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(30.10.2021) Am allerletzten Wettkampftag der Weltcup-Saison 2021 galt es noch einmal alle Reserven zu mobilisieren, um möglichst viele Punkte einzusammeln. Sämtliche Rekordjäger der vergangenen beiden Tage waren auch diesmal im Wasser und ließen die Serie keineswegs langsam austrudeln.

Gleich zu Beginn der Session hielt Daiya Seto aus Japan das Feld auf gebührendem Respektabstand, nach seinen Attacken auf die Asienrekorde über die anderen Lagendistanzen waren die 400m aber heute nicht von einer neuen kontinentalen Bestmarke gekrönt. Als bereits amtierender Weltrekordhalter dürfte er diesen Umstand allerdings verschmerzen dürfen, denn seine Siegerzeit von 3:57,85 Minuten war immerhin die schnellste geschwommene in diesem Jahr. Doch da ihm das offensichtlich noch nicht fordernd genug war, trat er später auch über die 200m Brust an. Obwohl diese eigentlich eine Nebenstrecke für ihn darstellt, schlug er auch hier als Erster an und produzierte in 2:01,49 Minuten eine echte Weltklasse-Zeit (seine Bestzeit ist sogar noch schneller). Hinter ihm mussten sich so klangvolle Namen wie Arno Kamminga (NED; 2:02,13) und Anton Chupkov (RUS 2:02,71) einreihen. Auf Rang 5 verkaufte sich auch Fabian Schwingenschlögl (2:03,60) erneut sehr ordentlich, der ja eher auf den Sprintdistanzen beheimatet ist.

Auch die Eidgenossin Maria Ugolkova hätte fast einen Doppelsieg verbuchen können: Über die 200m Lagen siegte sie in 2:06,59 Minuten, womit sie um Haaresbreite vor der auf der zweiten Rennhälfte aufdrehenden Türkin Viktoria Günes (2:06,72) anschlug; mit dieser Zeit stellte erstere ihren eigenen Schweizer Rekord ein. Vorher hatte sie über die 100m Schmetterling den zweiten Rang belegt (56,89; auch dort hält sie den Landesrekord). Die Siegerin, Emma McKeon aus Australien (55,63), war hier eine Klasse für sich. Nicht unerwähnt bleiben soll allerdings, dass die drittplatzierte Lana Pudar aus Bosnien mit ihrer 57,39 an diesem Wochenende auch den nationalen Rekord über die dritte Schmetterlingsstrecke eintütete. Mit gerade einmal 15 Jahren hält die Junioreneuropameisterin nun die Bestmarken ihres Heimatlandes über alle Delfindistanzen auf Kurz- und Langbahn!

Die bereits angesprochene McKeon machte zum Ende der Session dann ihr Doppel perfekt und gewann in sehr schnellen 50,67 Sekunden die 100m Freistil. Es war die viertschnellste jemals geschwommene Zeit. Nur Cate Campbell (50,25), Sarah Sjöström (50,58) und McKeon selbst (ebenfalls 50,58) waren jemals schneller. Hinter ihr ließ Michelle Coleman (SWE; 51,94) ebenfalls aufhorchen. McKeon sicherte sich damit die Weltcupkrone bei den Damen gesichert, bei den Herren kam es zum Ende des Abschnitts noch einmal zum Showdown zwischen dem Führenden Matt Sates (RSA) und Danas Rapšys (LTU): Sie mussten sich in jeweils 1:41,73 den ersten Platz teilen und Sates konnte den Gesamtsieg feiern.

Eine hingegen erneut klare Angelegenheit waren die 200m Rücken der Damen; die Seriensiegerin Kira Toussaint (NED; 2:03,51) schlug beinahe vier Sekunden vor dem Rest des Feldes an, in dem Jenny Mensing als Siebte in 2:11,47 Minuten nicht ganz an ihre Vorlaufleistung anknüpfen konnte. Direkt darauf folgend ließ es der Ungar Szebasztian Szabo noch einmal über die 50m Schmetterling krachen: 21,97 Sekunden standen am Ende für den Mann zubuche, der regelmäßig mit solchen Leistungen über diese Strecke von sich reden macht.

Damit ist also der Weltcup für dieses Jahr Geschichte. Auf der Kurzbahn geht es jedoch bereits nächste Woche bei der Kurzbahn-EM wieder heiß her, die ebenfalls in Kazan ausgetragen wird. Für uns Schwimmfreunde gibt es also kaum eine Pause zum Durchatmen.

Die Sieger vom Samstag im Überblick:

  • 400m Lagen (m) Daiya Seto (JPN), 3:57,85
  • 800m Freistil (w) Leah Neale (AUS) 8:22,53
  • 100m Schmetterling (w) Emma McKeon (AUS) 55,63
  • 50m Schmetterling (m) Szebasztian Szabo (HUN) 21,97
  • 200m Rücken (w) Kira Toussaint (NED) 2:03,51
  • 100m Rücken (m) Kliment Kolesnikov (RUS) 49,47
  • 50m Brust (w) Nika Godun (RUS) 29,64
  • 200m Brust (m) Daiya Seto (JPN) 2:01,49
  • 100m Freistil (w) Emma McKeon (AUS) 50,67
  • 200m Freistil (m) Matt Sates (RSA)/Danas Rapšys (LTU) 1:41,73
  • 200m Lagen (w) Maria Ugolkova (CH) 2:06,58
  • 4x50m Lagen (mx) Region Moskau (RUS) 1:40,60

 

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