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(22.11.2020) Ungeschlagen in allen Matches, der Überflieger der Liga in den eigenen Reihen und in den entscheidenden Rennen die Hand immer etwas eher an der Wand: Die Cali Condors haben sich verdient den Titel in der International Swimming League 2020 geschnappt.

Im großen ISL-Finale von Budapest verwies das Team von der US-Westküste die Vorjahressieger von Energy Standard auf Platz zwei und ließ auch der Konkurrenz von London Roar und LA Current keine Chance. Nach dem ersten Wettkampftag hatte es noch nach einem engen Rennen zwischen Cali und Energy ausgesehen, doch am Sonntag zogen die Condors auf und davon. Fast 100 Punkte Vorsprung hatten sie am Ende des Finals.

Einmal mehr war es Superstar Caeleb Dressel, der seiner Mannschaft zu Höheflügen verhalf. Nach zwei Weltrekorden am Samstag legte er am Sonntag eine Bestmarke über die 100m Lagen nach. In 49,28 Sekunden ist er nun fast eine Sekunde schneller als der nächstbeste Athlet über diese Strecke, der vorherige Weltrekordhalter Vladimir Morozov. Mehr dazu: Caeleb Dressel legt nach: Dritter Weltrekord im ISL-Finale

Zudem kraulte Dressel über die 100m Freistil in 45,08 Sekunden bis auf 14 Hundertstel an den Weltrekord heran und gewann am Sonntag auch die 50m Schmetterling (22,09). Als kleine Zugabe startete er zudem im KO-Event über die 50m Brust (5. - 26,01). Insgesamt standen für Dressel an diesem Wochenende brutale neun Events an nur zwei Tagen auf dem Programm, oft mit nur wenigen Minuten Pause zwischendrin.

Doch nicht nur Dressel, sondern auch seine Teamkollegen leisteten sich im Finale keine Schwäche. Lilly King gewann die 100m Brust und das KO-Event. Olivia Smoliga kratzte über die 100m Rücken am Weltrekord und Hali Flickinger stellte auf den längeren Strecken erneut ihre Qualitäten unter Beweis. Durch den Triumph von King und ihrer Teamkollegin Molly Hannis im Skins-Wettkampf am Ende stand bereits vor dem KO-Rennen der Herren fest, dass Cali der Titel nicht mehr zu nehmen sein würde.

Zur Stärke von Cali gesellten sich einige Patzer der Konkurrenz. Energy Standard musste über die 100m Freistil und 100m Lagen der Damen bittere Niederlagen gegen LA Currents Sprintstar Beryl Gastaldello einstecken und über die 200m Freistil der Herren musste sich der eigentlich favorisierte Danas Rapsys mit Platz drei zufrieden geben. 

Zwar hatte auch Energy seine Glanzmomente. So zum Beispiel einen knappen Sieg von Chad le Clos über die 200m Schmetterling, einen Kliment Kolesnikov, der über die 100m Rücken an seinen Weltrekord vom Samstag heranschwamm oder auch einen Doppel-Erfolg durch Sarah Sjöström und Madeline Banic über die 50m Schmetterling. Doch mehrfach konnten die Energy-Schwimmer nicht an ihre Vorleistungen aus dieser Saison anknüpfen, durch die sie eigentlich mit einer leichten Favoritenrolle ins Finale gegangen waren.

Spätestens nach Dressels Lagen-Weltrekord war die Sache für Energy eigentlich gegessen. Kein anderes Team konnte über diese Strecke Punkte sammeln und Energys Rückstand zu diesem Zeitpunkt betrug bereits 69 Punkte.

Hinter den Condors und Energy Standard lieferten sich London Roar und LA Current einen spannenden Kampf um Platz drei. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der deutschen Schwimmer gibt es hier: Kusch und Diener schwimmen mit London auf Platz drei in der ISL 2020

Sechs intensive Wochen voller Schwimm-Action liegen damit hinter uns. Das große Feuerwerk in der International Swimming League sparten sich die Stars tatsächlich bis zum Schluss auf. Sechs Weltrekorde und spannende Rennen hielt das ISL-Finale für uns bereit. Und: Nach aktuellem Stand gab es keine Coronainfektionen innerhalb der Budapester Wettkampf-Blase. Bei allem Risiko und aller durchaus berechtigten Kritik muss man also sagen: Das Experiment ist geglückt. Die ISL-Organisatoren konnten ihre Saison durchziehen, mehr als 300 Spitzenschwimmer durften sich in einem durchaus schwierigen Jahr ihr Einkommen aufbessern und die Fans daheim haben gesehen: Ihr Lieblingssport ist noch am Leben!

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Der Endstand des ISL-Finals 2020:

  1. Cali Condors - 561,5
  2. Energy Standard - 464,5
  3. London Roar - 391,0
  4. LA Current - 298,0

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Die Sieger an Tag 2 des ISL-Finals 2020:

  • 100m Freistil (w): Beryl Gastaldello (LA Current) - 51,38
  • 100m Freistil (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 45,08
  • 200m Schmetterling (w): Hali Flickinger (CaliCondors) - 2:03,35
  • 200m Schmetterling (m): Chad le Clos (Energy Standard) - 1:48,57
  • 100m Rücken (w): Olivia Smoliga (Cali Condors) - 55,04
  • 100m Rücken (m): Kliment Kolesnikov (Energy Standard) - 48,82
  • 100m Lagen (w): Beryl Gastaldello (LA Current) - 57,30
  • 100m Lagen (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 49,28 WR
  • 200m Freistil (w): Siobhahn Haughey (Energy Standard) - 1:51,11
  • 200m Freistil (m): Duncan Scott (London Roar) - 1:40,25
  • 50m Schmetterling (w): Sarah Sjöström (50m Schmetterling) - 24,73
  • 50m Schmetterling (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 22,09
  • 100m Brust (w): Lilly King (Cali Condors) - 1:02,50
  • 100m Brust (m): Adam Peaty (London Roar) - 55,41
  • 4x100m Freistil mixed: Energy Standard - 3:14,21
  • 400m Lagen (w): Sydney Pickrem (London Roar) - 4:24,84
  • 400m Lagen (m): Duncan Scott (London Roar) - 3:59,83
  • Skins Damen (Brust): Lilly King (Cali Condors) 
  • Skins Herren (Brust): Adam Peaty London Roar

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Links zum ISL-Finale 2020:

Bild: ISL