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(06.11.2020) Die Cali Condors mit Lilly King und Caeleb Dressel untermauern ihre Rolle als Favoriten auf den Sieg in der International Swimming League 2020. Auch gegen die zuvor ungeschlagene London Roar Auswahl ließen sie sich die Butter nicht vom Brot nehmen.

Nachdem London am ersten Wettkampftag noch haarscharf hinter Cali lag, konnten die Condors am Freitag etwas davonfliegen. Dabei profitierten sie erneut von einer glänzenden Lilly King, die mit einem knappen Sieg über die 100m Brust gegen Roar-Schwimmerin Alia Atkinson wichtige Punkte holte. Zudem spielte es Cali in die Karten, dass sich Adam Peaty über die 100m Brust Yasuhiro Koseki vom Team Tokyo Frog Kings geschlagen geben musste.

London versuchte aber Kontakt zu halten. Besonders die junge Freistilspezialistin Freya Anderson sorgte mit Siegen über die 100 und 200m Freistil sowie mit der gemischten Kraulstaffel für Punkte. Auch die deutschen Nationalschwimmer brachten sich ein: Über die 100m Rücken kam Christian Diener in 50,12 Sekunden bis auf 18 Hundertstel an seinen Deutschen Rekord heran. Trotzdem musste er sich in dem stark besetzten Feld mit Platz fünf zufrieden geben. Einen vollen Tag hatte erneut Marius Kusch, der für London über die 50m Schmetterling (5. - 22,82), 100m Freistil (6. - 47,51) sowie in der gemischten 4x100m Freistilstaffel (6. - 48,02) Punkte holte. 

Vor den entscheidenden KO-Events waren die Condors klar vorn, doch London hatte noch eine Chance. Sowohl bei den Damen als auch den Herren stand Brust auf dem Programm. Mit Alia Atkinson stieg für London erneut Lilly Kings schärfste Konkurrentin in der Liga auf den Block. Und bei den Herren musste sich Caeleb Dressel im Brustspring gegen Adam Peaty beweisen. Ein Patzer von den Condors und London hätte sie in den Krallen, doch die Routiniers von der US-Westküste taten ihren Konkurrenten diesen Gefallen nicht. King gewann alle Runden der Skins bei den Damen. Und Caeleb Dressel hielt ebenfalls bis zum Ende durch. Dass er sich Adam Peaty geschlagen geben musste, war letztlich nicht so wichtig. Entscheidender war, dass Dressel in jeder Runde Punkte aufs Condors-Konto brachte.

Am Ende betrug der Abstand 15,5 Punkte. Die Condors profitierten erneut von einem starken zweiten Tag, doch trotz des Sieges gegen die Mitfavoriten aus London sind sie nicht unschlagbar. Ein oder zwei misslungene Rennen und schon könnten sie von der Siegesstraße abkommen. Besonders für das Halbfinale und Finale sollte man das im Hinterkopf behalten.

Offen ist nach wie vor, ob dann auch die New York Breakers noch dabei sein werden. Obwohl sie erneut einzelne Achtungszeichen setzen konnten, gab es am Ende Platz vier in ihrem letzten Match der Vorrunde. Marco Koch schonte sich heute und Damian Wierling war lediglich als Startschwimmer der gemischten Kraulstaffel (47,36) zu sehen.

Mit sieben Punkten in der Ligatabelle beenden die Breakers die Vorrunde und liegen aktuell auf dem achten Platz, der zum Einzug ins Halbfinale berechtigen würde. Ganz sicher ist ihr Weiterkommen aber nicht. Rein rechnerisch könnten sie noch von den derzeit zehntplatzierten Aqua Centurions verdrängt werden. Dafür müsste das Team aus Italien aber eine bärenstarke Mannschaftsleistung aus dem Hut zaubern. Nach drei Matches, in denen sie stets Letzter wurden, müssten sie im Vorrundenfinale am Montag und Dienstag mindestens Platz zwei belegen, um mit den Breakers noch gleichzuziehen. Sehr wahrscheinlich ist das nicht, jedoch auch nicht unmöglich. Zumal sie nun endlich auf ihre Kapitänin Federica Pellegrini bauen können, die nach überstandener Corona-Erkrankung zum Team stößt. 

Es bleibt also durchaus spannend in der ISL. Zum Durchatmen gönnen sich die Spitzenschwimmer nun aber erstmal ein Wochenende Pause. Weiter geht es dann am Montag und Dienstag erneut mit einem ISL-Doppel. Auch die beiden letzten Matches der Vorrunde in der Budapester Wettkampf-Bubble werden parallel ausgetragen.

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Endstand von Match 8 der ISL 2020:

  1. Cali Condors - 507
  2. London Roar - 491,5
  3. Tokyo Frog Kings - 419,0
  4. New York Breakers - 296,5

Die Sieger am Tag 2 des ISL Match 8:

  • 100m Freistil (w): Freya Anderson (London Roar) - 51,87
  • 100m Freistil (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 46,12
  • 200m Schmetterling (w): Suzuka Hasegawa (Tokyo Frog Kings) - 2:03,53
  • 200m Schmetterling (m): Eddie Wang (Cali Condors) - 1:50,90
  • 100m Rücken (w): Kira Touissaint (London Roar) - 55,68
  • 100m Rücken (m): Ryosuke Irie (Tokyo Frog Kings) - 49,82
  • 100m Lagen (w): Beata Nelson (Cali Condors) - 58,37
  • 100m Lagen (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 51,11
  • 200m Freistil (w): Freya Anderson (London Roar) - 1:52,60
  • 200m Freistil (m): Townley Haas (Cali Condors) - 1:41,58
  • 50m Schmetterling (w): Ariana Surkova (New York Breakers) - 25,46
  • 50m Schmetterling (m): Caeleb Dressel (Cali Condors) - 22,41
  • 100m Brust (w): Lilly King (Cali Condors) - 1:03,39
  • 100m Brust (m): Yasuhiro Koseki (Tokyo Frog Kings) - 56,27
  • 4x100m Freistil (mixed): London Roar - 3:16,84
  • 400m Lagen (w): Yui Ohashi (Tokyo Frog Kings) - 4:25,53
  • 400m Lagen (m): Kosuke Hagino (Tokyo Frog Kings) - 4:01,41
  • 50m Skins Damen (Brust): Lilly King, Cali Condors
  • 50m Skins Herren (Brust): Adam Peaty, London Roar

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Bild: ISL