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(18.10.2020) Schnelle Rennen, starke Zeiten und eine spannende Jagd nach den Punkten gab es auch zum Auftakt des zweiten Matches in der International Swimming League 2020. Dabei mischten die deutschen Schwimmer in der Profiliga kräftig vorn mit.

Einen besonders starken Tag erwischte Christian Diener, der gleich zwei Strecken für sich entscheiden konnte. Nachdem der Potsdamer bereits die 200m Rücken gewonnen hatte, legte er über die 50m Strecke noch eine Schippe drauf. In 22,76 Sekunden knackte Diener den Deutschen Rekord von Thomas Rupprath und war zudem auch schneller als beim Match zuvor am Freitag der US-Olympiasieger Ryan Murphy. Zudem überzeugte er in der Lagenstaffel zum Abschluss des Tages mit einer Zeit von 50,38 Sekunden über die 100m Rücken.

Dass Diener sich mit seinem Quartett vom Team London Roar mit Platz drei zufrieden geben musste, lag unter anderem an seinem Mannschaftskollegen Marius Kusch. Nachdem dieser schon über die 100m Schmetterling im Einzel punkten konnte (3. in 50,32), verhalf er an der Seite von Adam Peaty nämlich der anderen London Roar Staffel zum Sieg über die 4x100m Lagen (Split von Kusch: 50,23). Dieser Erfolg dürfte sich morgen doppelt bezahlt machen: Die Londoner können damit nämlich entscheiden, welche Schwimmart im 50m-KO-Wettbewerb geschwommen wird. Hier haben sie nun die Qual der Wahl, denn mit Diener sind sie auf Rücken stark besetzt, haben aber auch eine starke Brustschwimmerriege um Adam Peaty.

Kusch schwamm in der Staffel übrigens direkt gegen einen Nationalmannschaftskollegen. Bei den auf Platz vier landenden Aqua Centurions war Philip Heintz (50,60) auf der Schmetterlingstrecke im Becken. Schon zuvor hatten die beiden es miteinander aufgenommen: Auch in der 4x100m Freistilstaffel konnte Kusch (46,74) gegenüber Heintz (48,38) seine Sprintqualitäten ausspielen. Der erfahrene Olympiafinalist hatte zu diesem Zeitpunkt seinerseits bereits sein Zeichen in der ISL hinterlassen: Heintz gewann mit einer starken Vorstellung die 200m Lagen.

Auch die für das Team DC Trident startende Kathrin Demler war heute mehrfach zu sehen. Nach dem Einsatz in der 4x100m Freistilstaffel (55,16) sammelte sie über die 400m Freistil auf Platz vier in 4:07,45 Minuten fünf Punkte für ihr Team.

Mehr Infos zu den Auftritten der deutschen Schwimmer gibt es hier:

Diener und Kusch trugen somit nicht unerheblich dazu bei, dass London Roar der Konkurrenz am ersten Tag des Matches davon schwimmen konnte. Mit 294 Punkten hat die Truppe fast 100 Zähler Vorsprung auf die Verfolger. Unter anderem gewann das britische Team drei der vier Bruststrecken, wobei es hier nicht Adam Peaty war, der die ganz großen Punkte einfuhr. Über die 200m-Strecke, die zugegeben nicht seine Hauptdistanz ist, schlug Peaty als zweiter hinter seinem Teamkollegen Kirill Prigoda an. Überraschender hingegen war, dass sich Peaty auch auf der 50m Strecke geschlagen geben musste. Hier belegte er Rang zwei hinter dem für das Team Iron startenden Türken Emre Sakci. Dies lässt die Chancen steigen, dass wir Christan Diener am Montag im KO-Wettbewerb noch einmal über die 50m Rücken sehen können. Durch Alia Atkinson (50m) und Annie Lazor (200m) schnappten sich die Londoner zudem die Siege über die Bruststrecken der Damen.

Da auch die Londoner Frauen die Lagenstaffel gewannen und so morgen das Wahlrecht im KO-Wettbewerb haben, dürfte es für die Konkurrenz schwer werden, da noch entscheidend heranzukommen. Stattdessen zeichnet sich aber ein packender Kampf um Platz zwei ab. Lediglich 16 Punkte trennen aktuell die Aqua Centurions, das Team Iron und DC Trident. Da ist also noch alles offen.

Zwischenstand von ISL-Match 2 nach Tag 1:

  1. London Roar - 294
  2. Aqua Centurions - 197
  3. Iron - 194
  4. DC Trident - 181

Die schnellsten Schwimmer an Tag 1 des ISL Matches 2:

  • 100m Schmetterling (w): Marie Wattel (London Roar) - 56,45
  • 100m Schmetterling (m): Szebasztian Szabo (Aqua Centurions) - 49,93
  • 200m Rücken (w): Amy Bilquist (DC Trident) - 2:02,23
  • 200m Rücken (m): Christian Diener (London Roar) - 1:49,51
  • 200m Brust (w): Annie Lazor (London Roar) - 2:18,85
  • 200m Brust (m): Kirill Prigoda (London Roar) - 2:04,60
  • 4x100m Freistil (w): London Roar - 3:30,91
  • 50m Freistil (m): Maxim Lobanovskij (Team Iron) 
  • 50m Freistil (w): Ranomi Kromowidjojo (Team Iron) - 23,64
  • 200m Lagen (m): Philip Heintz (Aqua Centurions) - 1:52,78
  • 200m Lagen (w): Sydney Pickrem (London Roar) - 2:07,31
  • 50m Brust (m): Emre Sakci (Team Iron) - 25,74
  • 50m Brust (w): Alia Atkinson (London Roar) - 29,20
  • 4x100m Freistil (m): Aqua Centurions - 3:05,94
  • 50m Rücken (w): Linnea Mack (DC Trident) - 26,30
  • 50m Rücken (m): Christian Diener (London Roar) - 22,76
  • 400m Freistil (w): Valentine Dumont (Aqua Centurions) - 4:00,37
  • 400m Freistil (m): Zane Grothe (DC Trident) - 3:39,79
  • 4x100m Lagen (w): London Roar - 3:50,27
  • 4x100m Lagen (m): London Roar - 3:23,18

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