC) 57,94
  • 100m Lagen (m): Marco Orsi (IRO) 51,98
  • 100m Brust (w): Lilly King (CAC) 1:03,48
  • 100m Brust (m): Arno Kamminga (AQC) 55,85
  • 50m Schmetterling (w): Ranomi Kromowidjojo (IRO) 24,62
  • 50m Schmetterling (m): Nicholas Santos (IRO) 22,09
  • 200m Freistil (w): Barbora Seemanova (IRO) 1:54,17
  • 200m Freistil (m): Luc Kroon (TOR) 1:42,72
  • 4x100m Lagen (mixed): Cali Condors 3:34,92
  • 400m Lagen (w): Tessa Cieplucha 4:28,97
  • 400m Lagen (m): Ilia Borodin (AQC) 4:03,20
  • 50m Rücken Skins (w): Kelsi Dahlia (CAC)
  • 50m Rücken Skins (m): Robert Glinta (IRO)