Medisports Network

(03.12.2020) Mit Weltrekorden und spannenden Rennen sorgte Adam Peaty bei der International Swimming League für etliche Highlights. Dass ihm die Konkurrenz aber das eine oder andere Mal recht eng auf den Fersen war, lag aus seiner Sicht und laut Meinung seiner Trainerin Melanie Marshall auch daran, dass sich manche Gegner nicht so ganz an das Regelbuch gehalten haben sollen.

Es hätten bei der ISL mehrere Leute "Delphinkicks vor den Wenden und während des Schwimmens" gemacht, erklärt der Olympiasieger gegenüber dem Fachportal Swimming World. "Es ist extrem offensichtlich", so Peaty.

Vor allem sein Konkurrent Ilya Shymanovich geriet deswegen in die Kritik. Peatys Trainerin Melanie Marshall warf dem Weißrussen bereits während der ISL-Saison via Social Media vor, bei seinem Brustbeinschlag die Füße nicht wie vorgeschrieben nach außen zu drehen. Stattdessen bewegte er seine unteren Extremitäten stärker auf und ab. Somit kam deren Bewegung mehr einem Delphinbeinschlag gleich als der Brustgrätsche.

Shymanovich verschaffte dieser Stil vorübergehend einen Europarekord über die 100m Brust, bevor Peaty diesen pulverisierte und seinerseits in 55,41 Sekunden einen Weltrekord setzte. Aus Sicht des UK-Stars werden sich die Gegner mit ihren Tricks nicht dursetzen können. "Wenn du bei den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften bist, kommst du damit nicht davon", ist sich Peaty sicher. Er verstehe nicht, warum man zu diesen Mitteln greife. "Es ist ein kurzfristiger Sieg, aber meiner Meinung nach ist es abstoßend zu betrügen, egal auf welchem Weg."

Die illegalen Kicks, die auch bei anderen Schwimmern wie dem Russen Vladimir Morozov beobachtet wurden, können auf der Kurzbahn durch die höhere Anzahl an Wenden eine größere Wirkung entfalten als auf der 50m-Bahn. Peaty wiederum hat, wie er selbst zugibt, bei den Wenden Schwächen. Das erklärt auch, warum seine Gegner im kleinen Becken deutlich besser mit dem auf der Langbahn unschlagbaren Briten mithalten können.

Hier ein Video, in dem der Stil von Peaty (Bahn 2) im Vergleich zu Shymanovich (Bahn 6) zu sehen ist:

 

 

Bild: ISL