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(20.11.2021) Die Freude war ihm nach dem Anschlag ins Gesicht geschrieben: Der Potsdamer Christian Diener bewies im vierten Playoff-Match der International Swimming League einmal mehr seine herausragende Form und sorgte für das große Highlights aus deutscher Sicht. Über 100m und 200m Rücken konnte er gleich zwei neue nationale Kurzbahn-Bestmarken aufstellen.

Auf der langen Distanz drückte er seinen eigenen, sieben Jahre alten Rekord um genau eine Zehntelsekunde auf 1:49,04 Minuten. Damit holte er seinen dritten ISL-Saisonsieg über diese Strecke und ließ unter anderem den mehrfachen Olympiasieger Ryan Murphy hinter sich. Doch damit nicht genug. Etwas mehr als eine Stunde später legte Diener noch einmal nach: Über die 100m pulverisierte er in 49,65 Sekunden als Startschwimmer der 4x100m Lagenstaffel die alte Bestmarke von 49,94 Sekunden, die er bis dato zeitgleich mit Helge Meeuw innehatte.

Diener hatte damit einen maßgeblichen Anteil an den starken 287,5 Punkten, die seinem Team London Roar zu Buche stehen und mit denen sie zur Halbzeit des Matches von Platz 1 grüßen. Mit 238 bzw. 228 Punkten befinden sich die beiden US-amerikanischen Teams Cali Condors und LA Current jedoch noch in Schlagdistanz. Anders sieht das für das ungarische Team Iron aus, welches mit 156,5 bereits weit abgeschlagen ist und wohl kaum zugetraut werden kann, die große Lücke zu den drei Topteams zu schließen.

Neben Christian Diener waren die Augen insbesondere auf Superstar Caeleb Dressel gerichtet, der für die Cali Condors sein Comeback in der Profiliga feierte. In seinem vergleichsweise reduzierten Wettkampfprogramm zeigte der fünffache Olympiasieger von Tokio allerdings ungewohnte Schwächen und musste der Konkurrenz den Vortritt lassen. Über 50m Freistil landete er in 21,04 Sekunden knapp hinter dem Londoner Kyle Chalmers (20,97 Sekunden) und Kristian Gkolomeev vom Team Iron auf Platz drei. In der 4x100m Freistilstaffel führte er seine Mannschaft beim Sieg der Londoner ebenfalls auf den dritten Platz und blieb in 47,26 Sekunden etwas hinter den sonst von ihm gewohnten Zeiten zurück.

Dass das Team aus San Francisco allerdings nicht nur aus Caeleb Dressel besteht, bewiesen allen voran die Damen in seinem Team. Die Brust-Spezialistin Lilly King wurde ihrer Favoritenrolle über 50m (29,36) und 200m (2:16,47) eindrucksvoll gerecht und fuhr zwei ungefährdete Siege ein. Die US-Amerikanerin Kelsi Dahlia unterbot zu Beginn des Tages in 54,89 Sekunden nicht nur ihren eigenen ISL-Rekord und holte damit 19 Punkte für die Condors, sondern blieb auch lediglich vier Zehntelsekunden über Sarah Sjöströms Weltrekord über diese Distanz.

Während Christian Diener über die 200m Rücken noch die Nase vorne hatte, schlug der für LA Current startende Ryan Murphy über die 50m-Sprintdistanz in 22,63 Sekunden zurück und holte sich den Sieg vor dem Deutschen. In 22,84 Sekunden war der jedoch lediglich acht Hundertstelsekunden langsamer als seine nationale Bestmarke, wodurch Diener ein weiteres Ausrufezeichen setze und den „Rekord-Dreierpack“ nur denkbar knapp verpasste. Als einzige deutsche Schwimmerin war zudem Marie Pietruschka im Einsatz, die mit der 4x100m Freistil-Staffel ihrer Condors Platz 5 holte (Splitzeit: 53,60).

Über die 50m Freistil lieferten sich die Damen das vielleicht engste Rennen der gesamten ISL-Saison. Hier siegte Abbey Weitzeil (LA Current), die in 23,90 Sekunden gerade mal eine Hundertstelsekunde schneller war als Emma McKeon (London Roar) und Ranomi Kromowidjojo (Iron) auf dem geteilten zweiten Platz. Und auch Rang 4 und 5 waren lediglich 12 bzw. 13 Hundertstelsekunden vom Sieg entfernt. Ebenfalls eng zu ging es bei Sieg von Hali Flickinger über die 400m Freistil (Cali Condors, 4:00,82), wo sich Freya Anderson (London Roar) mit einem Rückstand von drei Hundertstelsekunden mit Platz zwei zufriedengeben musste.

Mit einem ordentlichen, aber keinesfalls uneinholbaren Vorsprung von fast 50 Punkten geht das Londoner Team damit in den entscheidenden Wettkampftag. Denn die beiden kalifornischen Verfolger haben gegenwärtig noch alle Chancen, den britischen Playoff-Sieg zu verhindern. Wieder einmal läuft es auf eine spannende Entscheidung in den Skins hinaus, in denen dank der Staffelsiege London Roar bei den Damen und die Cali Condors bei den Herren die Lage auswählen dürfen. Besonders im Auge haben muss man selbstverständlich auch Christian Diener, der im Einzel über die 100m Rücken den nächsten Rekordversuch starten wird.

Die Schnellsten des ersten Wettkampftages in Match 9 der ISL 2021:

  • 100m Schmetterling (w): Kelsi Dahli (CAC) 54,89
  • 100m Schmetterling (m): Tom Shilds (LAC) 49,36
  • 200m Rücken (w): Beata Nelson (CAC) 2:00,91
  • 200m Rücken (m): Christian Diener (LON) 1:49,04
  • 200m Brust (w): Lilly King (CAC) 2:16,47
  • 200m Brust (m): Erik Persson (IRO) 2:02,41
  • 4x100m Freistil (w): LA Current 3:27,44
  • 50m Freistil (m): Kyle Chalmers (LON) 20,97
  • 50m Freistil (w): Abbey Weitzeil (LAC) 23,90
  • 200m Lagen (m): Duncan Scott (LON) 1:52,35
  • 200m Lagen (w): Sydney Pickrem (LON) 2:05,29
  • 50m Brust (m): Bernhard Reitshammer (IRO) 26,10
  • 50m Brust (w): Lilly King (CAC) 29,36
  • 4x100m Freistil (m): London Roar 3:04,55
  • 50m Rücken (w): Kira Toussaint (LON) 25,99
  • 50m Rücken (m): Ryan Murphy (LAC) 22,63
  • 400m Freistil(w): Hali Flickinger (CAC) 4:00,82
  • 400m Freistil (m): Duncan Scott (LON) 3:39,11
  • 4x100m Lagen (w): London Roar 3:46,28
  • 4x100m Lagen (m): Cali Condors 3:22,44

Bild: Giorgio Scala / Deepbluemedia / Insidefoto via ISL