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(09.02.2021) Am morgigen Mittwoch wollen die Bundesregierung und die Länderchefs erneut über die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. Trotz sinkender Infektionszahlen scheint aus Sicht vieler Politiker die Situation aber noch zu ernst zu sein, um umfangreiche Lockerungen zu beschließen. Für Schwimm-Enthusiasten, die vielerorts bereits seit Oktober keine Bahnen mehr ziehen können, geht die Trockenphase also möglicherweise weiter. Im Vorfeld des Regierungstreffens hat sich nun Marco Troll, der Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes, in einem Brief an die Politik gewandt und darin eindringlich gewarnt.

"Wir steuern auf eine Situation zu, in der wir nicht nur einen Jahrgang verlieren, der im letzten Jahr aufgrund des Lockdowns nicht schwimmen lernen konnte, sondern auf die Tatsache, dass Generationen von Kindern in Deutschland überhaupt keine Chance mehr haben, Schwimmen zu lernen", erklärt der Freiburger. "Durch die pandemiebedingten Sparmaßnahmen der Kommunen werden Schwimmbäder nun oftmals langfristig geschlossen, denn Schwimmbäder kosten Geld. Diese Entwicklung muss unter allen Umständen gestoppt werden." Aus Sicht des DSV-Präsidenten müssten Schwimmhallen eher wie Schulen betrachtet werden. 

Zwar ist sich Troll der Gefahren, die unter anderem mit den Mutationen des Corona-Virus einhergehen könnten, bewusst. Der Polizeibeamte fordert die Politik aber dazu auf, Perspektiven zu eröffnen. "In der aktuellen Situation reicht es nicht mehr, nur nach Sichtweite zu steuern. Es müssen schon jetzt Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die uns davor bewahren, langfristig vor Problemen zu stehen, die wir nicht mehr lösen können."

Den organisierten Sport, der es aufgrund seiner Struktur erlaubt, bei möglichen Ansteckungen Infektionsketten nachzuverfolgen und der einen geordneten Rahmen mit Hygienekonzepten und -maßnahmen vorgibt, sieht Troll als einen Baustein, um Schritt für Schritt zur Normalität zurückzukehren. In seinem Brief an die Regierung fordert er daher:  "Ein grundsätzliches Bekenntnis der Bundesregierung zum Kulturgut Schwimmen, die besondere Förderung des organisierten Vereinssports in Pandemiezeiten und das Vertrauen in den organisierten Schwimmsport als Teil der Problemlösung in Zeiten der Pandemiebekämpfung."